Im Zuge
dieses Projektes werden 3 Themenbereiche behandelt:
| 1 | Wasserverkauf: | Prozess 1: Zählerablesung und Verbrauchsabrechnung | ||||||
| Prozess 2: Zählertausch | ||||||||
| 2 | Leitungsbau: | Prozess 3: Neuerrichtung von Haupt- und Versorgungsleitungen | ||||||
| Prozess 4: Herstellung eines Hausanschlusses | ||||||||
| Prozess 5: Rehabilitation von Haupt- und Versorgungsleitungen | ||||||||
| Prozess 6: Erneuerung von Hausanschlussleitungen | ||||||||
| 3 |
Netzbetrieb & Instandhaltung: |
Prozess 7: Wasserverlustmanagement und Leckkontrolle | ||||||
| Prozess 8: Netzinspektion |
| Prozess 1: Zählerablesung und Verbrauchsabrechnung |
Ziel dieses Prozesses ist die Analyse aller Tätigkeiten (mit den dabei entstehenden Kosten), die für die Zählerablesung und die anschließend erfolgende Verbrauchsabrechnung anfallen. Dazu gehört die Kundeninformation über die bevorstehende Zählerablesung (ev. Terminabstimmung), die Ablesung der Zähler (durch Personal der Wasserversorgungsunternehmen, Selbstablesung durch die Kunden oder eine Funkzählerauslesung) sowie ev. ergänzend durchzuführende Ablesungen bzw. die Weiterverarbeitung eingehender Selbstablesungen (z. B. Postkarten oder online-Auswertung). In weiterer Folge wird die Vorgehensweise bei der Rechnungsstellung, sowie die Durchführung von Mahnverfahren untersucht. Der Prozess wird mit der Verbuchung der eingehenden Rechnungsbeträge abgeschlossen. Ziel ist es, unterschiedliche Ablese- und Abrechnungsmethodiken zu vergleichen und auf Basis der Ergebnisse für jeden Betrieb eine optimale (kostengünstigste) Vorgehensweise zu finden (in Abhängigkeit von den jeweiligen Rahmenbedingungen – z. B. Tourismusgebiete, Großstädte mit rollierender Ablesung etc.).
| Prozess 2: Zählertausch |
Mit diesem Prozess werden alle mit dem routinemäßigen Zählertausch (mindestens alle 5 Jahre) anfallenden Tätigkeiten untersucht. Der erste Schritt für den Zählertausch ist eine Kundeninformation und die Terminvereinbarung (Postkarte oder Telefonat). Der eigentliche Zählertausch kann entweder durch Mitarbeiter des Wasserversorgungsunternehmens oder durch eine Installationsfirma (Fremdvergabe) erfolgen. Auch im Falle einer Fremdvergabe können die Kosten für den Tausch eines einzelnen Zählers leicht ermittelt werden. Des Weiteren zählen aber auch die gesamte Zählerverwaltung (EDV-mäßige Verwaltung in Datenbank) und die Planung von Zählerwechsel zu diesem Prozess.
| Prozess 3: Neuerrichtung von Haupt- und Versorgungsleitungen |
Dieser Prozess
untersucht sämtliche zur Errichtung neuer Haupt- oder Versorgungsleitungen
erforderlichen Tätigkeiten mitsamt den dabei anfallenden Kosten. Beginnend mit
den Planungs- und Ausschreibungsarbeiten (ev. Fremdvergabe z. B. an
Ingenieurbüro), erfolgt nach der Vergabe die Bauausführung. Es werden die
Errichtungskosten je Laufmeter Leitung in Abhängigkeit unterschiedlicher
Randbedingungen (Straßenbereich oder Grünland) und für verschiedene
Rohrdimensionen ermittelt. Dabei spielt es in der Kostenermittlung keine Rolle,
ob der Leitungsbau durch Fremdfirmen oder durch eigenes Personal erfolgt (häufig
werden Erdarbeiten fremdvergeben und Installationsarbeiten vom WVU
durchgeführt). Zu diesem Prozess zählt zudem die Dokumentation der errichteten
Leitungen in Bestandsplänen bzw. im GIS und in der Anlagenbuchhaltung.
Hinsichtlich der Verbuchung gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen bei den
Wasserversorgern. Vor allem kleinere kommunale Versorger verbuchen z. T. alle
getätigten Investitionen als laufenden Aufwand, während Kapitalgesellschaften in
der Regel alle, oder zumindest einen Großteil ihrer Investitionen aktivieren.
Die Errichtung von Hausanschlussleitungen wird in einem eigenen Prozess
untersucht.
| Prozess 4: Herstellung eines Hausanschlusses |
Der Prozess untersucht die Tätigkeiten mitsamt den dabei anfallenden Kosten im Zusammenhang mit der Herstellung von Hausanschlüssen. Der Prozess beginnt mit der Anfrage des Kunden beim Wasserversorgungsunternehmen, einer Kundeninformation und der Terminvereinbarung. Die weiteren Tätigkeiten von Seiten des WVU sind die Errichtung des Hausanschlusses bzw. bei bereits vorverlegter Leitung der Anschluss an die Versorgungsleitung (meist mittels Anbohrschelle) und die Installation des Wasserzählers, welcher zugleich das Ende der Hausanschlussleitung darstellt. Als letzter Schritt erfolgt die Dokumentation des erstellten Hausanschlusses im Planwerk (bzw. im GIS) und in der Anlagenbuchhaltung.
| Prozess 5: Rehabilitation von Haupt- und Versorgungsleitungen |
Dieser Prozess beginnt mit der Rehabilitationsplanung und der Festlegung mittel- und langfristiger Erneuerungsmaßnahmen. Dieser Schritt erfolgt erfahrungsgemäß in sehr unterschiedlicher Weise. Während zahlreiche größere Wasserversorgungsunternehmen bereits EDV-gestützte Programme, die auf Basis langjähriger Schadensstatistiken arbeiten, verwenden, entscheiden v. a. kleinere Werke häufig „aus dem Bauch heraus“ oder in Abhängigkeit anderer Baumaßnahmen (z. B. Kanal), welche Leitungen wann erneuert werden. Die weiteren zu analysierenden Prozessabläufe sind ähnlich dem Prozess 3 (Neuerrichtung von Haupt- und Versorgungsleitungen). Neben den Kosten für Planungs- und Ausschreibungsarbeiten werden die Errichtungskosten je Laufmeter Leitung in Abhängigkeit unterschiedlicher Randbedingungen (Straßenbereich oder Grünland) und für verschiedene Rohrdimensionen aber auch für unterschiedliche Verfahren (z. B. Leitungsaustausch oder verschiedene Sanierungsverfahren, wie z. B. Innenauskleidung von bestehenden Leitungen mit Zementmörtel oder Relining) ermittelt. Neben der Planungs- und Bauleistung wird auch die Dokumentation der durchgeführten Rehabilitationsmaßnahmen in Bestandsplänen bzw. im GIS und in der Anlagenbuchhaltung analysiert.
| Prozess 6: Erneuerung von Hausanschlussleitungen |
Dieser Prozess untersucht sämtliche Tätigkeiten mitsamt den dabei anfallenden Kosten im Zusammenhang mit der Erneuerung von Hausanschlussleitungen. Der Prozess beginnt mit der Rehabilitationsplanung und der Festlegung mittel- und langfristiger Erneuerungsmaßnahmen von Hausanschlüssen. Diese erfolgen häufig im Zusammenhang mit den Rehabilitationsmaßnahmen an Versorgungsleitungen, aber auch unabhängig davon über diverse Sondermaßnahmen, wie beispielsweise der Austausch von Bleileitungen. Neben der Planungsphase werden auch die Phasen der Bauausführung und der Dokumentation der erneuerten Hausanschlüsse im Planwerk bzw. im GIS und in der Anlagenbuchhaltung analysiert.
| Prozess 7: Wasserverlustmanagement und Leckkontrolle |
Der wahrscheinlich komplexeste Prozess im gegenständlichen Vorhaben beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Vorgehensweisen im Bereich des Wasserverlustmanagements und der Leckkontrolle. Dabei sollen nicht nur die unterschiedlichen Praktiken mit den damit verbundenen Aufwendungen untersucht werden, sondern diese Aufwendungen auch dem Erfolge der Praktiken gegenübergestellt werden. Ein weiteres Ziel ist die betriebsspezifische Abschätzung des „economic level of leakage“, also jener Wasserverlustrate, bei der weitere Maßnahmen zur Reduktion der Verluste unwirtschaftlich sind. Als Basis für diesen Prozess sollte eine Wasserbilanz, die eine hohe Genauigkeit aufweist, vorliegen. Ein weiterer Aspekt wird sich daher mit den Methoden zur Erlangung möglichst exakter Einspeise- und Verbrauchsdaten beschäftigen (Stichwort Zonenmessungen, Optimierung der Verbrauchsablesung, online Messungen der Einspeisemengen).
| Prozess 8: Netzinspektion |
Netzinspektionen
sind vorbeugende und turnusgemäße Maßnahmen, z. B. Sichtkontrollen für das
Vorhandensein und die Lesbarkeit von Hinweisschildern, Funktionsprüfung von
Armaturen (z. B. Gängigkeit und Dichtheit), Überprüfungen kathodischer
Korrosionsschutzanlagen, Zustandskontrollen von Schächten aller Art sowie bei
der Inspektion durchgeführte kleinere Wartungsmaßnahmen, wie Reinigen und
Schmieren. Die zu analysierenden Tätigkeiten richten sich nach den Vorgaben der
ÖNORM B 2539 bzw. des ÖVGW Regelblattes W 59 (Kap.3.4).
Der Prozess beginnt mit der Planung der Inspektions- und Wartungsmaßnahmen auf
der Grundlage einer Netzanalyse. Neben den eigentlichen Tätigkeiten der
Inspektion zählen aber auch die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen sowie
die weitere Verwaltung in einer Datenbank zum Zwecke der Planung zukünftiger
Inspektionsmaßnahmen zum Prozess. Erfasst werden sowohl die durchgeführten
Maßnamen, wie auch die zugehörigen Aufwendungen.
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