Spam-Problematik
Trotz gesetzlicher Verbote in den meisten Ländern der Erde werden immer mehr unerwünschte Massenmails (so genannter Spam) über das Internet versendet. Im Jahr 2004 war schon rund die Hälfte aller E-Mails unerwünschter Spam, derzeit macht der Spam sogar ein Vielfaches der "echten" Mail-Nachrichten aus.
Der ZID bietet Ihnen technische Möglichkeiten an, Ihre Mailboxen gegen die Überflutung durch Spam-Mails zu schützen - siehe Filterung am Mail-Server und Kontrolle im Mail-Client. Damit kann die Anzahl der tatsächlich in Ihrer Mailbox ankommenden Spam-Mails weitgehend reduziert werden.
Hier geben wir Ihnen zusätzliche Hinweise, die Sie in Ihrem eigenen Interesse beachten sollten, um eine übermäßige Spam-Belastung zu vermeiden.
Was tun gegen unerwünschte Massen-Mails?
Wer eine E-Mail-Adresse besitzt, bekommt meistens nicht nur erwünschte E-Mails, sondern auch - eventuell sehr viele - unerwünschte Massenmails mit kommerzieller Werbung oder mit anderen, eventuell bösen oder dummen Absichten, was als Spam bezeichnet wird - frei nach einem Monty-Python-Sketch, in dem den Kunden eines Restaurants bei jeder Bestellung zusätzlich SPAM (eine Art Frühstückfleisch in Dosen) seviert wird, ob sie es wollen oder nicht.
Besonders viel Spam erhält man auf Mail-Adressen, die öffentlich zugänglich sind (z.B. weil sie auf einer Web-Page oder in einem Usenet-News-Artikel stehen) oder die man selber unabsichtlich einem Adressen-Sammler mitgeteilt hat, z.B. durch Anklicken eines Buttons in einem HTML-Formular. Die Adressen-Sammler verwenden dabei auch diverse Tricks, auf die Sie nicht hereinfallen sollten:
Ein Remove-Button oder eine Remove-Mailadresse ("Wenn Sie keine Mails mehr von uns erhalten wollen...") bewirkt meistens nicht, dass Sie aus der Adressenliste des Spammers gestrichen werden, sondern wirkt im Gegenteil als Bestätigung, dass Ihre Mailadresse aktiv ist und Sie deshalb in Zukunft noch mehr Spam erhalten werden. Sie sollten deshalb in E-Mails von fremden Absendern niemals irgend einen Button anklicken und niemals eine E-Mail an eine dort angegebene Mailadresse senden bzw. antworten.
Wenn eine E-Mail mit HTML formatiert ist und Bilder enthält, so wird beim Anzeigen automatisch eine Logfile-Eintragung am Web-Server des Spammers gemacht, aus der wiederum ersichtlich ist, dass Sie die Mail gelesen haben, und auch damit wird wieder ihre Mailadresse bestätigt und für noch mehr Spam verwendet. Sie sollten deshalb in ihrem Mail-Programm keine Bilder oder sonstige Attachments automatisch anzeigen lassen und auch niemals HTML oder sonstige Attachments anklicken, wenn Sie nicht sicher sind, dass die Mail tatsächlich von einer persönlich bekannten, vertrauenswürdigen Person kommt.
Dabei sollten Sie auch beachten, dass Spammer oft gefälschte Absender angeben, d.h. auch wenn der Absender oder das Subject nach jemanden Bekannten aussieht, kann die Mail trotzdem von einem Spammer (oder von einem Virus) stammen. Nur wenn der angegebene Absender und der Inhalt und die Unterschrift der Mail wirklich von Ihrem Partner stammen, dann können Sie davon ausgehen, dass es keine Fälschung ist. Eine vollständige Sicherheit ist sogar nur über Verschlüsselung und eine digitale Signatur zu erreichen.
Es kann also auch passieren, dass ein Spammer Spam-Mails versendet hat, in denen Ihre Mailadresse als gefälschter Absender angegeben war, und dass Sie deshalb Beschwerden oder Fehlermeldungen für eine Mail bekommen, die gar nicht von Ihnen stammte. Das ist natürlich rechtlich verboten, lässt sich aber technisch leider nicht verhindern (außer über digitale Signaturen).
Mail-Adressen im Web
Ein wichtiger Hinweis zur Veröffentlichung von Mail-Adressen in Web-Pages:
- Im TYPO3-System des zentralen BOKU-Web-Servers werden alle Mailadressen automatisch in einer verschlüsselten Form dargestellt, die einen guten Schutz gegen die Adressensammlungen der Spammer bewirken.
- Mail-Adressen, die Sie auf anderen Web-Servern "im Klartext" veröffentlichen, sind hingegen "gefährlich", d.h. sie werden von den Spammern leicht erkannt und häufig verwendet.
Spam-Belastung
Wollen Sie wissen, wie stark die Spam-Belastung ist?
Von den ca. 4 Millionen Mails, die unseres Systeme täglich verarbeiten, können ca. 97% eindeutig als Spam ausgeschieden werden. Das Verhältnis liegt also ungefähr bei 120.000 echten Mails und 3,88 Millionen Spam-Mails pro Tag (Stand: April 2009, Tendenz weiterhin steigend).
Ohne den automatischen Spam-Schutz würden Sie in Ihrer Mailbox neben je 10 echten Mails jeweils 320 Spam-Mails vorfinden!
