Prof. Dr. Kurt Ehrendorfer
Vorstand des EDV-Zentrums der BOKU
1971 - 1993

Prof. Ehrendorfer, Ministerin Firnberg (1976)
Meilensteine in der Entwicklung des EDV-Zentrums
Ein Rückblick zum Vorstandswechsel im September 1993
Nach mehr als 20-jähriger Vorstandstätigkeit im EDV-Zentrum möchte ich einige Streiflichter zurückwerfen, ebenso aber auch die gegenwärtige und zukünftige Situation noch kurz beleuchten.
* der Anfang
Als ich 1971 die Funktion des Vorstandes übernahm, hatte das EDV-Zeitalter an der BOKU zwar im Jahre 1966 durch die Schenkung einer IBM 650 begonnen, diese Rechenmaschine war aber schon ein museales Stück, und heute würden wir eher an eine EDV-Schrott-Entsorgung denken, dennoch war der Anfang gemacht. Der Nachholbedarf war enorm und konnte nur schrittweise erfüllt werden.
* ein EDV-System
Der erste Meilenstein dazu war der "Ringtausch" 1972, der die IBM 1130 vom Forschungszentrum Seibersdorf an die Bodenkultur brachte (16 KByte Kern-Speicher!).
Ein kleiner Schritt weiter war 4 Jahre später die CDC Syst 17 in Anlehnung an die große CDC-Zeit der TU und UNI Wien und der damaligen Euphorie zu Mainframes. Erstmals wurde die Datenfernübertragung zur TU realisiert und damit der tägliche Lochkartenkurierdienst an die Technik ersetzt, der Multi-User-Betrieb wurde nur angedacht.
* das Ende der Lochkarte - interaktives Arbeiten
Ein weiterer Meilenstein gelang 1981 mit den PRIME-Computern 750 und 9955, die ein interaktives Arbeiten ermöglichten. Damit war der internationale Standard von EDV-Systemen auch auf der BOKU Wirklichkeit geworden. Mit der Installation des geographischen Informationssystems Arc/Info konnte sogar eine Vorreiterrolle für die anderen Universitäten übernommen werden.
In dieser Zeit sind dann auch ganz andere Maßstäbe entstanden, mit der großen PC-Welle war die Möglichkeit gegeben, zumindest einen Teil der EDV-Ressourcen am Institutsarbeitsplatz verfügbar zu machen.
* das Datennetz BokuNet
Die dezentrale Verarbeitung, der PC an jedem Arbeitsplatz (nicht als Insel, sondern auch als Anbindung an die zentralen EDV-Ressourcen) erforderte eine flächendeckende Vernetzung der Büro- und Laborräume und gleichzeitig eine Anbindung an die internationalen Netze sowie an eine starke zentrale EDV-Leistung.
* Supercomputing
Mit der Installation von 3 Mini-Supercomputern (mit insgesamt 512 MByte Hauptspeicher) am Beginn der 90-Jahre konnten auch das nun zum Standard gewordene Betriebssystem UNIX sowie eine Hochleistungsgraphik zur Verfügung gestellt werden.
Diese Funktions- und Aufgabenvielfalt war von einer Softwareentwicklung begleitet, deren optimaler Einsatz das EDV-Zentrum vor große Aufgaben stellte. Die personellen, räumlichen und finanziellen Erfordernisse in dieser so stürmischen Entwicklung waren und sind oft nur improvisiert möglich. Oft genug wurden zwangsläufige Schwachstellen von manchen EDV-Interessierten schmerzlich empfunden, trotz alledem wurde die Umsetzung der neuen Technologien mit viel Engagement und oft auch mit dem nötigen Mut betrieben.
Mit diesen Zeilen möchte ich mich nach so vielen Jahren gemeinsamer Arbeit bei allen bedanken, die diese Entwicklung ermöglicht und getragen haben. Ich danke allen Mitarbeitern im EDV-Zentrum für ihren unermüdlichen Einsatz, vor allem der Leiterin Frau Monika Kleiber, die seit Anbeginn dabei war.
Ich danke allen Kollegen an den Instituten, der Universitätsdirektion und -bibliothek für ihr Verständnis und ihre Unterstützung auf diesem wechselvollen Weg. Hier meine ich nicht nur die Kollegen an der BOKU, sondern darüber hinaus auch die Kollegen an den anderen Universitäten und den EDV-Zentren, mit denen uns stets eine freundschaftliche und erfolgreiche Zusammenarbeit verbunden hat.
Ich danke aber auch ganz besonders allen Stellen des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, die von Anfang an sowohl finanziell als auch personell vieles ermöglicht und in konstruktiven Gesprächen Leitlinien und Zielsetzungen mitgetragen haben.
Bei einem Abschied hat man auch Wünsche und Hoffnungen. Möge im Zuge der Hochschulautonomie, die jetzt mit dem neuen UOG kommt, dem EDV-Zentrum als Dienstleistungsbetrieb für alle Angehörigen der BOKU die räumlichen und finanziellen Mittel, aber besonders die personellen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um die neuen Aufgaben, seien es beispielsweise die AV-Medien oder verstärkte Instituts-Serviceleistungen, aufgreifen und zur Zufriedenheit der Nutzer betreiben zu können.
Sehr herzlich begrüße ich den neuen Vorstand des EDV-Zentrums, Herrn o.Prof.Dr. Mathias Jungwirth, und ich freue mich und danke ihm, daß er diese Aufgabe mit großem Optimismus übernommen hat.
Kurt Ehrendorfer
(Sept. 1993)

Prof. Ehrendorfer, Monika Kleiber (2004)
Sehr geehrter Herr Professor!
Anläßlich des Wechsels des Vorstandes will ich mich in Form eines offenen Briefes für eine sehr schöne Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken.
Ich schaue auf
22 Jahre gemeinsames Arbeiten,
22 Jahre gemeinsamen Aufbau des EDV-Zentrums.
Unser Weg führte
vom "Rechenkammerl" im Keller mit einer Rechenmaschine und einer Planstelle als "Mädchen für alles"
zum vernetzten Betrieb von Hochleistungsrechnern, Workstations und 600 PCs, betreut durch ein "EDV-Team".
Höhen und Tiefen gab es auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel, das EDV-Zentrum so zu führen, daß die Benutzer die Dienstleistungen bekommen, die sie erwarten.
Geprägt war die Zusammenarbeit von einem Teamgeist, in dem das Gespräch im Mittelpunkt stand und die Entscheidungen gemeinsam gefällt und getragen wurden.
So danke ich Ihnen, Herr Professor, auch im Namen aller Mitarbeiter für diese vielen Jahre der fairen und konstruktiven Zusammenarbeit, und ganz besonders dafür, daß Sie die menschliche Komponente immer in den Vordergrund gestellt haben.
So haben diese Jahre des gemeinsamen Arbeitens nicht nur das EDV-Zentrum wachsen lassen, sondern auch mich stark geprägt. Ihr trockener Humor und so manche feine Formulierung haben uns über Hürden leichter hinwegkommen und das Lachen nicht verlernen lassen. Ich danke für Ihr großes Verständnis, wenn mich die "Meilensteine" der EDV und meine Aufgaben in der Familie zu überrollen drohten, und ich denke an so manchen Ratschlag, der mir ein Stück weiter geholfen hat.
So wünsche ich Ihnen, Herr Professor, nach Ihrem erfolgreichen und sehr intensiven Wirken an der BOKU, ein ebensolches Engagement bei Ihren weiteren wissenschaftlichen Arbeiten, aber auch, daß die Muße und die Hobbys nicht zu kurz kommen.
Wir, das EDV-Team, werden mit vollem Einsatz gemeinsam mit dem neuen Vorstand des EDV-Zentrums, Herrn Prof.Dr.Jungwirth, weiterarbeiten.
Ich danke Herrn Prof.Dr.Jungwirth sehr herzlich, daß er bereit war diese Funktion zu übernehmen, und ich bin überzeugt, daß wir gerne und verantwortungsbewußt die laufenden und die neuen Aufgaben, die auf uns zukommen, bewältigen werden.
Monika Kleiber
(Sept. 1993)
