10jähriges Jubiläum


Mehr als hundert wissenschaftliche Kolleginnen und Kollegen haben den Lehrgang seit 2007 erfolgreich absolviert

Die Fortbildung wurde BOKU-intern eigens für das spezifische Management von Forschungsprojekten maßgeschneidert und im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Zum 10jährigen Jubiläum gibt sich der Lehrgang im Blended Learning-Modus einen neuen Anstrich. Damit kann den individuellen Erwartungen der Teilnehmenden noch besser entsprochen werden.

„Kurz nach dem Lehrgang habe ich einen Antrag für ein Forschungsprojekt nach den vermittelten Methoden verfasst. Heute kam die positive Zusage! Danke für den Lehrgang!“, schreibt ein ehemaliger Teilnehmer dem Lehrgangsleiter DI Wolfgang Vrzal, MBA.

Im kompetitiven Umfeld der Forschungsförderung ist professionelles Projektmanagement sowohl für die Universität als Institution als auch für die Forschenden unverzichtbar, so der Trainer. Die Logik des Lehrgangs war daher von Beginn an, einen Ansatz anzubieten, der theoretisch fundiert, erprobt, praxisnah und mit den Vorgaben nationaler und internationaler Fördereinrichtungen kompatibel ist. Bereits im Prozess der Beantragung von geförderten (Drittmittel-)Forschungsprojekten liegt der Fokus oftmals zu stark auf der Einhaltung der administrativen Vorgaben der Fördergeber. Diese zu erfüllen ist zwar eine conditio sine qua non, die Potenziale von Projektmanagement werden dadurch jedoch nicht annähernd genutzt.

Der Lehrgang geht daher deutlich über die oft propagierte „toolbox“ der Projektmanagement-Methoden hinaus. Im Zentrum steht die Entwicklung der Systemkompetenz, also der Fähigkeit zum Umgang mit Projekten als komplexe, dynamische, soziale Systeme. Für erfolgreiche Projekt- und Workpackage-Leiterinnen und -Leiter ist diese Schlüsselkompetenz das Fundament ihres Handelns in der Projektplanung, der Definition des „project impact“, der Gestaltung der Kommunikation, der Einbindung der Stakeholder oder der Steuerung bei Abweichungen oder gar krisenhaften Situationen im Projekt.

Traditionell findet während dem Lehrgang ein Kaminabend statt, bei dem erfolgreiche Senior Researcher aus ihrer Projektmanagement–Praxis erzählen. Der diesjährige Gast Assoc. Prof. Dr. Rupert Seidl wird als erstes gefragt, ob er bei einem Projektvolumen von 2,1 Mio Euro in den letzten acht Jahren überhaupt noch Zeit für die eigentliche Forschung hat. Ein gutes Zeitmanagement ist schon sehr wichtig, schmunzelt dieser. So schön es auch ist, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und wissenschaftliche Arbeiten zu monitoren, gönnt er sich trotzdem regelmäßig ein bis zwei Wochen Feldarbeit um gut mit der Basis verwurzelt zu bleiben. Das Zeitmanagement wird im Laufe der Karriere und mit steigender Erfahrung aber automatisch besser, ermutigt Prof. Seidl und gibt in weiterer Folge hilfreiche Praxistipps. Beispielsweise sieht er das Schreiben von Projektanträgen als wichtige mentale Übung um das eigene wissenschaftliche Profil zu entfalten, auch wenn ein einzelner Antrag einmal nicht genehmigt wird. 

Ein entscheidender Faktor für ein gelingendes operatives Projektmanagement ist es, gute Kommunikationskanäle zu finden. Vor allem bei komplexen und virtuellen Projekten sind einfache Mailnachrichten nicht mehr ausreichend. Es zahlt sich aus, geeignete Software einzusetzen, die einen besseren Überblick über die Kommunikation zu den vielfältigen Projektthemen bietet. Zum erfolgreichen Teambuilding bei Projekten hat Prof. Seidl ebenfalls einen Praxistipp parat: Einmal im Monat gemeinsam ein Paper zu diskutieren fördert nicht nur die Kommunikation, sondern auch die gemeinsame fachliche Perspektive.

Die nächste Lehrgangsgruppe startet im Herbst 2019.

Nähere Informationen finden Sie hier.


29.11.2018