Dezentrale Kompostierung in Addis Abeba, Äthiopien


Details zum Klimaschutzprojekt

  • Organischer Abfall wird aktuell nur unzureichend verarbeitet und erzeugt THG-Emissionen
  • Dank dem Projekt werde jährlich rund 8.000 Tonnen organischer Abfall kompostiert
  • pro Jahr werden dadurch rund 200 t CO2 kompensiert
  • Das Pilotprojekt soll ein Startschuss für viele weitere dezentrale Kompostierungsprojekte sein
  • Projekt nimmt auch einen wichtigen Empowerment-Faktor vor Ort ein

Die Lage

Projektbeschreibung

Die Abfallentsorgung stellt in Äthiopien eine große Herausforderung dar. Mangelndes Mülltrennen, geringe Recyclingbemühungen und unzureichende Deponierung führen dazu, dass viele Abfälle unbehandelt bleiben und eine Umweltbelastung darstellen. Ein Großteil der Abfälle bleibt dabei am Straßenrand liegen oder wird verbrannt. Eine wertvolle Ressource wird damit vergeudet. Denn 50 bis 60% der Abfälle sind organischen Ursprungs und könnten für Kompostierungsprozesse herangezogen werden. Über das Projekt in Addis Abeba wird aus dem städtischen, organischen Abfall wertvoller Kompost gewonnen. Damit wird nicht nur eine erhebliche Menge CO2 gebunden, sondern es wird gleichzeitig qualitativ hochwertiger Kompost gewonnen, der in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann und den Böden wichtige Nährstoffe zuführt. Dieser wertvolle Output kann damit auch zu einer Verbesserung der Bodenqualität und damit der Ernährungssituation in der Region führen.

Ziel ist es, dass in Addis Abeba jährlich rund 8.000 t organischer Abfall gesammelt und zu Kompost verarbeitet werden. Pro Jahr können so etwa 200 t CO2 kompensiert werden. Der gesammelte Abfall wird in einer im Rahmen des Projektes in Betrieb genommenen Kompostierungsanlage verarbeitet. Haushalte, Abfallsammler und andere Stakeholder werden geschult wie sie den organischen vom restlichen Abfall trennen und richtig sammeln. Lokale Arbeitskräfte werden ausgebildet und lernen wie sie den Kompostierungsprozess überwachen und welche Schritte sie setzen müssen, um eine gute Kompostqualität zu erreichen. Der gewonnene Kompost wird in der Folge als hochwertiges Düngemittel verkauft und
bietet den beteiligten lokalen Akteuren ein gutes Einkommen und sichere Arbeitsbedingungen. Durch die starke Einbindung von alleinstehenden Frauen nimmt das Projekt auch einen wichtigen Empowerment-Faktor vor Ort ein.

Das Pilot-Projekt hat einen Schaugarten und soll ein Startschuss für viele weitere dezentrale Kompostierungsprojekte in ganz Äthiopien sein und dazu beitragen ein Netzwerk zu schaffen, dass als Basis für den Wissens- und Erfahrungsaustausch dient und dazu beiträgt ein CO2 armes Abfallmanagement in Äthiopien zu etablieren. Das Projekt zeigt sehr schön, dass das BOKU CO2-Kompensationssystem mehr bietet als nur Treibhausgasemissionen zu kompensieren. Durch die enge Kooperation der BOKU mit lokalen Akteuren soll eine Win-Win-Situation geschaffen
werden. Vor Ort werden neue positive Impulse gesetzt von denen die lokalen Personen langfristig profitieren. Und gleichzeitig liefert das Projekt als Good-Practice-Beispiel wichtigen Input in Forschung und Lehre an der BOKU indem neue Erkenntnisse rund um das Thema des dezentralen Abfallmanagements gewonnen werden.

Das Projekt in aller Kürze

STANDORT
Äthiopien, Addis Abeba

PROJEKTTYP
Dezentrales Abfallmanagement

EMISSIONSREDUKTION
200 t CO2 pro Jahr

SITUATION OHNE PROJEKT
Organischer Abfall wird nicht verarbeitet
und erzeugt THG-Emissionen

ZIEL
Kompostierung von jährlich rund 8.000 t
organischem Abfall

PROJEKTSTART
Anfang 2016

PROJEKTKOSTEN
35.000€ pro Jahr

KOSTEN PRO TONNE CO2
65€ - möglich durch Co-Finanzierung
der BOKU

WER KANN SICH BETEILIGEN?
Privatpersonen und Betriebe die ihre
CO2-Emissionen kompensieren wollen

JEDER KÄUFER
erhält ein Spenderzertifikat

Das Projekt wird im Rahmen des BOKU
CO2-Kompensationssystems gefördert