Universität für Bodenkultur Wien
2. Fassung, 2002
EINLEITUNG
Aus dem BOKU-Leitbild:
Die BOKU bekennt sich zu internationalem Leistungsvergleich in Forschung
und Lehre, zur Zusammenarbeit über nationale und internationale
Grenzen hinweg und zur initiativen Aufgeschlossenheit gegenüber neuen
Entwicklungen.
In verschiedenen Publikationen, insbesondere im Weißbuch der Europäischen Kommission "LEHREN und LERNEN", wird auf die qualifikatorischen Meriten der Internationalität und ihrer Elemente immer wieder hingewiesen. Wir müssen davon ausgehen, dass die Kleinheit unseres Landes und unsere geopolitische Situation besondere Gründe sind, grenzüberschreitend aktiver zu werden.
Die klassischen internationalen Mechanismen bezogen sich auf Kommunikation und Zusammenarbeit von Individuen, Arbeitsgruppen und Instituten. Sie behalten ihren Wert, werden aber zunehmend von Kooperationen auf institutioneller Basis und der Bildung von Netzwerken in Forschung, Lehre und Weiterbildung ergänzt bzw. abgelöst. Geistige und physische Mobilität von Studierenden und Universitätslehrern, Austausch und multilaterale Anerkennung von Studien(teilen) werden immer wichtiger.
Waren es in den letzten Jahren insbesondere die Studierenden- und die Lehrermobilität im Rahmen der europäischen Bildungsprogramme, welche einer Institution ein gewisses Maß an Internationalisierung gebracht haben, so muss in Zukunft in verstärktem Maße eine internationale Dimension in die strategische Planung der Universität Eingang finden.
Auch aufgrund der Begrenztheit der finanziellen und Humanressourcen, der geopolitischen Situation der BOKU sowie ihrer fachlichen Ausrichtung ist eine Definition und Fokussierung ihrer Außeninteressen unumgänglich notwendig.
Als eine der ersten österreichischen Universitäten hat die Universität für Bodenkultur 1998 eine Strategie zur Internationalisierung entwickelt. 2001 wurde die tatsächliche Umsetzung durch externe, internationale Experten evaluiert. Die Ergebnisse zeigten, dass manche Zielsetzungen erfolgreich umgesetzt wurden, während andere noch erreicht werden müssen, sodass die ursprüngliche Strategie überarbeitet und neu formuliert werden musste. Auch das neue Universitätsgesetz macht eine Anpassung der Strategie in Hinblick auf quantifizierbare Ziele und Leistungsindikatoren erforderlich.
LEITSÄTZE ZUR INTERNATIONALISIERUNG DER UNIVERSITÄT FÜR BODENKULTUR WIEN:
| 1) | Im Interesse einer verstärkten Internationalisierung der Lehre (inkl. Weiterbildung) sollen folgende Maßnahmen bis zum Jahr 2005 verwirklicht werden: |
Studierendenmobilität:
Internationalisierung des Lehrangebotes:
Das wichtigste Ziel in den nächsten Jahren kann unter dem Schlagwort "Internationalisation at home" zusammengefasst werden und bedeutet verstärkte Lehrendenmobilität, Anbieten internationaler und interdisziplinärer Studienprogramme und Schaffung bzw. Weiterentwicklung eines "international classrooms". (Dadurch soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass nicht alle Studierenden Auslandsstudienaufenthalte absolvieren möchten oder können.)
Steigerung der Zahl der ausländischen Gastlehrer auf mindestens 5 pro Studienrichtung und Jahr durch gezielte Nutzung der SOKRATES-Dozentenmobilität.
Strukturierter Ausbau des fremdsprachigen Lehrangebotes für jede Studienrichtung; durch Entwicklung von "Spezial-Modulen" zu bestimmten Themenschwerpunkten, aber auch von Intensivprogrammen oder Internationalen Exkursionen ("Travel Courses"). Langfristig ist es wünschenswert, internationale Aspekte in solche LV verstärkt einfließen zu lassen und die interdisziplinären Möglichkeiten an der BOKU konsequenter zu nutzen.
Entwicklung von fremdsprachigen, internationalen und interdisziplinären Studienprogrammen (z.B. Double-Degree Programme wie der MSc mit der Lincoln University Neuseeland). Mittelfristig ist es das Ziel, mit mehreren Universitäten 5 interdisziplinäre Master zu entwickeln, die an den Kernkompetenzen der BOKU (Centers of Excellence) orientiert sind (z.B. nachhaltige Landnutzung, ökologischer Landbau, Rhizosphärenmanagement, Gebirgsforstwirtschaft, Expertise vom IFA Tulln etc.) und verpflichtende Auslandsaufenthalte beinhalten.
Zwecks Vermeidung von Parallelaktivitäten ist eine kohärente Strategie bei der Entwicklung der Masterkurse zu verfolgen.
Die Verbindlichkeit des Besuchs einer gewissen Zahl von fremdsprachigen Lehrveranstaltungen (sowohl an der BOKU als auch im Rahmen eines Auslandsstudienaufenthaltes möglich) ist beizubehalten.
Internationalisierung des
Weiterbildungsangebots:
Entwicklung von internationalen Weiterbildungsprogrammen wie z.B. Summer
Universities. Diese sind mit Regelmäßigkeit abzuhalten und
international zu vermarkten. Qualitätsstandards für die
Weiterbildung sind zu entwickeln und sollen die Basis für die
Festlegung einer konkreten Vorgabe für die Zahl der zu entwickelnden
Weiterbildungsprogramme sein.
Da Lehre in Kontext zur Forschung steht, sollte die lehrbezogene Strategie im internationalen Bereich sich stärker an den Schwerpunktbildungen in der Forschung orientieren.
| 2) | Eine verstärkte Internationalisierung der Forschung steht in engstem Zusammenhang mit einer Steigerung der Qualität der Forschungsleistungen. Diese soll insbesondere durch folgende Maßnahmen unterstützt werden: |
verstärkte internationale Kooperation und Wissenschafteraustausch:
| 3) | Im Interesse einer
verbesserten Nutzung von Synergieeffekten sowohl im Lehr- und
Weiterbildungs- als auch im Forschungsbereich soll der Ausbau von INTERNATIONALEN
KOOPERATIONS - NETZWERKEN wesentlich verstärkt werden: Netzwerke bilden gegenwärtig sowohl in der EU als auch in der ÖAD-Förderung bevorzugte Kooperationsformen und sollten deshalb von der BOKU insbesondere als Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Dritte Welt-Ländern wie mit Mittel-Osteuropa-Staaten entwickelt werden. Dabei sind interdisziplinäre Ansätze prioritär ins Auge zu fassen und auch BOKU-intern stärker zu verwirklichen. Qualitätsstandards für Netzwerke sind zu entwickeln. |
Ein studienrichtungsübergreifendes internationales Alumni-Netzwerk soll geschaffen werden, das in weiterer Folge auch für Fundraising-Zwecke herangezogen werden soll.
Konsequenzen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Leitsätze zur Internationalisierung der BOKU:
Die erfolgreiche Umsetzung einer Internationalisierungsstrategie erfordert gewisse strukturelle Grundvoraussetzungen. Diese umfassen
Die im Zuge der Implementierung der Strategie zur Internationalisierung geschaffenen Einheiten (funktionsfähige Organisationseinheit, Internationales Gremium, Unterstützung durch die Universitätsleitung) sollten also auch nach Umsetzung des UG2002 beibehalten, wenn nicht ausgeweitet werden.
Vor allem bei den durch das neue Universitätsgesetz vorgeschriebenen Änderungen der Universitätsstruktur ist darauf zu achten, dass die neue Organisationsform dem Internationalisierungsprozess dienlich ist und sich damit positiv auf künftige Leistungsvereinbarungen auswirkt. Sorgen bestehen hier allerdings aufgrund der neuen organisationsrechtlichen Stellung des Mittelbaus, der ja u.a. in Form der SOKRATES-Fachkoordinatoren wesentlich für die Durchführung von Austauschprogrammen war und ist. Wesentlich für die Implementierung der Strategie zur Internationalisierung ist eine Bereitstellung ausreichender budgetärer Mittel. Gerade in Hinblick auf die derzeit bestehenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung von internationalen Gastlehrern ist sicherzustellen, dass die zusätzlichen Mittel, die in Zukunft von Seiten des BMBWK aus Anlass der Streichung der Stipendien im Rahmen der Kulturabkommen den Universitäten nun direkt im Rahmen des Globalbudgets zugewiesen werden, auch wirklich den internationalen Mitteln zur Finanzierung der Aufenthalte von Gastwissenschaftern, Stipendien etc. zur Verfügung stehen.
Ein entscheidendes Element stellt schließlich die Einbindung aller universitären Einheiten in den Internationalisierungsprozess dar: Wenn sich die Internationalisierung nicht auf äußerliche Aktivitäten wie die Steigerung der Studierendenmobilität beschränken soll, gilt es, ein generelles Umdenken hinsichtlich der universitären Grundeinstellung zu internationalem Erfahrungsaustausch und damit zu einer Qualitätssteigerung im eigenen Wirkungsbereich herbeizuführen. Dazu bedarf es entsprechender Maßnahmen, um dies auch universitätsweit durchzusetzen. Es muss Ziel der Universität sein, sowohl das wissenschaftliche als auch das Verwaltungspersonal durch Fortbildungsmaßnahmen im Fremdsprachenbereich ebenso wie im Bereich der interkulturellen Verständigung zu schulen. Dadurch soll die erforderliche Aufgeschlossenheit gegenüber einem internationalisierten Studien- und Forschungsbetrieb gewährleistet werden.
[Ende des der Beschlußfassung unterliegenden Teils]
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Erläuterungen:
ad LEHRE
und WEITERBILDUNG:
Das SOKRATES-Mobilitätsprogramm hat auch an der BOKU einen
entscheidenden Beitrag zur Internationalisierung des Studiums geleistet.
Allerdings sind nicht alle Studienrichtungen gleich aktiv an SOKRATES
beteiligt, und es muss eines unserer Hauptanliegen der nächsten Jahre
sein, noch mehr BOKU-Studierenden aller Studienrichtungen die Möglichkeit
eines 1- oder 2-semestrigen Auslandsaufenthaltes zu ermöglichen.
Ebenso wichtig ist die Steigerung der Zahl der hereinkommenden
Studierenden, da einerseits ihre Präsenz bei den lokalen Universitätsangehörigen
zu einer verbesserten Bewusstseinsbildung bezüglich der Situation von
Austauschstudierenden führt, andererseits ihre Erfahrungsberichte an
die Heimatuniversität künftige Mobilitäten in Richtung BOKU
fördern sollten. Zur Förderung der Incoming-Mobilität ist
die verstärkte Nutzung der in SOKRATES ebenfalls vorgesehenen
Dozentenmobilität empfehlenswert. Um die Studierendenmobilität
auch mit Ländern außerhalb Europas in verstärktem Maße
realisieren zu können, ist der Abschluss von zusätzlichen
Joint-Study-Programmen unverzichtbar. Da allerdings die Mobilität in
Richtung BOKU aus Übersee noch schwieriger zu bewerkstelligen ist -
das Hauptproblem liegt an den mangelnden Deutschkenntnissen - , kann die
gewünschte Zahl von Abkommen nur erreicht werden, wenn die BOKU
gleichzeitig ein repräsentatives Angebot an fremdsprachigen
Lehrveranstaltungen anbietet. Dies kann sowohl durch Gastprofessor(inn)en
im Wege kurzfristiger (2- bis 4-wöchiger) Aufenthalte als auch durch
BOKU-eigene Vortragende gewährleistet werden, sofern diese über
entsprechend gute Fremdsprachenkenntnisse verfügen.
Der in den Studienplänen verbindlich vorgesehene Besuch einer gewissen Anzahl von fremdsprachigen Lehrveranstaltungen soll es den BOKU-Studierenden erleichtern, mit ihrem Studienfach auch in einer Fremdsprache umzugehen und dementsprechend in der Folge in der Lage zu sein, fremdsprachige Publikationen zu verfassen bzw. im fremdsprachigen Ausland beruflich tätig zu werden
Im einzelnen sind folgende Vorgangsweisen vorgesehen:
Es ist Ziel der Universität für Bodenkultur, qualitativ hoch stehende Weiterbildungsangebote, insbesondere auf postgradualer Ebene, in Kooperation mit ausländischen Partnern zu entwickeln. Erforderlich ist dazu, internationale Weiterbildungsnetzwerke aufzubauen und zu pflegen sowie in internationalen Bildungsprojekten mitzuwirken.
ad FORSCHUNG:
Eine auch international attraktivere Lehre an der BOKU hat vorerst Priorität.
Aber für die externe Akzeptanz und Reputation der BOKU ist sicher
ihre Forschungskompetenz - vor Ort wie international - und damit letztlich
auch die Qualität ihrer Lehrangebote die wichtigere Grundlage
ad NETZWERKE:
a)
EZA-Netzwerke in Ostafrika (z.B. Kenia, Uganda, Tansania, Äthiopien),
Asien (Nepal, Bhutan, Bangladesh, China, Mongolei, Südostasien, z.B.
verstärkte Mitarbeit im ASEA-Uninet oder dem
Eurasien-Pazifik-Netzwerk) und Lateinamerika (Mexiko, Peru), um bisherige
Kontakte effizienter zu gestalten und seitens des ÖAD wirksamere
Unterstützung (PhD-Sandwich-Stipendiaten / Betreuer) zu erhalten; die
Entwicklung von multilateralen Forschungsprojekten im Rahmen von EU-Förderungsprogrammen
(z.B. INCO-Dev) ist als vorrangige Zielsetzung im Forschungsbereich
vorzusehen
b)
Osteuropa-Netzwerk: Die Studierendenmobilität im Rahmen von TEMPUS
wird schrittweise mit SOCRATES vereinigt; damit wird der europäische
Studierendenbewegungsraum vereinheitlicht und erweitert und die Einbindung
der osteuropäischen Studierenden wesentlich erleichtert. Zu Beginn
ist allerdings - vorwiegend aus Sprachgründen - eine Einbahn-Mobilität
aus dieser Richtung zu erwarten.
Forschungskooperationen mit Ländern Mittel-Ost-Europas haben seit
Beginn der 90er-Jahre neue Perspektiven für BOKU-WissenschafterInnen
eröffnet. Ihr weiterer Ausbau auf der multi-lateralen Ebene (durch
EU-Förderung über INCO-Copernicus, INTAS bzw. durch bilaterale
AKTIONs-Programme) ist für die BOKU aufgrund der geopolitischen Lage Österreichs
eine große Chance, aber gleichzeitig auch eine Verpflichtung.
c)
Mittel-Südamerika: die bereits bestehenden Kontakte mit der UNAM in
Mexiko sowie mit der UNALM in Peru könnten vor allem im Bereich
Umweltschutz, Abwasser-Abfallwirtschaft o.a. besser koordiniert werden und
dadurch ein höheres Maß an Synergie erzeugen.
ad Konsequenzen der Umsetzung
Die BOKU bekennt sich zu diesem Evaluierungsschema und hat im Jahr 2001 eine erste entsprechende Evaluierung durchgeführt. .
ANHÄNGE:
Inhaltsverzeichnis der Anhänge:
1) Richtlinien für Universitätskooperationsabkommen
Einleitung:
Die bis zum Jahr 1999 abgeschlossenen Kooperationsabkommen sind von gänzlich
unterschiedlicher Intensität. Zum einen handelt es sich um lose
Absichtserklärungen, in Zukunft enger kooperieren zu wollen, andere
wiederum beinhalten konkrete Vereinbarungen, eine gewisse Anzahl von
Studierenden und WissenschafterInnen auszutauschen. Die 1999 durchgeführte
Evaluierung der bestehenden Universitätspartnerschaften (UPA)
erbrachte neben einer sehr geringen Rücklaufquote (25%) vor allem die
Einsicht, dass UPA offensichtlich für BOKU-WissenschafterInnen keinen
sehr hohen Stellenwert hatten. Dementsprechend war es angezeigt, sowohl
den Status der seinerzeitigen UPA rückwirkend neu zu definieren als
auch vor allem für neu abzuschließende Kooperationsverträge
klare Vorgaben zu machen, um in Zukunft Leerlauf bestmöglich zu
vermeiden. Status der bestehenden Universitätskooperationsabkommen -
Neudefinition - Perspektiven für die Zukunft: Die bestehenden UPA
werden grundsätzlich beibehalten, allerdings werden sie in
verschiedenen Gruppen kategorisiert, die auch für die Zuteilung von
universitären Budgetmitteln relevant sind.
Alle mit * markierten MoU werden durch bilaterale SOKRATES-Abkommen in konkrete Aktivitäten umgesetzt.
Perspektiven für die
Zukunft:alle diese Kooperationen können jederzeit belebt werden,
sei es durch Vereinbarung eines regelmäßigen Studierenden- oder
Gastvortragenden-Austausches, sei es durch gemeinsame Forschungsprojekte;
insbesondere im europäischen Raum werden diese Kooperationen
allerdings zumeist von SOKRATES-Vereinbarungen abgelöst, so dass ihr
Weiterleben auf einer anderen Ebene gesichert ist. Insbesondere mit den
Partneruniversitäten der östlichen Nachbarländer wurde im
Sinne einer solchen Belebung vor einiger Zeit eine systematische "Kennenlern-Aktion"
gestartet, wobei Fachkollegen einander im Rahmen von 1-tägigen
Workshops ihre jeweiligen Fachbereiche vorstellen und die Möglichkeiten
einer künftigen Zusammenarbeit ausloten können. Auch hier
ergeben sich allerdings in den meisten Fällen Anknüpfungen, die
in SOKRATES- oder CEEPUS-Vernetzungen bzw. in Anträge im Rahmen der
Aktion "Österreich-Ungarn, bzw. -Tschechien, bzw. -Slowakei"
münden. Das traditionelle Partnerschaftsabkommen wird dadurch
obsolet.
Als Untergruppe dieser MoUs können Vereinbarungen angesehen werden,
die lediglich abgeschlossen wurden, um gemeinsame Forschungsprojekte in
einem gewissen Fachbereich durchführen zu können. Auch hier
stehen seitens der Universität keinerlei Mittel zur Verfügung.
Es soll durch den Vertrag nur signalisiert werden, dass die Universität
an der Mitarbeit des betreffenden Instituts am internationalen
Forschungsprojekt interessiert ist. Beispiele: Vereinbarungen mit:
Moi University, Eldoret, Kenia
University of Dar-es-Salaam, Tansania
d) RICHTLINIEN FÜR DEN ABSCHLUSS KÜNFTIGER KOOPERATIONSABKOMMEN:
Memoranda of Understanding:
grundsätzlich sollte der Abschluß von neuen MoU äußerst restriktiv gehandhabt werden
Fachbereichspartnerschaft:
folgende zusätzliche Kriterien sind zu beachten:
Gesamtuniversitäre
Partnerschaft:
folgende zusätzliche Kriterien sind zu beachten:
2) RICHTLINIEN FÜR DIE KÜNFTIGE VERGABE DER UNIVERSITÄREN AUSLANDSMITTEL
Einleitung:
Die zur Zeit vom Zentrum für internationale Beziehungen verwalteten "MITTEL
ZUR FÖRDERUNG DER AUSLANDSBEZIEHUNGEN DER ÖSTERREICHISCHEN
UNIVERSITÄTEN" umfassen folgende Töpfe:
Während die Ansätze 3) und 4) ausschließlich für ordentliche Studierende und Graduierte mit EU- bzw. EWR- Staatsbürgerschaft, die an der Universität für Bodenkultur zugelassen sind, verwendet werden (Diplomanden und Dissertanten) [4) darüberhinaus auch für Universitätsangehörige im Habilitationsstadium], stehen die Töpfe 1) und 2) UniversitätslehrerInnen (mit Dienstverhältnis zur Universität) zur Verfügung und werden ab sofort nach folgenden Kriterien vergeben:
Allgemeine Mittel zur Förderung der Auslandsbeziehungen der Universitäten:
Mittel zur Anbahnung und Durchführung von Partnerschaftsabkommen:
Hinsichtlich der Höhe der Förderung gelten folgende Richtsätze:
| für Aufenthalte in Europa: | 900 Euro.- |
| für Aufenthalte außerhalb Europas: | 1.500 Euro |
| bis zu 1 Woche | Tagessätze in Höhe von 70 Euro |
| bis zu 1 Monat | max. 1.500 Euro |
| für mehrmonatige Aufenthalte | max. 2.000 Euro |
Insbesondere soll auf 3 Regelungen hingewiesen werden, die für die zukünftige Vergabe dieser Förderungen entscheidend sein werden:
Abwicklung:
Die Antragstellung erfolgt über das ZIB und wird zur Begutachtung und
Entscheidung der Vizerektorin für Lehre und Internationales / dem
Rektor übermittelt. Bei positiver Begutachtung wird dem
Internationalen Gremium in der nächstfolgenden Sitzung eine Liste
aller bewilligten Aktivitäten vorgelegt.
Nach Durchführung der betreffenden Auslandsaktivität ist dem
ZIB ein Bericht vorzulegen. Um größtmögliche Effizienz bei
der Vergabe der Internationalen Mittel zu gewährleisten, soll vom ZIB
einmal pro Jahr ein Follow-up sämtlicher im Jahr zuvor durch
universitäre Mittel geförderten Auslandsaktivitäten von
BOKU-Wissenschaftern durchgeführt werden. Das Resultat dieser
Erhebung soll als Grundlage für die weitere Vergabepraxis dienen.
3) ANSÄTZE UND BEITRÄGE ZU EINER NATIONALEN UND INTERNATIONALEN IMAGE-PFLEGE VON BOKU-LEHRE UND -FORSCHUNG
1.
Diplomarbeiten bzw. Magisterarbeiten gehören zur Ausbildung und
stellen einen Befähigungsnachweis über die Handhabung
etablierter Methoden bei der Bearbeitung eines mehr oder weniger
praktischen Problems dar. Im optimalen Fall werden Methoden
(weiter)entwickelt bzw. wissenschaftlich hochkarätige Ergebnisse
vorgelegt. Inzwischen gibt es seit der letzten Novelle der Studienpläne
Module zur Spezialisierung. Im Rahmen der verschiedenen Mastercurricula
werden zusätzliche noch weitergehende Vertiefungen in einen
Fachbereich ermöglicht (und im Diploma-Supplement dokumentiert) -
diese Spezialisierungsangebote sind zu nutzen.
Dissertationen müssen eigenständige wissenschaftliche
Forschungsansätze beinhalten und sollten einem internationalen
Publikum zugänglich gemacht werden (vorzugsweise durch Publikation
der Ergebnisse in Zeitschriften mit Peer-Review-System). Der hohe Anteil
an Erstautorenschaft ist nachzuweisen
2.
Das ergibt sich schon weitgehend bei im Ausland durchgeführten
Diplomarbeiten, sodass sich hierbei Anregungen und Erfahrungen aufgreifen
lassen. Außerdem kommt es dabei auch meist zu doppelter Bewertung
der Diplomarbeit, und zwar nicht nur über eine einfache Punkte- oder
Noten-Zuerkennung, sondern in schriftlich-gutachtlicher Form: Es wird
deshalb empfohlen, die Beurteilung unserer Diplomarbeiten künftig
ebenso wie jene der Dissertationen zu handhaben. Das wird nicht nur den
Informationsfluss an der BOKU fördern und stärker rückkoppeln,
sondern uns diesbezüglich auch näher an internationale Standards
(zB an jene für Marie-Curie-Stipendien bzw. an die von
Habilitationen) heranführen.
3.
Ein anderer Ansatz ist in der bereits oben angeregten Netzwerkbildung
BOKU-intern (bzw. mit BOKU-Dominanz oder wenigstens stärkerer Präsenz,
z. B. bei EU-Projekten) zu sehen: auf diesem Wege können nicht nur
BOKU-intern Informationsfluss, Bewusstheit und Corporate Identity
interdisziplinär erheblich verbessert, sondern auch international
Ansehen und Kompetenz deutlich erhöht werden. Dem kommt die seit 1999
vom Rektor eingerichtete "Forschungsstimulierung BOKU-interdisziplinär"
stark entgegen.
4.
Verstärkte Präsenz der Forschungsaktivitäten, von
Gastprofessor(inn)en usw. in der BOKU-Broschüre oder in der BOKU
Forschungsdatenbank sind dann nur ein konsequentes Mittel zu
entsprechender Selbstvermarktung (und sollten nicht mehr länger, wenn
auch wohl nur vereinzelt, als zu lästig angesehen werden).
5.
Das gilt auch, wenn man an der BOKU versuchen (und empfehlen) sollte, für
eine Reihe besonders progressiver bzw. problemorientierter Fachbereiche
Kplus-Kooperationen bzw. "Centers of Excellence" zu entwickeln
und in der Forschung hier auch den interdisziplinären Konnex
international auszubauen, z.B. durch die Einrichtung von
Wissenschaftskollegs. Wesentlich in diesem Zusammenhang erscheint es, sich
regelmäßig einer externen/internationalen Evaluierung (auch in
der Forschung) zu unterziehen, um daraus diesbezügliche Anreize und
Anregungen zu beziehen
6.
In Hinblick auf eine solche Evaluierung, aber auch auf die
Leistungsvereinbarung sind Qualitätssicherungsmaßnahmen
weiterzuentwickeln. Evaluierung darf sich nicht nur auf die
Lehrveranstaltungsevaluierung beschränken, sondern muss in ein
gesamtuniversitäres Qualitätsmanagementsystem eingebettet sein.
7.
Die bisher erläuterten Möglichkeiten machen deutlich, dass eine
"Internationalisierungsstrategie" nicht (nur) eine externe oder
abgehobene Angelegenheit ist, sondern gesamt-universitär aufgegriffen
werden muss, will/soll sie auch nach außen das BOKU-Image verbessern
helfen. Das Schlagwort "Internationalisation at Home"
verdeutlicht diesen Aspekt der gesamtuniversitären Dimension: durch
Einladung von GastprofessorInnen, Abhaltung von internationalen
Lehrveranstaltungen (Intensivprogrammen, Videokonferenz-Seminaren,
Lehrveranstaltungen mit Beteiligung von Gaststudierenden), aber auch durch
Kontakte mit ausländischen Lehrenden und Studierenden im
Verwaltungsbereich entsteht eine internationale Atmosphäre, die
sowohl BOKU-intern als auch nach außen wirkt und den Ruf der BOKU
als "internationale Vorreiterinstitution" festigt.
Last Update: September 2003, Internationales Gremium / ZIB ZIB