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Universität für
Bodenkultur Wien

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Barriere-freie Web-Pages (WAI)

Es wäre unfair und auch nicht sinnvoll, Personen mit leichten oder schweren Behinderungen von der in Ihren Web-Pages enthaltenen Information auszuschließen. Gestalten Sie Ihre Web-Pages daher so, dass sie auch für kurzsichtige, farbenblinde, blinde oder taube Menschen sowie für Menschen mit Bewegungsstörungen oder teilweisen Lähmungen oder mit sprachlichen Problemen brauchbar sind.

Außerdem wirkt diese Rücksichtnahme gleichzeitig auch auf "normale" Benutzer, die z.B. Ihre Web-Page auf einem Schwarz-Weiß-Drucker ausdrucken, der wie ein farbenblinder Mensch keine Farben unterscheidet, oder die Ihre Web-Pages in einer Suchmaschine finden wollen, die wie die Sprachausgabe für einen blinden Menschen nur die Texte, aber nicht die Bilder auswertet.

Das W3-Consortium hat unter dem Titel "Web Accessibility Initiative" (WAI) Regeln und Hinweise zusammengestellt, wie Sie Ihre Web-Pages ohne großen Aufwand barriere-frei gestalten können. Hier ein paar besonders wichtige und einfache Punkte:

Sprache

Schreiben Sie einfche, kurze Sätze mit einfachen, leicht verständlichen Wörtern, damit Sie auch von Lesern verstanden werden, die die Sprache nicht so gut beherrschen. Also keine Schachtelsätze, kein Beamtendeutsch oder Fachchinesisch, keine komplizierten litarischen Wortspiele.

Geben Sie bei Fremdwörtern, Fachausdrücken und Abkürzungen jeweils die Erklärung an, entweder direkt im Text oder als Link in eine Art Wörterbuch.

Farben

Stellen Sie bestimmte Informationen nicht nur über Farben dar.

Beispiele: Wenn Sie Pflichtfelder in einem Eingabeformular in roter Schrift schreiben oder neue Einträge in einer Liste mit grüner Schrift, geht diese Information für Farbenblinde oder beim Ausdrucken auf einem Schwarz-Weiß-Drucker verloren. Wenn Sie die Pflichtfelder in roter Schrift schreiben und mit einem Sternchen versehen bzw. die neuen Einträge in grüner Schrift schreiben und mit dem Wort "neu:" versehen, sieht es für normalsichtige Personen genauso übersichtlich aus, aber Farbenblinde erfahren ebenfalls, was sie eingeben bzw. lesen sollen.

Bilder

Geben Sie bei Bildern und Icons immer mithilfe des so genannten Alternativtextes ihre Bedeutung für den Benutzer an.

Wenn Sie z.B. Links- und Rechts-Pfeile für die Navigation verwenden, geben Sie als Alternativ-Text "vorige Seite" und "nächste Seite" an, damit auch Blinde, die auf ihrer Braille-Zeile oder in ihrer Sprachausgabe nur die Texte statt der Bilder erhalten, durch diese Informationen navigieren können.

Seitenaufbau

Falls Ihre Web-Pages umfangreiche Kopfzeilen oder Navigationsmenüs vor der eigentlichen Information enthalten, sehen Sie einen Link mit Textmarke vor, mit dem der Leser sofort zum Anfang der eigentlichen Information springen kann.

Ein normalsichtiger Mensch erfasst den Aufbau des Bildschirmes mit einem Blick und kann seine Augen sofort auf die eigentliche Information lenken. Ein Blinder hat jedoch keinen sofortigen Überblick, sondern muss die gesamte Information der Seite Zeile für Zeile mit seiner Braille-Leiste durchlesen oder sich von seiner Sprachausgabe vorlesen lassen.

Frames

Falls Sie Framesets verwenden, geben Sie Framenamen an, aus denen klar hervorgeht, welcher Inhalt in welchem Frame enthalten ist, also z.B. nicht "links", "rechts" und "unten", sondern "Menü", "Information" und "Copyright". Dann können auch Blinde, die mit ihrer Braille-Zeile oder Sprachausgabe immer nur einen Frame nach dem anderen durchgehen, sofort auswählen, welchen Frame sie lesen wollen.

Formulare

Geben Sie bei Eingabefeldern die Angabe, was hier eingegeben werden soll oder muss, möglichst vor dem Eingabefeld ein (also links davon oder oberhalb), damit ein Blinder beim zeilenweisen Durchgehen der Web-Page weiß, was er in diesem Feld eingeben soll und ob es sich um ein Pflichtfeld handelt.

Zeilenumbruch und Scrollbars

Gehen Sie nicht davon aus, dass alle Leser das gleiche Verhältnis von Schriftgröße und Bildschirmgröße verwenden wie Sie selbst und verhindern Sie daher weder die automatische Anpassung der Ausgabe an die Größe des Browser-Fensters noch das Aufklappen von Scrollbars.

Kurzsichtige oder sehbehinderte Personen werden auf ihren PCs meist eine geringere Bildschirmauflösung und eine größere Standardschrift eingestellt haben und deshalb viel häufiger Scrollbars benötigen.

Töne

Falls Sie auf Ihren Web-Pages Töne oder Sprechtexte abspielen, sehen Sie eine zusätzliche Möglichkeit vor, diese Information auch als am Bildschirm sichtbaren Text lesen zu können (eventuell über einen Link auf eine separate Text-Datei), damit auch schwerhörige oder taube Personen sowie die Such-Agenten von Suchmaschinen diese Information erhalten können.

Maus-Klicks

Gestalten Sie Linktexte, Icons und Schaltflächen, die ein Benutzer anklicken soll, nicht zu klein und nicht zu nah nebeneinander, damit auch Personen mit steifen oder zittrigen Fingern oder mit anderen Bewegungsstörungen diese Links richtig "treffen" können.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Navigation auch ganz ohne Maus erfolgen kann, also nur mit der Tastatur (Tabulator, Leertaste, Enter-Taste). Verwenden Sie deshalb beispielsweise normale Hyperlinks und nicht nur JavaScript-Funktionen für Mausaktionen.

Kontrolle

Es gibt eigene Prüfprogramme (Validatoren), mit denen Sie Ihre Web-Pages auf ihre Barriere-Freiheit überprüfen können.

Außerdem können Sie sich mit den text- und zeilen-orientierten Browsern lynx und links, die auf Unix- und Linux-Systemen verfügbar sind, einen Eindruck davon verschaffen, wie Ihre Web-Page bei der zeilenweisen Ausgabe ohne Farben und ohne Bilder für blinde Menschen und für die Such-Agenten der meisten Suchmaschinen erscheint.

Weitere Details finden Sie auf der Web-Site des W3-Consortiums unter

Gesetzliche Verpflichtung

Österreichische Bundesstellen sind seit 1.1.2006 zur Barrierefreiheit verpflichtet:

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