Aufforstung und natürliche Wiederbewaldung in Nord Gondar, Äthiopien


Details zum Klimaschutzprojekt

  • CO2 Bindung durch Aufforstung, ca. 5250 Tonnen CO2 in 30 Jahren
  • Überführung von einer Brachfläche in einen ungleichaltrigen,
    stabilen Niederwald
  • Starke Partizipation und Nutzung von lokalem Wissen
  • Gleichzeitige natürliche Verjüngung von lokal vorhandenen
    Bäumen und Deckung lokaler Bedürfnisse
  • Steigerung der Biodiversität , Wasser- und Bodenschutz

Die Lage

Projektbeschreibung

Um den Problemen der Entwaldung in Äthopien zu begegnen, hat das Klimaschutzprojekt in Nord Gondar einen andauernden partizipativen Prozess mit den lokalen Stakeholdern vor Ort begonnen: gemeinsam mit den LandnutzerInnen werden passende Flächen und Baumarten ausgesucht. Auszäungsgebiete (Exclosures) werden als gemeinsame Ressource der Gemeinde charakterisiert und Methoden zur nachhaltigen Nutzung erarbeitet und praktiziert. Die kontrollierte Aufforstung und das Ermöglichen von natürlicher Regeneration bindet CO2 in Biomasse und Boden. Wenn das Exclosure eine ausreichende Stabilität vorweist sind auch jährliche Entnahmen von Holz im Nutzungsplan vorgesehen. Die Holzentnahmen dürfen jedoch im Durchschnitt nicht größer als der natürliche Zuwachs sein. So kann sich ein nachhaltiges Nutzungsschema entwickeln und die bepflanzte Fläche wird in einen stabilen Niederwald überführt. Dies führt letztendlich zu einer nachhaltigen Agro-Forstwirtschaft. Das Ziel ist, das in etwa 30 Jahren ein 30 ha großer Wald entsteht, der mindestens 5.250 Tonnen CO2 an oberirdischer Biomasse einspeichert. Angestrebte zusätzliche Ziele sind:


• die Deckung lokaler Bedürfnisse (Holz, Viehfutter, Einkommen durch
„Non Timber Forest Products“ wie Honig, Samen, Harze etc.)
• die natürliche Verjüngung lokal vorhandener Bäume
• die Steigerung der Biodiversität
• sowie Wasser- und Bodenschutz.


BOKU Institute begleiten das Projekt durch intensive Forschung und überwachen im Rahmen eines Monitoringprozesses die tatsächlich erzielte Kohlenstoffspeicherung. Durch das Klimaschutzprojekt wird ein Weg aufgezeigt wie dem Problem
der Entwaldung in Äthiopien gemeinsam entgegengetreten werden kann und gleichzeitig, wie die lokale Bevölkerung durch ein gemeinsam erarbeitetes nachhaltiges Nutzungsschema, davon profitiert.

Im Laufe der Jahre sollte das neue Nutzungssystem immer stabiler werden. So erlaubt die Brennholznutzung die Substitution von Dung (der zur Zeit zum Heizen eingesetzt wird) was wiederum die Erträge in der Landwirtschaft fördert. Auch ist das Heizen mit Holz gesünder als das Heizen mit Dung und es entfallen mögliche Kosten zur Behandlung von Krankheiten. Um dieses Projekt umzusetzen gehen wir für die gesamte 30 jährige Laufzeit von 131.600 € an Projektentwicklungskosten aus.

Das Klimaschutzprojekt setzt auf einem bestehen BOKU Forschungsprojekt - Role of exclosures for increased productivity and diversity of rural landscapes in north Gondar, Ethiopia – am Institut für Waldökologie unter der Leitung von Prof. Georg Gratzer auf, welches eine 2 ha große Gemeinschafts Pilot Aufforstung in Nord Gondar partizipativ umgesetzt und erforscht hat. Mit Ihrer Unterstützung kann das bestehende 2 ha große Pilotprojekt um 30ha erweitert werden.

Gerade das Projekt zeigt, dass das BOKU CO2-Kompensationssystem mehr bietet als nur Treibhausgasemissionen zu kompensieren. Aufbauend auf einer Dissertation wurde das Projekt in Ätiopien in intensiver partizipativer Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung umgesetzt. Daraus enstand eine Win-Win-Situation: Vor Ort werden neue positive Impulse gesetzt von denen die 260 betroffenen Haushalte langfristig profitieren. Gleichzeitig liefert das Projekt als Good-Practice-Beispiel wichtigen Input in Forschung und Lehre an der BOKU. Das spiegelt sich auch im wissenschaftliche Output wider, der generiert wurde: zahlreiche Diplomarbeiten, über 10 Bachelorarbeiten, Beiträge in wissenschaftlichen Papers und mit CARBO-Part ein interessantes Nachfolgeprojekt. Diese direkte Einbindung der BOKU Institute garantiert nicht nur hohe Qualität sondern bietet Nachwuchsforschern die Chance sich mit konkreten Klimaschutzprojekten zu beschäftigen.

Das Projekt in aller Kürze

STANDORT
Äthiopien, Region Nord Gondar

PROJEKTTYP
Aufforstung und Waldschutz

EMISSIONSREDUKTION
5.250 t CO2 in 30 Jahren

SITUATION OHNE PROJEKT
Entwaldete Region, Überweidung und
kein Aufkommen von Bäumen

ZIEL
Überführung von 30ha Brachflächen in
ungleichaltrigen, stabilen Niederwald

PROJEKTDAUER
Start 2012 partizipative Prozesse
10.000 Baumpflanzungen in Jahr 2015
Begleitung über 30 Jahre

PROJEKTKOSTEN
131.600€

KOSTEN PRO TONNE CO2
25€

WER KANN SICH BETEILIGEN?
Privatpersonen und Betriebe die ihre
CO2-Emissionen kompensieren wollen

JEDER KÄUFER
erhält ein Spenderzertifikat

Das Projekt wird im Rahmen des BOKU
CO2-Kompensationssystems gefördert

Weiterführende Literatur

Die kontrollierte Aufforstung und das Ermöglichen von natürlicher Regeneration bindet CO2 in Biomasse und Boden. Für die Berechnung der CO2 Speicherung dieser Projekte wurde unter der Klimarahmenkonvention die CDM Methodologie AR-AM0003 entwickelt. Die Berechnung der CO2 Speicherung des 30ha Projektes lehnt sich methodisch eng an die CDM Methodologie an. Die jeweiligen Standards bzw. so genanten Projekt Design Documents ähnlicher Aufforstungsprojekten in Äthiopien finden sie hier zum download:


CDM Methodologie AR-AM0003
Hier als pdf zum download
Online verfügbar: http://cdm.unfccc.int/methodologies/DB/U3WW9YEC2X333WW8CPVQ6CGVY6IBPJ/view.html

Climate, Community & Biodiversity Alliance (CCBA) Standard
Hier als pdf zum download
Online verfügbar: http://www.climate-standards.org/standards/index.html

CDM Projekt 2712: Humbo Ethiopia Assisted Natural Regeneration Project (projekt design document)
Hier als pdf zum download
Online verfügbar: http://cdm.unfccc.int/Projects/DB/JACO1245724331.7/view

CCBA Projekt: Abote Community-Managed Reforestation Project (projekt design document)
Hier als pdf zum download
Online verfügbar: http://www.climate-standards.org/projects/