Neue Arbeitsgruppe QUIVER


Simon Vitecek und sein Team beschäftigen sich ab August 2018 mit der regionalen aquatischen Insektenfauna und kombinieren dabei molekularbiologische Methoden mit klassisch taxonomischen Ansätzen.

Der Anfang vieler Dinge ist klein. Doch dies bedeutet nicht, dass sie weniger wichtig sind. So stellen Insekten einen Großteil der mit bloßem Auge sichtbaren (makroskopischen) aquatischen Biodiversität in Süßwasserökosystemen. Doch „Was ist das?“, „Warum ist es hier?“ und „Was macht es, und wie macht es was es macht?“ sind Fragen die im Forschungsinteresse von Simon Vitecek, dem Leiter einer neuen Arbeitsgruppe am WasserCluster Lunz stehen. Die Arbeitsgruppe namens „QUIVER – aquatic biodiversity and entomology research“ startet mit August 2018 und befasst sich mit der Diversität von aquatischen Insekten, ihrer Evolutionsökologie und den treibenden Faktoren, die lokale und regionale Biodiversitätsmuster in dieser Gruppe bedingen. Neben der Erfassung von Insektenbiodiversität unter Verwendung klassisch taxonomischer und molekularer Methoden soll als weiteres Forschungsfeld die Bedeutung der Konnektivität zwischen Gewässern in Bezug auf den Erhalt von Arten in einer Region untersucht werden.

Die Erweiterung des WasserCluster Lunz um die neue Arbeitsgruppe kam durch eine Kooperation des Landes Niederösterreich und der BOKU zustande. Sie ermöglicht dem WasserCluster Lunz in Zukunft, als Nachfolgeorganisation der Biologischen Station Lunz wieder an die erfolgreiche und weltweit beachtete Forschung in diesem Feld anzuschließen. Die lange Tradition der Insekten-bezogenen Forschung begann im Rahmen des Ritrodat-Projekts an der Biologischen Station Lunz mit einem international einzigartigen Ansatz - sie wird jetzt durch die Etablierung der neuen Arbeitsgruppe fortgesetzt. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei auch die Aufarbeitung der langjährigen Datenreihen, die in mehr als 30 Jahren gesammelt wurden um Aufschluss über die Auswirkungen globaler Veränderungen auf aquatische Gemeinschaften zu ziehen.

Die Vernetzung mit den bestehenden Arbeitsgruppen am WasserCluster Lunz wird sich auf Grund der vielschichtig überlappenden Forschungsinteressen produktiv gestalten. Eine Verstärkung der Biodiversitätsforschung in heimischen und internationalen Fließgewässern sowie die Etablierung von innovativen molekularbiologische Methoden als Ergänzung zu bestehenden Gewässer-Untersuchungsmethoden wird angestrebt. Neben der eigenständigen Forschung am WasserCluster Lunz wird die neue Arbeitsgruppe eng mit der BOKU, der Universität Innsbruck und dem Umweltbundesamt zusammenarbeiten - um EU-weit vorgeschlagene Weiterentwicklungen von Gewässergütebewertungsverfahren auf ihre Anwendbarkeit in heimischen Gewässern zu untersuchen.

Kurzbiografie von Simon Vitecek:
Simon Vitecek hat seine Dissertation 2015 zur Diversität und den Verwandtschaftsbeziehungen von Köcherfliegen an der Universität Wien abgeschlossen. Es folgte Lehrtätigkeit an der Universität Wien und von 2017 bis Juni 2018 die Beschäftigung als PostDoc am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt. Er wird sich in Zukunft am WasserCluster Lunz mit der Insektenfauna der Region beschäftigen, aber auch international tätig werden.

Mehr Information: www.wcl.ac.at

Kontakt / Rückfragen:
Mag. Romana Hödl
Office – WasserCluster Lunz – Biologische Station GmbH
+43 (0) 7486 200 60 12
romana.hoedl[at]wcl.ac.at


09.08.2018