Electronic Mail unter Unix (elm)



EDV-Zentrum der Universität für Bodenkultur

H. Partl

November 1992


ELECTRONIC MAIL

unter Unix

Inhalt

Allgemeines:

Die ganze Welt am Arbeitsplatz

Internet

Was ist Electronic Mail?

Server

Mailing-Listen

Beispiel für Electronic Mail

Beispiel für eine Mailing-Liste

Alternativen zu Electronic Mail:

FTP am Internet

Telnet am Internet

Network News

Electronic Mail mit dem Programm elm:

Voraussetzungen

Aufruf

Haupt-Menü

Senden eines Briefes

Benachrichtigung über angekommene Briefe

Übersicht über angekommene Briefe

Lesen von Briefen

Beantworten eines Briefes

Weiterleiten eines Briefes

Aufbewahren und Drucken eines Briefes

Löschen eines Briefes

Lesen von alten Briefen

sonstige elm-Funktionen

Optionen im elmrc-File

Beispiele für Alias-Vereinbarungen

Electronic Mail mit dem Programm mailx:

Lesen von Briefen

Senden von Briefen

weitere Informationen

Electronic Mail an der BOKU:

Mail-Server und Unix-Rechner

Zugriff vom eigenen PC

Mailboxes und Mail-Adressen an der Boku

Adressierung Ihrer Mail-Partner

Die ganze Welt am Arbeitsplatz

Das Internet macht es möglich: Sie können vom PC auf Ihrem Schreibtisch aus Tausende Computer und Millionen Menschen rund um den Erdball erreichen und mit Wissenschaftlern in aller Welt kooperieren!

Das lokale Netz unserer Universität verbindet alle angeschlossenen PCs und Rechner so, daß Sie von Ihrem Arbeitsplatz aus alle Rechner unserer Universität erreichen können.

Unser lokales Netz ist außerdem über Standleitungen mit anderen Universitäten und mit den österreichischen und internationalen Weitverkehrsnetzen verbunden (Internet, EARN, Bitnet usw.). Sie können daher von Ihrem PC oder Ihrer Unix-Workstation aus nicht nur unsere Rechner sondern auch unzählige andere Rechner im In- und Ausland erreichen.

Umgekehrt können auch Wissenschaftler in aller Welt unsere Rechner erreichen und "elektronische Post" an uns senden.

Internet

Unser lokales Netz ist in das Internet eingegliedert. Dieses Computer-Netzwerk hat sich seit einem Jahrzehnt aus Projekten des US-Verteidigungsministeriums entwickelt und ist heute das weitaus größte internationale Datennetz im Bereich von Forschung und Lehre. Ihm gehören die meisten Universitäten, aber auch andere staatliche Institutionen sowie kommerzielle Firmen an.

In den letzten Jahren hat sich Internet auch in Europa sehr stark verbreitet. Derzeit sind etwa eine halbe Million Computer mit mehreren Millionen Benutzern am Internet angeschlossen.

Über sogenannte "Gateways" ist das Internet auch mit anderen Netzen wie z.B. EARN, Bitnet, Janet u.a. verbunden.

Das Internet ist eigentlich eine Vereinigung von vielen Netzen; eines davon ist das lokale Netz unserer Universität. Die Gesamtheit dieser Netze erscheint für den Benutzer aber wie ein einheitliches Netz mit einer einheitlichen Software, die auf TCP/IP aufbaut.

Der Zugriff auf die angeschlossenen Computer kann prinzipiell auf zwei Arten erfolgen:

-   direkter interaktiver Zugriff mit TELNET und FTP, oder

-   zeitlich versetzter Informations-Austausch mittels "Electronic Mail".

TELNET und FTP

TELNET und FTP funktionieren analog zu Telephon und Telefax: Beide beteiligten Computer und alle für die Verbindung notwendigen Zwischenstationen müssen gleichzeitig aktiv sein. Die Verbindung erfolgt so wie zu den lokalen Rechnern, nur mit langsameren Antwortzeiten je nach der Leistungsfähigkeit der Verbindungsleitungen und der Belastung des Netzes.

Electronic Mail

Electronic Mail läuft analog zur Brief-Post ab: Die Weitergabe der Daten erfolgt "im Hintergrund" über "Warteschlangen" (Queues). Sie funktioniert daher auch über langsamere Verbindungen und auch dann, wenn die beteiligten Computer oder Verbindungen vorübergehend außer Betrieb sind.

Bewilligungen

Um auf einem (fremden) Rechner TELNET und FTP zu verwenden, braucht man eine Rechen-Bewilligung auf diesem Rechner. Es gibt aber spezielle Rechner (File-Server, Archive, Datenbanken für verschiedene Fachgebiete), bei denen FTP auf bestimmte Files "anonym", d.h. ohne Angabe eines Paßworts erlaubt ist. Informationen über solche frei zugängliche Archive erhält man von Fachkollegen oder aus Fachzeitschriften.

Für Electronic Mail ist keine spezielle Bewilligung notwendig, man muß nur die "elektronische Adresse" des Partners kennen.

Was ist Electronic Mail?

-   Möchten Sie enger mit Fachkollegen im In- und Ausland zusammenarbeiten, ohne hohe Reisekosten und Tagungsgebühren bezahlen zu müssen?

-   Wollen Sie über alle Neuigkeiten in Ihrem Fachgebiet immer sofort informiert werden?

-   Dauert Ihnen der Brief- oder Disketten-Transport durch die Post manchmal zu lange?

-   Haben Sie beim Telephonieren in die USA oder nach Japan Probleme mit der Zeitverschiebung oder mit dem schwer verständlichen Akzent Ihres Partners?

-   Ärgern Sie sich manchmal über Kollegen, die telephonisch schwer erreichbar sind?

-   Stört es Sie, daß telephonische Anfragen oft gerade dann kommen, wenn Sie etwas anderes erledigen wollen, und nicht dann, wenn Sie genügend Zeit zur Beantwortung hätten?

In solchen Situationen kann "Electronic Mail" (kurz E-Mail) die Lösung für Sie sein.

Diese "elektronische Post" funktioniert tatsächlich so ähnlich wie konventionelle Brief-Post, nur im allgemeinen schneller:

-   Der Absender erzeugt den "Brief" (ein Text-File) auf seinem Computer und versieht es mittels der Mail-Software mit einem "Kuvert" (Mail-Header), auf dem er die Adresse des Empfängers (To:) und eine kurze Themen-Angabe (Subject:) angibt. Die Absender-Adresse (From:) und das Datum (Date:) werden von der Mail-Software automatisch hinzugefügt.

-   Der Absender kann sich nun mit anderen Dingen beschäftigen. Der Computer sendet den Brief inzwischen zum Nachbar-Computer und über diverse Netz-Verbindungen immer weiter, bis er am Ziel-Computer anlangt und dort im "Brieffach" (Mailbox) des Empfängers abgelegt (abgespeichert) wird.

-   Wenn der Empfänger das nächste Mal an seinem Computer arbeitet, erfährt er, daß der Brief angekommen ist, und er kann ihn (sofort oder wann er will) mit seiner Mail-Software lesen und eventuell beantworten.

Zu diesem Zweck müssen alle Computer-Benutzer weltweit eindeutige E-Mail-Adressen haben, die etwa so aussehen:

partl@mail.boku.ac.at
h210t8@awibok01.bitnet
infodesk@nag.co.uk
texhax-request@cs.washington.edu
TUG@math.AMS.com

Es ist unter Wissenschaftlern üblich geworden, die E-Mail-Adresse wie die Telephon- und Fax-Nummer auf der Visitkarte und am Briefpapier anzugeben.

Solche Mail-Adressen erlauben den Kontakt zwischen einzelnen Personen. Es gibt darüber hinaus aber noch andere Arten von Mail-Adressen: "Server" und "Mailing-Listen".

Server

Im Falle eines Servers ist der Adressat der Mail nicht ein Mensch, sondern ein Computer-Programm, das den "Brief-Inhalt" als Eingabe bekommt und die Ausgabe ebenfalls über E-Mail an den Absender sendet. Wenn Sie zum Beispiel an einen Server eine Mail senden, die nur das Wort help enthält, bekommen Sie eine Benutzungs-Anleitung zugesendet.

Auch bei manchen Internet-Servern, die in erster Linie für die interaktive Verwendung mit Telnet oder für die File-Übertragung mit FTP gedacht sind, gibt es als Alternative zusätzlich einen Mail-Anschluß. Statt das Terminal stundenlang mit der Datenübertragung zu blockieren, kann man mit dem Server über Electronic Mail verkehren: Man sendet an die Mail-Adresse des Servers "Anfragen" oder "Befehle", kann in der Zwischenzeit andere Aufgaben erledigen und findet schließlich einige Minuten, Stunden oder Tage später die Antwort bzw. die gewünschten Files in seiner Mailbox vor.

Mailing-Listen

Eine wichtige Einrichtung sind "Mailing-Listen" (auch "Distribution Lists" oder "User Groups" genannt), das sind Gruppen von Personen, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren.

Wenn man an eine solche Adresse eine Mail sendet (z.B. eine Anfrage), wird diese an alle Mitglieder der Liste gesendet. Man kann damit sehr rasch eine große Anzahl von Fachleuten erreichen. Wenn nun ein oder mehrere Listen-Mitglieder eine Antwort schreiben, geht diese ebenfalls an alle Mitglieder. Daraus können sich intensive Diskussionen entwickeln. Jeder Teilnehmer bekommt alle Fragen, Antworten, Diskussionsbeiträge usw. zu lesen - das kann einerseits sehr lehrreich und informativ, andererseits aber auch sehr umfangreich werden.

Es gibt Tausende solcher Mailing-Listen und News-Groups. Welche für Sie interessant sind und wie man Teilnehmer wird ("subskribiert"), erfährt man meist von Fachkollegen, in Fachzeitschriften oder aus anderen Mailing-Listen.

Wenn Sie an einer oder mehreren solchen Mailing-Listen teilnehmen, beherzigen Sie bitte die folgenden Regeln ("Netiquette"):

-   Bleiben Sie zunächst einige Wochen nur stiller Leser und nehmen Sie an der Diskussion erst dann aktiv teil, wenn Sie den Experten-Level und den Stil und Umgangston der Liste kennengelernt haben.

-   Verärgern Sie nie Ihre Kollegen, schreiben Sie immer höflich, sachlich und emotionslos.

-   Vermeiden Sie unnötige Mail, die sowohl das Computer-Netz als auch die Arbeitszeit der Leser belastet. Schreiben Sie nur zum Thema der jeweiligen Liste und nur wichtige Fragen, die Sie nicht lokal klären können, sowie nur richtige und gut überlegte Antworten - damit Sie nicht böse Ermahnungen wie RTFM (read the fine manual) oder FAQ (frequently asked question) erhalten.

-   Vermeiden Sie "humorvolle" Bemerkungen, oder kennzeichnen Sie solche Stellen wenigstens mit einem "Smiley" (Doppelpunkt, Minus, Runde Klammer zu, das sieht von rechts wie ein lächelndes Gesicht aus. :-)

Beispiel für Electronic Mail

Hier folgt ein typisches Beispiel dafür, wie "elektronische Briefe" aussehen und was für Beiträge man in Mailing-Listen und Network-News finden kann. Es stammt aus einer Unix-Mailing-Liste (info-unix), die auch als News-Gruppe verteilt wird (comp.unix.questions) und mehrere Tausend Leser hat.

Dieser Brief ist eine Antwort auf eine Anfrage, die einen Tag zuvor mit dem Subject "Global find and replace" an dieselbe List-Adresse gesendet wurde. Der hilfreiche Beantworter zitiert den Text der Anfrage, damit jeder Leser versteht, auf welche Frage er antwortet.

From:     "Jonathan I. Kamens" <jik@athena.mit.edu>
Subject:   Re: Global find and replace, problem solved
Date:     1 Dec 91 04:51:37 GMT

On 30 Nov 91, lcrew@andromeda.rutgers.edu (Louie Crew) wrote:
>
> man program >program.doc
>
> makes a copy of the manual for me to search with vi,
> but it leaves all the ugly control characters in the file,
> making the major terms inaccessible to searches.
>
> Is there a global vi search or a global tr that will clean
> the file completely? Or better, is there a stripper program?

Try "col -b".

See the man page for "col" for more information.

--
Jonathan Kamens           jik@MIT.Edu
MIT Information Systems/Athena     Moderator, news.answers

Die ersten Zeilen (From: usw.) bilden den Mail-Header. Hier sind nur die wichtigsten gezeigt, im allgemeinen gibt es noch mehr solche Header-Zeilen, die einen genau festgelegten Aufbau haben und von der Mail-Software automatisch zum Brief hinzugefügt werden.

Die erste Leerzeile beendet den Mail-Header, danach folgt der eigentliche Brief-Text. Er besteht hier aus dem Zitat der Anfrage, der Antwort und der "Unterschrift" des Absenders.

Beispiel für eine Mailing-Liste

Hier folgt ein typisches Beispiel für die Organisation und Verwendung einer Mailing-Liste im Bitnet. Die angeführten Details entsprechen dem Stand vom März 1992 (Änderungen vorbehalten).

Für Interessenten und Benutzer von Geographischen Informationssystemen (GIS) in Österreich, Deutschland und der Schweiz wurde eine Mailing-Liste "ACDGIS-L" geschaffen, bei der der Mail-Verkehr in deutscher Sprache abläuft (im Gegensatz zur internationalen, englischsprachigen Liste "GIS-L"). Die Themen, die auf dieser Liste behandelt werden, sind vor allem Arc/Info und SPANS sowie Konferenzen und Tagungen.

Eintragung in die Liste:

Wenn Sie an dieser "elektronischen Diskussion" teilnehmen wollen, tragen Sie sich in die Liste ein, indem Sie an die Adresse

listserv@awiimc12.bitnet

eine E-Mail senden, die als Text (nicht im "Subject") nur die Zeile

subscribe acdgis-l Vorname Zuname

enthält. "Listserv" ist ein Server-Programm, das diese Mailing-Liste organisiert, "awiimc12" ist die Bitnet-Adresse des IBM-Rechners am Medizinischen Rechenzentrum in Wien. Ihren Vor- und Zunamen müssen Sie angeben; Ihre E-Mail-Adresse wird vom Server automatisch aus dem From-Feld der E-Mail bestimmt.

Teilnahme an der Liste:

Von da an erhalten Sie alle Fragen, Antworten und Informationen dieser Liste an Ihre eigene Mail-Adresse zugesendet. Sie selbst können nun ebenfalls elektronische Briefe an alle Listen-Teilnehmer senden, indem Sie sie an die Adresse

acdgis-l@awiimc12.bitnet

adressieren. Je nachdem, wie die Mailing-Liste eingerichtet ist, bekommen Sie (der Absender) auch eine Kopie, oder die Mail geht "stillschweigend" nur an alle anderen Mitglieder, aber nicht an Sie selbst.

Austragen aus der Liste:

Wenn Sie nicht mehr an dieser Diskussion teilnehmen wollen (oder bevor sich Ihre E-Mail-Adresse ändert oder Ihre Rechenbewilligung erlischt), müssen Sie sich aus der Liste austragen, indem Sie an die Adresse

listserv@awiimc12.bitnet

eine E-Mail senden, die als Text die Zeile

unsub acdgis-l

enthält.

Bitte, beachten Sie stets den Unterschied zwischen den beiden Adressen:

listserv   ist die Adresse des Servers für die Organisation der Liste (subscribe, unsub, help). Nur was an diese Adresse gesendet wird, wird vom Server verarbeitet.

acdgis-l   ist die Adresse für Information (Fragen, Antworten usw.). Alles, was an diese Adresse gesendet wird, geht an alle Mitglieder der Gruppe.

Diese Namen sind typisch für Mailing-Listen am Bitnet. Bei Mailing-Listen am Internet heißen die Adressen meist "listname-request" für die Organisation und "listname" für die Informationen an alle Mitglieder.

Files:

Eine Sammlung von allen bisher über acdgis-l verteilten Meldungen und von einigen nützlichen Files können Sie mit "anonymous ftp" vom Server wigeo.wu-wien.ac.at mit der Internet-Adresse 137.208.13.10 holen. Dies ist ein Unix-Rechner am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeographie an der WU Wien. Als Username ist "ftp" oder "anonymous" anzugeben, als Paßwort die eigene E-Mail-Adresse. Die Files befinden sich im Directory /pub/acdgis-l (siehe "FTP am Internet").

FTP am Internet

Viele Universitäten (vor allem in den USA) haben die Praxis, die von ihnen entwickelte Software öffentlich zugänglich zu machen ("public domain"). Dazu richten sie auf ihrem Computer einen sogenannten "anonymous ftp account" ein. Das ist ein Plattenbereich, der für anonymen Zugriff (ohne Paßwort) aus dem Netz konfiguriert ist, und wo Software, Daten, Dokumentationen u.a. bereitstehen und kopiert werden können.

Das Angebot ist ausgesprochen vielfältig, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der unterstützten Computer-Plattformen: Unix (insbesondere SunOS) ist sicherlich der absolute Schwerpunkt, aber auch Software für MS-DOS, VAX/VMS, Macintosh und andere wird angeboten. Im allgemeinen steht der Source-Code zur Verfügung, wobei die Sprache C dominiert.

Inhaltlich umfaßt die Palette den gesamten EDV-unterstützten Bereich universitärer Arbeit. Es gibt Compiler, Betriebssysteme, Textverarbeitungs- und Graphik-Utilities und Applikationen, sogar vollständige geographische Informationssysteme.

Wenn man für ein Problem ein Programm zu schreiben gedenkt, ist es daher klug, kurz nachzuforschen, ob nicht schon jemand anderer in der großen weiten Welt etwas Ähnliches gelöst hat. Oft findet man etwas Brauchbares in einem dieser öffentlichen Archive.

Das Hauptproblem in der Praxis ist die unüberschaubare Vielfalt an Servern und dort vorhandener Software. Übersichtliche Inhaltsverzeichnisse sind eher selten. Man ist deshalb meist auf Hinweise von Fachkollegen angewiesen, die schon (mitunter zeitraubende) Erfahrungen mit einschlägigen FTP-Servern gemacht haben.

Mit FTP kann man sich an einem Server einen Überblick über die dort gespeicherten "öffentlichen" Files verschaffen und einzelne Files auf den eigenen Rechner kopieren. Bevor man das tut, sollte man aber fragen, ob nicht schon jemand anderer an unserer Universität diese Files hergeholt hat, damit das internationale Netz und die eigene Arbeitszeit nicht unnötig belastet werden. Je nach der Filegröße kann die Übertragung nämlich einige Minuten oder auch mehrere Stunden dauern!

Der Vorgang funktioniert bis auf die Geschwindigkeit so wie bei der File-Übertragung innerhalb des lokalen Netzes: Man ruft FTP mit der Internet-Adresse des Rechners auf, gibt als Username "anonymous" oder "ftp" und als Paßwort die eigene E-Mail-Adresse an, und kann dann die FTP-Befehle verwenden:

ls, dir, cd, pwd zum Ansehen der Directories,

ascii und binary zum Umschalten in den richtigen Übertragungs-Modus,

get und mget zum Abholen von Files,

bye oder quit zum Beenden der Verbindung.

Genauere Informationen über FTP erhält man mit

man ftp

Telnet am Internet

Die interaktive Verwendung von öffentlichen Servern erfolgt so wie die der Universitäts-Rechner im lokalen Netz mittels telnet oder rlogin, nur daß man wegen der langsameren Verbindung etwas mehr Geduld aufbringen muß.

Ein Beispiel dafür sind die "archie"-Server, auf denen man abfragen kann, zu welchen Fachgebieten auf welchen Internet-Servern öffentliche Software zur Verfügung steht. Es gibt im Internet mehrere parallele Archie-Server; für uns ist der Server "archie.funet.fi" in Finnland zuständig. Er hat die Internet-Adresse 128.214.6.100 und den Username "archie" (ohne Paßwort). Man gelangt sofort in das archie-Programm, und wenn man es mit quit verläßt, wird automatisch Logout gemacht und die Verbindung beendet. Beispiel:

telnet archie.funet.fi
archie
help
<Enter>
<Enter>
quit

Ein anderes Beispiel ist das BIBOS-System am Bibliotheks-Rechner der Universität Wien (Internet-Adresse 131.130.1.5) für Literatur-Recherchen in allen österreichischen Universitäten. Für die Benützung dieses System ist eine Rechenbewilligung (Username und Paßwort) notwendig, die von der Bibliothek der eigenen Universität vergeben wird.

Die Server sind stets so konfiguriert, daß man unter dem öffentlichen Username nur die jeweils dafür vorgesehenen Programme aufrufen kann.

Bei manchen Servern gibt es als Alternative auch einen Mail-Anschluß. Dies ist dann interessant, wenn die direkte interaktive Arbeit mit Telnet oder FTP das Terminal wegen der langsamen Netz-Geschwindigkeit zu lange blockieren würde. Beim Archie-Server können Sie z.B. Befehle an die Mail-Adresse

archie@nic.funet.fi

senden und erhalten dann die Antwort an Ihre Mailbox gesendet.

Usenet News

"Usenet News" sind so etwas wie eine "elektronische Zeitung". Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung von Mailing-Listen.

Wenn eine Mailing-Liste so interessant ist, daß viele Benutzer pro Computer an ihr teilnehmen, dann bedeutet dies, daß jeder Brief der Mailing-Liste über das Netz mehrmals an denselben Computer gesendet und mehrfach auf dem Platten-Speicher des Computers abgelegt werden muß, je einmal für jeden Teilnehmer.

In diesem Fall ist die Verteilung der Informationen als "Usenet News" effizienter: Sie werden an jeden beteiligten Computer nur einmal gesendet und dort in einem öffentlich lesbaren Bereich gespeichert. Jeder Benutzer dieses Computers kann nun alle Informationen, die ihn interessieren, mit dem news-Programm lesen. Die Verwendung aus der Sicht des Benutzers ist sehr ähnlich wie die von Electronic Mail. Er kann zwischen neuen (d.h. von ihm selbst noch nicht gelesenen) und alten Informationen unterscheiden und verschiedene Themengebiete auswählen.

Electronic Mail mit "elm"

Die praktische Verwendung von Electronic Mail (Voraussetzungen, Senden und Empfangen von Briefen usw.) wird im folgenden an Hand der Mail-Software "elm" beschrieben. Die Grundsätze der Vorgangsweise gelten aber auch für alle anderen Mail-Programme.

Für die interaktive Arbeit ist das Programm "elm" empfehlenswert (soferne es am jeweiligen Unix-Rechner zur Verfügung steht). Es zeichnet sich gegenüber anderen Mail-Programmen durch ein relativ leicht zu bedienendes, Menü-gesteuertes Benutzer-Interface aus.

Falls "elm" nicht verfügbar ist, soll stattdessen "mailx" verwendet werden (siehe das entsprechende Kapitel in diesem Handbuch).

Anmerkung: Es gibt verschiedene Versionen von elm. Hier wird in erster Linie die schon etwas ältere elm-Version beschrieben, die Teil des Systems HP-UX an HP-Rechnern ist. Neuere Versionen von elm unterscheiden sich davon in ein paar Details - insbesondere in den Standardwerten für die "Optionen" (siehe 14.). Auf solche Unterschiede wird hier in Anmerkungen oder mittels "oder" hingewiesen.

1. Voraussetzungen

Wenn man mit einem Partner, der am selben Unix-Rechner oder Mail-Server arbeitet, elektronische Post austauschen will, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

-   Beide Partner müssen eine Rechenbewilligung auf diesem Rechner besitzen. Rechenbewilligungen erhält man am EDV-Zentrum (für die zentralen Rechner und den Mail-Server) bzw. beim System-Administrator eines Instituts-Rechners.

-   Jeder Partner muß den Username des anderen auf diesem Rechner kennen. Wenn man nicht den Username sondern nur den Namen kennt, kann man den Username eventuell mit

finger Zuname

in Erfahrung bringen.

-   Beide Partner müssen regelmäßig an diesem Rechner arbeiten und sich über angekommene E-Mail informieren und alle Briefe innerhalb einer angemessenen Zeit lesen und beantworten.

Wenn man mit einem Partner, der an einem anderen Rechner arbeitet, elektronische Post über das Netzwerk austauschen will, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

-   Jeder Partner muß eine Rechenbewilligung auf seinem eigenen Rechner besitzen.

-   Die beiden Rechner müssen an das internationale Netzwerk angeschlossen, für Electronic Mail konfiguriert und mit einem weltweit eindeutigen "Domain-Namen" registriert sein.

-   Jeder Partner muß die komplette Mail-Adresse des anderen (Name, Host, Domain) kennen.

-   Beide Partner müssen regelmäßig an ihrem Rechner arbeiten und sich über angekommene E-Mail informieren und alle Briefe innerhalb einer angemessenen Zeit lesen und beantworten.

2. Aufruf

Der Aufruf für die interaktive Verwendung am Terminal erfolgt mit

elm

Daraufhin erscheint das Haupt-Menü (siehe 3.) und man kann mit der Menü-gesteuerten Arbeit beginnen. Mit dem Befehl q (quit) verläßt man elm wieder.

Mit dem Parameter -f kann man angeben, ob die primäre Mailbox (neue Briefe) oder eine sekundäre Mailbox (alte Briefe, siehe 11. und 12.) verwendet werden soll.

Mit einem Befehl der Form

elm -s "subject" adresse < filename

oder

command | elm -s "subject" adresse

kann man ohne weitere Interaktion ein bestehendes File bzw. die Ausgabe eines Befehls an eine Mail-Adresse senden (siehe 4.). Dies eignet sich auch für Aufrufe innerhalb von Shell-Prozeduren.

Beim jedem Aufruf von elm wird zunächst der Inhalt des Files $HOME/.elm/elmrc ausgeführt, wenn ein solches File existiert. Dies kann dafür verwendet werden, verschiedene Parameter wie z.B. den beim Schreiben von Texten verwendeten Editor, das automatische Einfügen von Unterschriften (signature), das automatische Aufbewahren von Brief-Kopien (copy) usw. festzulegen. Dazu geht man so vor: Zunächst muß das Directory $HOME/.elm angelegt werden. Dann kann man mit dem elm-Befehl o (option) das elmrc-File anlegen und entweder mit dem elm-Befehl o oder durch direktes Editieren des Files die gewünschten Parameter setzen (siehe 14.).

Abkürzungen für Mail-Adressen werden aus Files mit Namen der Form $HOME/.elm/aliases.* gelesen. Diese Files werden mit dem elm-Befehl a (alias, siehe 15.) erzeugt und sollen nicht direkt editiert werden

3. Haupt-Menü

Das Haupt-Menü enthält eine Übersicht über alle in der Mailbox ("Briefkasten") enthaltenen Briefe. Jede Zeile enthält die folgenden Informationen zu einem Brief:

Flag (siehe unten)
fortlaufende Nummer
Datum
Absender
Länge in Zeilen
Subject (Thema)

Die wichtigsten "Flags" sind:

N   (new)     neu angekommen, ungelesen

D   (deleted)     gelöscht (siehe 10.)

Ein Brief ist als "aktuell" markiert. Diese Markierung kann man mit den Tasten j und k um jeweils eine Zeile nach unten bzw. oben verschieben, oder durch Eingabe der Nummer des gewünschten Briefes. Welcher Brief aktuell ist, ist für die meisten Befehle wesentlich.

Im Haupt-Menü kann man alle elm-Befehle eingeben (einfaches Drücken der entsprechenden Taste). Die wichtigsten sind:

Return-Taste   Lesen das aktuellen Briefes (siehe 6.)

r   (reply)     Beantworten des aktuellen Briefes (siehe 7.)

f   (forward)   Weiterleiten des aktuellen Briefes (siehe 8)

s   (save)     Speichern des aktuellen Briefes auf ein File (siehe 9.)

p   (print)     Ausdrucken des aktuellen Briefes (siehe 9.)

d   (delete)     Löschen des aktuellen Briefes (siehe 10.)

u   (undelete)   Löschen rückgängig machen (siehe 10.)

n   (next)     Lesen des nächsten Briefes (siehe 6.)

m   (mail)     Schreiben und Absenden eines Briefes (siehe 4.)

Ctrl-l         Aktualisieren der Übersicht, wenn neue Briefe angekommen sind

??           Übersicht über alle elm-Befehle

?x.           kurze Erklärung zum Befehl x

!           Eingabe eines Unix-Befehls

q   (quit)     Beenden von "elm" (siehe 11.)

Weitere Befehle sind in Punkt 13 angeführt.

4. Senden eines Briefes

Das Schreiben und Absenden eines Briefes erfolgt mit dem elm-Befehl m (mail).

Adresse (To):

Zunächst wird man nach der Adresse des Empfängers ("send message to") gefragt. Man kann eine oder mehrere Mail-Adressen angeben, an die der Brief gesendet werden soll. Mail-Adressen sind

-   der Username, wenn der Brief an einen Benutzer am selben Rechner gehen soll, z.B.

partl

-   die komplette Mail-Adresse, wenn er an einen Benutzer an einem anderen Rechner gehen soll, z.B.

partl@mail.boku.ac.at

Für Rechner innerhalb der eigenen "Domain" (innerhalb der Universität) genügt meist die Angabe von Username und Hostname, z.B.

partl@hp01

-   oder ein Alias-Name, der eine Abkürzung für eine Mail-Adresse oder für eine Liste von Mail-Adressen ist (siehe 15.).

Eine leere Eingabe (nur Return-Taste) bricht den m-Befehl ab.

Thema (Subject):

Als nächstes wird man nach dem "Subject" gefragt. Dies ist eine kurze Themenangabe oder Überschrift für den Inhalt des Briefes. Diese Angabe ist für die Auswahl von Briefen in der Übersicht (siehe 3.) und für die Zuordnung von Antworten (siehe 7.) wichtig.

Das Subject soll einerseits möglichst kurz, andererseits aber möglichst aussagekräftig sein, also z.B. nicht "Please, help me" oder "Unix question" sondern "How to print man pages". Bei Antworten auf Fragen und bei Kommentaren zu früheren Briefen soll man als Subject "Re:" gefolgt vom ursprünglichen Subject angeben.

Kopie (Cc):

Es folgt die Frage nach Kopien ("copies to", Cc = carbon copy = Durchschlag). Hier kann man Mail-Adressen (wie oben) angeben, an die eine Kopie des Briefes gesendet werden soll.

Es wird empfohlen, hier stets den eigenen Username anzugeben, damit man eine Kopie des abgesendeten Briefes in seiner Mailbox erhält (zur Kontrolle sowie für den Fall, daß der Brief nicht ankommt und man ihn nochmals absenden muß).

Man kann das aber auch automatisieren: Wenn man bereits ein elmrc-File hat (siehe 3) und darin mit dem Editor die Zeile "copy = OFF" auf "copy = ON" ändert, dann wird von allen abgesendeten Briefen automatisch (ohne Angabe unter Cc) eine Kopie in der "Ablage" aufbewahrt (File mbox oder Mail/sent).

Text:

Nun wird der Editor aufgerufen (normalerweise "vi"), und man kann den Text des Briefes schreiben, im einfachsten Fall mit

a         (append, beginnt Text-Eingabe)
Text       (mehrere Zeilen Text)
Esc-Taste   (beendet die Text-Eingabe)
:wq       (write and quit, beendet vi)

Bevor man den Editor verläßt und den Brief absendet, sollte man ihn gründlich durchlesen, damit das Netz und der Empfänger des Briefes nicht unnötig belastet werden. Eine Übersicht über wichtige vi-Befehle zum Schreiben und Korrigieren von Texten folgt am Ende dieses Abschnitts.

Bereits bestehende Files kann man mit dem vi-Befehl :r (read) einfügen:

:r filename

Wenn Sie statt vi lieber einen anderen Editor verwenden wollen (z.B. emacs), können Sie dies in den Optionen vereinbaren (siehe 14.).

Bitte, beachten Sie die folgenden Hinweise, wenn Sie sicher sein wollen, daß der Brief auch über eventuell verschiedene Software-Systeme und Rechner-Verbindungen richtig ankommt: Er darf nur normale ASCII-Zeichen enthalten (keine Steuerzeichen wie z.B. Tab, keine deutschen Umlaute usw.). Vorsicht ist auch bei Zeichen angebracht, die nicht in allen Zeichen-Codes enthalten sind (z.B. die eckigen Klammern). Bestimmte Zeichen und Wörter sollen möglichst nicht am Beginn einer Zeile stehen (Punkt, Tilde, Hello, From, To, Subject, Date usw.). Die Zeilenlänge soll 79 nicht überschreiten.

Der Inhalt des Briefes soll kurz (aber trotzdem klar verständlich und vollständig), sachlich, höflich und möglichst richtig sein. Bei der Verteilung über wissenschaftliche Computer-Netze ist jede kommerzielle Werbung verboten.

Bei Antworten und Kommentaren sollte man immer kurz die Frage bzw. das Original zitieren, damit der Brief für sich allein verständlich ist. (Ein Brief, der nur das Wort "ja" enthält, nützt wenig, wenn der Empfänger nicht mehr weiß, welcher Frage diese Antwort gilt.) Für solche Antworten ist die Funktion "reply" (siehe 7.) besser geeignet als die Funktion "mail".

Neben "normalen" Texten (Fragen, Antworten, Informationen) sind als Inhalt von Electronic Mail auch Server-Befehle, Source-Programme und Daten-Files möglich.

Unterschrift (signature):

Die Mail-Software fügt zwar die Mail-Adresse des Absenders (From:) automatisch hinzu, diese Angabe kann aber eventuell bei der Weiterleitung der E-Mail über mehrere Computer verändert werden. Man soll daher stets innerhalb des Textes den vollen Namen und die eigene E-Mail-Adresse (so, wie der Partner sie angeben sollte) anführen.

Da diese "Unterschrift" meist für alle Briefe gleich ist, ist es günstig, sie in einem File

$HOME/.signature

abzuspeichern. Im einfachsten Fall fügt man die Unterschrift dann immer mit dem vi-Befehl

:r $HOME/.signature

am Schluß des Briefes an. Man kann das aber auch automatisieren: Wenn man bereits ein elmrc-File angelegt hat (siehe 3) und darin mit dem Editor nach dem signature-Kommentar die Zeile

signature = $HOME/.signature

einfügt, dann wird der Inhalt des .signature-Files automatisch am Ende jedes abgesendeten Briefes angefügt. Diese "Unterschrift" darf aber nicht zu lang sein (maximal 4 Zeilen).

Absenden:

Beim Beenden des Text-Schreibens mit :wq wird man zur Kontrolle gefragt, ob man den Brief tatsächlich absenden will (s, send), oder ob man das File noch weiter korrigieren (e, edit), den Mail-Header kontrollieren (h, header) oder das bisher Geschriebene komplett verwerfen (f, forget) will. Mit der Return-Taste bestätigt man das Absenden (s). Schließlich gelangt man wieder ins Haupt-Menü (siehe 3.).

Absenden eines fertigen Textes:

Statt der interaktiven Verwendung des m-Befehls innerhalb von elm kann man auch elm gleich mit einer oder mehreren Mail-Adressen in der Parameterliste aufrufen. Dann wird das Eingabe-File als Text der E-Mail an diese Adresse(n) gesendet. Das Subject wird mit dem Parameter s angegeben. Sinnvolle Anwendungen sind

elm -s "subject" adresse <filename

für das Senden eines vorher erstellten Text-Files oder

command | elm -s "subject" adresse

für das Senden der Ergebnisse eines Unix-Befehls oder Programms.

Dies eignet sich auch für das Erstellen von elektronischen Briefen am PC: Man schreibt den Brief-Text am eigenen PC (mit dem PC-Editor, der meist wesentlich bequemer zu bedienen ist als vi unter Unix), überträgt das File mit FTP an den Unix-Rechner bzw. Mail-Server und sendet es dort (unter Telnet) mit elm oder mailx ab. Beispiel:

ne brief

...     (Brief-Text schreiben)

<F3> e

ftp mail

mailname

mailpaßwort

put brief

quit

telnet mail

mailname

mailpaßwort

elm -s "subject" adresse <brief

exit

Die wichtigsten vi-Befehle für das Schreiben von elektronischen Briefen (4.)

Text schreiben:

a text <Esc>     Text hinzufügen

i text <Esc>     Text einfügen

o text <Esc>     Zeile einfügen

:r filename       File-Inhalt einfügen

Cursor am Bildschirm positionieren:

h oder Linkspfeil   Cursor 1 Zeichen nach links

j oder Tiefpfeil   Cursor 1 Zeile nach unten

k oder Hochpfeil   Cursor 1 Zeile nach oben

l oder Rechtspfeil   Cursor 1 Zeichen nach rechts

0 oder ^         Cursor an den Zeilenanfang

$             Cursor ans Zeilenende

<Ctrl f>       einen Bildschirm vor

<Ctrl b>       einen Bildschirm zurück

1G             erste Zeile

50G           50-te Zeile

G             letzte Zeile

/muster         Text "muster" suchen

n             weitersuchen

Text verändern:

i text <Esc>     Text einfügen

a text <Esc>     Text hinzufügen

o text <Esc>     Zeile einfügen

x             Zeichen löschen

r             Zeichen ersetzen

R text <Esc>     Text ersetzen

cw text <Esc>   Wort ersetzen

:1,$s/old/new/g   Text überall ersetzen

dd             Zeile löschen

10dd           10 Zeilen löschen

dw             Wort löschen

yy             Zeile merken (zum Kopieren)

yw             Wort merken (zum Kopieren)

p             gemerkten Text einfügen

xp             zwei Zeichen vertauschen

ddp           zwei Zeilen vertauschen

u             letzte Änderung rückgängig

Arbeit abschließen:

:w oder :w!     Ergebnis speichern

:q oder :q!       vi verlassen (ohne Speichern)

:wq oder ZZ     speichern und vi verlassen

5. Benachrichtigung über angekommene Briefe

Die Zusammenarbeit mittels "elektronischer Post" funktioniert nur, wenn angekommene Briefe auch tatsächlich gelesen (und gegebenenfalls beantwortet) werden. Es wird daher dringend empfohlen, daß man sich bei jedem Login automatisch darüber informieren läßt, ob die Mailbox (neue) Briefe enthält.

Auf den meisten Unix-Rechnern ist dies schon für alle Benutzer so eingerichtet (z.B. im System-File /etc/profile). Wenn nicht, sollte man in das eigene .login-File die folgenden Zeilen einfügen:

mailx -e
if ( $status == 0 ) echo "You have mail."

bzw. in .profile die folgenden:

if mailx -e
then echo "You have mail."
fi

Wenn man auch während der Session laufend über neu ankommende Mail informiert werden will, gibt es folgende Möglichkeiten: Setzen der Variablen "mail" (in der C-Shell) bzw. "MAIL" (in der Bourne-Shell) auf den Namen des Mailbox-Files, z. B. mit

setenv mail /usr/mail/$LOGNAME

im .login-File, oder (wenn die Programme biff und xbiff am Rechner installiert sind) mit

biff y

oder unter X-Window mit

xbiff &

Im letzteren Fall erscheint ein Fenster mit dem Bild eines typischen amerikanischen Briefkastens, bei dem ein Fähnchen hochklappt, wenn Briefe in der Mailbox enthalten sind, und zur Seite klappt, wenn die Mailbox leer ist.

Es bleibt dann dem Benutzer überlassen, wann er nachschaut, welche Briefe angekommen sind (siehe 3.), und wann er sie liest und beantwortet (siehe 6. und 7.). Man sollte sich nicht in seiner laufenden Arbeit stören lassen, aber die Briefe auch nicht allzu lange ungelesen "liegen" lassen.

6. Lesen von Briefen

Zum Lesen eines oder mehrerer Briefe muß man im Haupt-Menü (siehe 3.) die aktuelle Markierung mit j und k oder mit der Brief-Nummer auf den (ersten) Brief positionieren, den man lesen will, und dann die Return-Taste drücken.

Der Brief erscheint am Bildschirm. Wenn er länger ist, wird zum Lesen ein ähnliches Verfahren wie bei "more" verwendet: Die Ausgabe bleibt nach jedem vollen Bildschirm stehen und wartet auf das Drücken einer der folgenden Tasten:

Leertaste   wenn man weiterlesen will

q         wenn man den Rest des Briefes nicht mehr lesen will

h         wenn man den Briefanfang mit dem kompletten Mail-Header sehen will

r oder f oder s oder p oder n  
wenn man den Rest des Briefes nicht lesen und den Brief sofort beantworten, weiterleiten, abspeichern oder ausdrucken oder sofort den nächsten Brief lesen will (siehe unten).

d         wenn man den Rest des Briefes nicht lesen, den Brief löschen und sofort den nächsten Brief lesen will.

Nach dem Lesen des Briefes wartet elm auf die Eingabe eines Befehls oder das Drücken der Return-Taste. Man hat nun unter anderem die folgenden Möglichkeiten:

zur sofortigen Erledigung dieses Briefes:

r   (reply)     Beantworten des Briefes (siehe 7.)

f   (forward)   Weiterleiten des Briefes (siehe 8)

s   (save)     Speichern des Briefes auf ein File (siehe 9.)

p   (print)     Ausdrucken des aktuellen Briefes (siehe 9.)

d   (delete)     Löschen des Briefes (siehe 10.)

zum Weiterarbeiten:

n   (next)     Lesen des nächsten Briefes

Return-Taste oder i (index)
Rückkehr ins Haupt-Menü (siehe 3.)

7. Beantworten eines Briefes

Das Schreiben und Absenden einer Antwort oder eines Kommentars auf einen angekommenen Brief erfolgt mit dem elm-Befehl r (reply).

Zunächst wird man gefragt, ob man den Text des ursprünglichen Briefes in der Antwort zitieren will ("copy message"). Hier sollte man y (yes, ja) antworten. (Diese Frage entfällt, wenn man im elmrc-File die Variable autocopy auf ON setzt; siehe 3. und 15.)

Die Adresse (To) der Antwort wird automatisch aus dem Absender im Header des ursprünglichen Briefes (From oder Reply-To) bestimmt.

Das "Subject" wird automatisch aus dem Subject des ursprünglichen Briefes (mit vorangestelltem "Re:") gebildet. Man kann dieses Subject mit der Return-Taste bestätigen oder mit der Backspace-Taste verändern.

Die Frage nach Kopien ist wie bei Punkt 4 zu beantworten (z.B. durch Angabe des eigenen Username, wenn nicht automatisch Kopien aufbewahrt werden).

Nun erscheint im Editor (normalerweise vi) eine Kopie des ursprünglichen Brief-Textes, jeweils mit einem vorangestellten >-Zeichen. Dies soll es erleichtern, die Fragen des ursprünglichen Briefes im Antwort-Brief zu zitieren. Im allgemeinen fügt man die eigenen Antworten und Kommentare jeweils nach den entsprechenden Original-Zeilen ein und löscht alle anderen, unnötigen Original-Zeilen (siehe Beispiel). Mit

:wq

beendet man den Editor.

Zur Kontrolle wird man gefragt, ob man die Antwort tatsächlich absenden will. Es empfiehlt sich, mit h (header) zu kontrollieren, ob die Adresse des Empfängers richtig gesetzt wurde - z.B. ob die Antwort auf einen Brief, der aus einer Mailing-Liste stammt, nur an den Fragesteller oder an alle Listen-Mitglieder gesendet wird. Schließlich sendet man die Antwort ab (s, send) und gelangt wieder ins Haupt-Menü (siehe 3.).

Alle Hinweise von Punkt 4 gelten analog auch für das Schreiben und Senden der Antwort.

Ein (fiktives) Beispiel für das Schreiben einer Antwort mit "reply":

Zunächst erscheint im Editor der Original-Brief:

> Sehr geehrte Frau Kleiber!
>
> Mit grosser Freude habe ich in Ihrer schoenen Zeitschrift "IC" gelesen, dass die BOKU nun
> endlich einen elektronischen Postanschluss an die grosse weite Internet-Welt erhalten hat.
> Ich moechte naemlich gerne mit meiner ehemaligen Assistentin Dr. Helene Fromme,
> die nach Kalifornien uebersiedelt ist, ueber E-Mail weiter zusammenarbeiten.
>
> Brauche ich dazu eine Rechenbewilligung auf unserem Mail-Server?
> Brauche ich eine Rechenbewilligung auf ihrem Rechner in den USA?
> Kann ich mit E-Mail nur Texte uebertragen oder auch Bilder?
> Wie lange dauert es, bis ich von ihr eine Antwort auf meine Mail bekomme?
> Wie funktioniert der Reply-Befehl, woher weiss der Computer die richtigen Antworten?
>
> Ich hoffe, dass Ihnen meine Fragen nicht laestig sind, und bitte um baldige Antwort.
>
> Prof. DDr.h.c. Max Moritz maxmor@busch.boku.ac.at  
> Institut fuer Busch-Forschung  
> Universitaet fuer Bodenkultur, Wien, Austria

Durch Löschen und Einfügen von Zeilen entsteht daraus der Antwort-Brief:

Sehr geehrter Herr Professor,
Frau Kleiber hat mir Ihre E-Mail vom 1.4.1992 zur Beantwortung weitergeleitet.

> Brauche ich dazu eine Rechenbewilligung auf unserem Mail-Server?
ja, Formulare gibt es am EDV-Zentrum.

> Brauche ich eine Rechenbewilligung auf ihrem Rechner in den USA?
nein, Sie muessen nur ihre E-Mail-Adresse kennen.

> Kann ich mit E-Mail nur Texte uebertragen oder auch Bilder?
mit E-Mail nur ASCII-Text-Files, mit FTP auch Binaer-Files.

> Wie lange dauert es, bis ich von ihr eine Antwort auf meine Mail bekomme?
Minuten oder Stunden fuer die Uebertragung, und mindestens
Stunden oder Tage, bis sie die Mail liest und beantwortet.

> Wie funktioniert der Reply-Befehl, woher weiss der Computer die richtigen Antworten?
(Unser Computer weiss eben alles! :-)
Nein, der Computer schreibt die Antwort nicht selbst, er bestimmt nur Adresse und "Subject"
und laesst dann Sie den Text der Antwort schreiben.

Fuer weitere Informationen empfehle ich Ihnen das E-Mail-Handbuch des EDV-Zentrums.
Mit freundlichen Gruessen

Dr. Hubert Partl
EDV-Zentrum der Universitaet fuer Bodenkultur
Nussdorfer Laende 11                   Phone: (+43 1) 36 92 924 233
A-1190 Wien, Austria E-Mail: partl@mail.boku.ac.at

8. Weiterleiten eines Briefes

Das Weiterleiten eines erhaltenen Briefes an einen anderen Adressaten erfolgt mit dem elm-Befehl f (forward).

Zunächst wird man gefragt, ob man den Brief für die Weiterleitung verändern will ("edit message"). Wenn man y (yes, ja) antwortet, kann man den Brief kürzen oder eigene Kommentare hinzufügen. Wenn man n (no, nein) antwortet, wird der unveränderte Brief weitergeleitet.

Dann wird man nach der Adresse gefragt, an die der Brief weitergeleitet werden soll. Man kann wie in Punkt 4 eine oder mehrere Mail-Adressen angeben.

Das "Subject" wird automatisch aus dem Subject des ursprünglichen Briefes (mit nachgestelltem "fwd") gebildet. Man kann dieses Subject mit der Return-Taste bestätigen oder mit der Backspace-Taste verändern.

Die Frage nach Kopien ist wie bei Punkt 4 zu beantworten (z.B. durch Angabe des eigenen Username, wenn nicht automatisch Kopien aufbewahrt werden).

Wenn man vorher angegeben hat, daß man den Brief ändern will, erscheint nun im Editor eine Kopie des ursprünglichen Briefes mit vorangestellten >-Zeichen. Man kann wie bei Punkt 7 Original-Zeilen löschen und/oder eigenen Kommentar hinzufügen. Mit

:wq

beendet man den Editor.

Schließlich wird man zur Kontrolle gefragt, ob man diesen Brief tatsächlich absenden will, und gelangt dann wieder ins Haupt-Menü (siehe 3.).

Beim Weiterleiten mit f (forward) wird im Mail-Header des weitergeleiteten Briefes der Benutzer als Absender angeführt, der den Brief weitergeleitet hat. Wenn man stattdessen den elm-Befehl b (bounce) verwendet, wird der Absender des ursprünglichen Briefes angegeben, sodaß eventuelle Antworten direkt an ihn gehen. In diesem Fall sind keine Modifikationen des Briefes möglich. Dies eignet sich für das Umleiten eines falsch adressierten Briefes an den richtigen Empfänger.

9. Aufbewahren und Drucken eines Briefes

Mit dem elm-Befehl s (save) wird der Inhalt des Briefes (einschließlich Mail-Header) in ein File geschrieben. Man wird nach dem Filenamen gefragt. Die Voreinstellung wird durch das Eintippen des Filenamens überschrieben.

Die Voreinstellung "=/sendername" bedeutet ein File mit dem Mail-Namen des Absenders als Filename im Directory $HOME/Mail. Wenn man das verwenden will, muß dieses Directory bereits existieren.

Wenn das File bereits existiert, wird der Brief an das Ende des Files hinzugefügt. Dies eignet sich für das Sammeln von Briefen in Sammel-Files (folder, Aktenordner).

Wenn man den Brief-Inhalt hingegen als Einzel-File verarbeiten will, muß man sicherstellen, daß man einen neuen File-Namen verwendet, und ein eventuell bereits existierendes File vorher mit dem Unix-Befehl "rm" löschen (dies geht auch innerhalb von elm, wenn man ein Rufzeichen als Shell-Escape eingibt). Dieses File kann man dann nach dem Verlassen von elm oder innerhalb von elm (mit Rufzeichen als Shell-Escape) mit Unix-Befehlen verarbeiten, z.B. mit einem lp-Befehl ausdrucken. Das File enthält den Brief einschließlich Mail-Header und Unterschrift. Dies ist beim Ausdrucken sinnvoll. Bei Source-Programmen, Daten-Files u.dgl. muß man diese Zeilen mit dem Editor entfernen.

Mit dem elm-Befehl p (print) kann man Briefe sofort auf dem in den Optionen eingestellten Drucker ausdrucken. Bevor man das tut, sollte man mit dem Befehl o (option) überprüfen, welcher Unix-Befehl in diesem Fall für das Ausdrucken verwendet wird, und diese Option gegebenenfalls verändern (siehe 13. und 14.).

Mit den elm-Befehlen t und Ctrl-t (tag, siehe 13.) kann man erreichen, daß bei s (save) und p (print) nicht nur der aktuelle Brief sondern alle markierten Briefe abgespeichert bzw. gedruckt werden.

Achtung! Wenn man einen Brief mit s (save) auf ein File kopiert hat, wird dieser Brief automatisch als "deleted" markiert, damit er beim Verlassen vom elm aus der Mailbox gelöscht wird (siehe 11.). Wenn man ihn zusätzlich zum File auch in der Mailbox behalten will, muß man diese Markierung mit u (undelete, siehe 10.) zurücksetzen.

10. Löschen eines Briefes

Mit dem elm-Befehl d (delete) wird ein Brief gelöscht. Zunächst wird er aber nur als "deleted" markiert.

Mit dem elm-Befehl u (undelete) kann man diese Markierung rückgängig machen.

Erst beim Verlassen vom elm mit dem elm-Befehl q (quit) wird das Löschen wirksam. Dann werden die als "deleted" markierten Briefe tatsächlich aus der Mailbox entfernt (siehe 11.).

11. Beenden von elm

Mit dem Befehl q (quit) verläßt man elm.

Wenn man Briefe als "deleted" markiert hat (siehe 9. und 10.), wird man gefragt, ob diese Briefe nun tatsächlich gelöscht werden sollen ("delete messages"). Wenn die Markierungen richtig gesetzt wurden, soll man hier mit y (yes, ja) antworten.

Schließlich wird man gefragt, ob die nicht gelöschten Briefe in der Mailbox bleiben sollen ("keep mail"). Wenn man alle Briefe gelesen und erledigt hat, sollte man n (no, nein) antworten, dann werden die nicht gelöschten Briefe aus der primären Mailbox entfernt und in der sekundären Mailbox ("Ablage", File mbox oder Mail/received) aufbewahrt. Wenn man noch ungelesene Briefe hat, sollte man y (yes, ja) antworten, damit man nicht vergißt, daß sie noch gelesen werden müssen.

Um die Übersicht in den Mailboxes zu erhalten und Plattenplatz zu sparen, sollten Sie

-   alle nicht wichtigen Briefe sofort nach dem Lesen mit delete löschen,

-   alle bereits erledigten (gelesenen, beantworteten, weitergeleiteten, ausgedruckten) Briefe entweder löschen oder in die sekundäre Mailbox übertragen lassen,

-   in der primären Mailbox nur die ungelesenen und unerledigten Briefe belassen,

-   auch in der "Ablage" (sekundäre Mailbox, Folder-Files) regelmäßig alle alten, nicht mehr benötigten Briefe löschen (siehe 12.).

Wenn Sie eine größere Anzahl von Briefe aufbewahren wollen, ist es besser, nicht alle im mbox-File zu speichern sondern mittels save (siehe 9.) in verschiedenen Sammel-Files (folder) im Directory $HOME/Mail, aufgeteilt nach Mail-Partnern oder Fachgebieten. Dieses Directory übernimmt dann die Funktion eines "Aktenschranks", der alle "Aktenordner" (folder-Files) mit den "abgelegten Briefen" enthält.

12. Lesen von alten Briefen

Die sekundäre Mailbox (File $HOME/mbox oder $HOME/Mail/received), in der die alten, bereits gelesenen Briefe und die Kopien der abgesendeten Briefe "abgelegt" werden, sowie die mit save angelegten Folder-Files (siehe 9.) können prinzipiell so wie die primäre Mailbox verwendet werden, nur daß man beim Aufruf von elm mit dem Parameter f den Filenamen angeben muß, also z.B.:

elm -f $HOME/mbox

oder (wenn man sich bereits im richtigen Directory befindet) einfach nur

elm -f mbox

Es erscheint das Haupt-Menü mit der Übersicht über die in diesem File enthaltenen Briefe, und man kann elm-Befehle eingeben (siehe 3.).

13. sonstige elm-Funktionen

In den vorangegangenen Abschnitten wurden die wichtigsten Funktionen von elm beschrieben. Weitere nützliche elm-Befehle sind:

a (alias)     Vereinbarung von Abkürzungen für häufig verwendete Adressen und für Listen von Adressen (siehe 15.)

b (bounce)   Umleiten eines falsch adressierten Briefes (siehe 8.)

Ctrl-d (delete) und

Ctrl-u (undelete)  
Löschen von allen Briefen, die von einer bestimmten Adresse kommen oder einen bestimmten Text im Subject enthalten.

h (header)   Lesen eines Briefes mit allen Mail-Headern (sonst wie bei Return-Taste, siehe 6.)

l (limit)     Einschränken der Übersicht auf bestimmte Briefe ("from xxx", "subject xxx" oder "all").o (option)   Setzen von Parametern und Abspeichern im elmrc-File

t (tag)     Markieren des aktuellen Briefes zusätzlich zu den bereits markierten für s (save) oder p (print).

Ctrl-t (tag)   Markieren von allen Briefen, die von einer bestimmten Adresse kommen oder einen bestimmten Text im Subject enthalten, für s (save) oder p (print).

x (exit)     elm sofort beenden (ohne Löschen oder Übertragung von Briefen).

Anmerkung: Der o-Befehl (option) wirkt zunächst nur für die laufende elm-Session. Wenn die Optionen auch für alle weiteren elm-Aufrufe gelten sollen, müssen sie (mit > im option-Menü) im File $HOME/.elm/elmrc abgespeichert werden. Dazu muß das Directory $HOME/.elm schon angelegt sein. Nachträgliche Änderungen des elmrc-Files können entweder mit dem elm-Befehl o oder direkt mit dem Editor erfolgen.

Genauere Informationen über alle diese Befehle und über weitere Möglichkeiten enthält das Online-Manual, das man mit dem Unix-Befehl

man elm

lesen kann.

14. Optionen im elmrc-File

Die wichtigsten Optionen im elmrc-File (siehe 3.) und Vorschläge für nützliche Werte, die teilweise von den Standardwerten abweichen, sind:

editor = /usr/bin/vi   Editor, der zum Schreiben von Texten (siehe 4., 7., 8.) verwendet wird.

fullname = "Vorname Zuname"   Name, der im Mail-Header als Absender angegeben wird.

mailbox = $HOME/mbox   Filename der sekundären Mailbox (siehe 11. und 12.).

maildir = $HOME/Mail   Directory für das Abspeichern mittels s (save, siehe 9.) und copy (siehe unten); muß mit mkdir angelegt werden.

print = cat %s | lp -ddrucker   Unix-Befehl zum Ausdrucken von Briefen mittels p (print, siehe 9.); darin bedeutet %s den Filenamen.

savemail = $HOME/mbox   File zum Abspeichern von Kopien der abgesendeten Briefe mit der Option copy (siehe unten).

signature = $HOME/.signature   Unterschrift-File, das in abgesendete Briefe eingefügt wird (siehe 4., 7., 8.); muß mit dem Editor erstellt werden.

sortby = received   Reihenfolge der Briefe in der Übersicht (siehe 3.). Die wichtigsten Werte sind:

received   nach steigender Ankunftzeit  
reverse-received   nach fallender Ankunftzeit  
sent   nach steigender Absendezeit  
from   nach Absender
subject   nach Subject

weedout = ">From" usw.   Liste der Mail-Header-Zeilen, die beim Lesen mit der Return-Taste (siehe 6.) nicht angezeigt werden sollen; beim Lesen mit h (header, siehe 13.) werden immer alle angezeigt.

alwaysdelete = ON   Standardwert für die Frage "delete messages" bei q (quit, siehe 11.) ist das Löschen der als deleted markierten Briefe.

alwaysleave = ON   Standardwert für die Frage "keep mail" bei q (quit, siehe 11.) ist das Behalten der Briefe in der primären Mailbox.

alwaysleave = OFF   Standardwert für die Frage "keep mail" bei q (quit, siehe 11.) ist die Übertragung der Briefe in die sekundäre Mailbox.

ask = ON   Bei q (quit, siehe 11.) wird gefragt, ob Briefe gelöscht oder in die sekundäre Mailbox übertragen werden sollen.

ask = OFF   Bei q (quit, siehe 11.) werden alle Briefe automatisch ohne Rückfrage je nach den Werten von alwaysdelete und alwaysleave (siehe oben) gelöscht und übertragen.

arrow = OFF   In der Übersicht (siehe 3.) wird der aktuelle Brief hell markiert.

arrow = ON   In der Übersicht (siehe 3.) wird der aktuelle Brief mit einem Pfeil -> markiert.

autocopy = OFF   Bei r (reply, siehe 7.) wird gefragt, ob der ursprüngliche Brief in der Antwort zitiert werden soll.

autocopy = ON   Bei r (reply, siehe 7.) wird der ursprüngliche Brief automatisch in die Antwort eingefügt.

copy = OFF   Beim Absenden von Briefen werden keine automatischen Kopien erzeugt (Angabe unter "Cc" ist notwendig, siehe 4.).

copy = ON   Von allen abgesendeten Briefen (siehe 4., 7., 8.) wird automatisch eine Kopie aufbewahrt: entweder im File "$HOME/Mail/adresse" (wenn es existiert) oder im mbox-File.

In der neueren Version von elm haben einige Optionen andere Namen (z.B. zwei getrennte Optionen für receivedmail und sentmail statt der Option mailbox), und viele haben andere Standardwerte. Die hier nicht angeführten Optionen sollen möglichst auf ihren Standardwerten belassen werden (siehe Kommentarzeilen im elmrc-File).

15. Beispiele für Alias-Vereinbarungen

Beispiel für eine Abkürzung für eine häufig verwendete Mail-Adresse:

alias name   mozart  
full name   W. A. Mozart  
address mozart@edvz.uni-salzburg.ada.at

Beispiel für eine Abkürzung für eine Liste von Mail-Adressen:

alias name   oper  
full name   Liste  
address   mozart puccini rossini strauss verdi wagner

Electronic Mail mit "mailx"

Auf Unix-Rechnern, auf denen "elm" nicht verfügbar ist, sowie innerhalb von Shell-Prozeduren soll das BSD-Mail-Programm "mailx" verwendet werden.

Die Funktionalität und der Ablauf der Vorgänge ist bei "mailx" ähnlich wie bei "elm" (siehe vorne). Hier werden daher nur kurz der Aufruf und die wichtigsten Befehle beschrieben.

Anmerkung: Das BSD-Mail-Programm kann an verschiedenen Unix-Rechnern mit den folgenden Namen aufgerufen werden: "mailx", "Mail" (mit Großbuchstabe) oder "mail". Auf manchen Rechnern erhält man mit "mail" aber nicht dieses Programm sondern das System-V-Mail-Programm, das für diese Zwecke nicht geeignet ist.

Lesen von Briefen

Das Lesen von angekommenen elektronischen Briefen erfolgt durch Aufruf von

mailx

Man erhält eine Übersicht über alle in der Mailbox enthaltenen "Briefe" und kann dann unter anderem folgende Befehle eingeben:

t   (type)     Lesen eines Briefes

top         Anfang eines Briefes lesen

r   (reply)     Beantworten eines Briefes

s   (save)     Speichern eines Briefes

d   (delete)     Löschen eines Briefes

u   (undelete)   Löschen rückgängig machen

n   (next)     Lesen des nächsten Briefes

h   (header)     Übersicht wieder anzeigen

q   (quit)     Verlassen von mailx

Bei allen Befehlen, die sich auf einen Brief beziehen, kann man als Parameter eine Nummer oder einen Bereich von Nummern oder einen Absender oder ein Subject angeben; dann wirkt der Befehl nicht auf den "aktuellen" Brief sondern auf alle betreffenden Briefe.

Senden von Briefen

Das Senden eines elektronischen Briefes an eine oder mehrere Adressen erfolgt durch Aufruf von

mailx adresse

Danach gibt man zunächst das Subject ein (genau eine Zeile), daran anschließend den Text des Briefes (eine oder mehrere Zeilen, ohne Umlaute, kein Punkt und keine Tilde am Zeilenanfang) und beendet mit Ctrl-d. Dann gibt man unter Cc: (carbon copy = Durchschlag) den eigenen Username an, wenn man eine Kopie des Briefes aufbewahren möchte.

Man kann den Brief-Inhalt auch zunächst mit dem Editor in ein File schreiben und dieses dann mit

mailx -s "subject" adresse <file

absenden.

weitere Informationen

Parameter (Optionen) und Alias-Namen können im File $HOME/.mailrc vereinbart werden.

Eine kurze Übersicht über alle mailx-Befehle erhält man innerhalb von mailx mit der Eingabe eines Fragezeichens (?).

Ausführlichere Informationen enthält das Online-Manual, das man mit dem Unix-Befehl

man mailx

lesen kann (oder "man Mail", je nachdem, wie das Programm am jeweiligen Rechner heißt).

Electronic Mail an den
Unix-Rechnern der Boku

Mailboxes und Mail-Adressen an der Boku

Die Mail-Adresse von Benutzern der Universität für Bodenkultur hat grundsätzlich die Form

username@hostname.boku.ac.at

Dabei ist "boku.ac.at" der Domain-Name unserer Universität innerhalb des akademischen (ac) Netzes von Österreich (at).

Wenn Sie unsere Universität verlassen oder Ihre Rechenbewilligung erlischt, müssen Sie sich aus allen Mailing-Listen austragen, alle Ihre Mail-Partner informieren und Ihre Mail-Bewilligung am EDV-Zentrum abmelden.

Wenn Sie den Unix-Rechner, auf dem Ihre Mailbox liegt, oder Ihren Username ändern, müssen Sie dasselbe für Ihre alte Mail-Adresse tun und die neue Mail-Adresse bekanntgeben. Außerdem sollten Sie das EDV-Zentrum bzw. den System-Administrator des Instituts-Rechners bitten, im Sendmail-Alias-File Ihres bisherigen Rechners Ihren bisherigen Username (Mailname) als Alias-Name einzutragen, der auf Ihre neue Mail-Adresse hinweist. Dann werden alle ankommenden elektronischen Briefe, die noch immer an Ihre alte Adresse adressiert wurden, automatisch an Ihre neue Adresse weitergeleitet.

Adressierung Ihrer Mail-Partner

-   Wenn der Mail-Partner, an den Sie einen elektronischen Brief senden wollen, seine Mailbox am selben Rechner hat wie Sie, adressieren Sie ihn mit

username

Falls Sie seinen Username nicht kennen, können Sie ihn eventuell mit dem Unix-Befehl

finger Zuname

in Erfahrung bringen.

-   Wenn Ihr Mail-Partner seine Mailbox an einem Rechner innerhalb unserer Universität (innerhalb derselben Domain wie Sie) hat, adressieren Sie ihn mit

username@hostname

Dazu müssen Sie seinen Username und Hostname kennen.

-   Bei Mail-Partnern außerhalb unserer Universität (in einer anderen Domain) müssen Sie die vollständige Mail-Adresse angeben, die meist die Form

username@hostname.domain

hat. Diese Mail-Adresse (oder eine zugehörige Alias-Adresse) müssen Sie kennen. Es empfiehlt sich, Mail-Adressen so ähnlich wie Telefonnummern in "Notizbüchern" (auf Papier oder in Files) zu sammeln.

Im allgemeinen ist die Groß-Klein-Schreibung bei Mail-Adressen egal; im Zweifelsfall sollen Kleinbuchstaben verwendet werden.

Bei der Adressierung von Partnern in fremden Netzen ist eine gewisse Vorsicht geboten, weil zum Teil unterschiedliche Adreß-Formate verwendet werden:

Wenn Ihr Partner eine Internet-Adresse hat, können Sie diese im allgemeinen unverändert verwenden. Internet-Adressen enden meist mit .edu, .com, .gov, .mil oder mit einem zweistelligen Landes-Code wie .at (Österreich), .de (Deutschland) usw.

Wenn Ihr Partner eine EARN- oder Bitnet-Adresse in der Form

username@nodename

angibt, müssen Sie stattdessen

username@nodename.bitnet

angeben.

Bei Partnern im britischen Netz Janet müssen Sie darauf achten, ob er seine Adresse im "big-end" Format

user@host.xxx.yyy.ac.uk

oder im "little-end" Format

user@uk.ac.yyy.xxx.host

angibt. Sie müssen die Adresse immer "big-end" angeben (mit .uk am Ende), also die Reihenfolge der Komponenten eventuell umdrehen.

Anstelle von UUCP-Adressen der Form

hostname!username

und von X.400-Adressen der Form

key1=value1, key2=value2

sollen Sie die (meistens ebenfalls vom Mail-Partner angegebenen) Alternativen in der "Domain-Schreibweise" mit @ verwenden.

Für Spezialfälle gibt es die Gateway-Adressierung: Eine Adresse der Form

user2%host2.net2@host1.net1

bedeutet, daß die Mail zunächst an den Zwischen-Rechner host1.net1 ("Gateway") und von dort an die Adresse user2@host2.net2 gesendet wird. Dies ist dann notwendig, wenn die Adresse des Benutzers von unserer Mail-Software nicht verstanden, aber am Rechner host1 verstanden wird.

Wenn Sie sich bei der Verwendung von solchen "exotischen" Mail-Adressen unsicher fühlen, fragen Sie lieber das EDV-Zentrum um Rat, bevor Sie falsch adressierte E-Mail um die halbe Welt senden und weder eine Antwort noch eine Fehlermeldung erhalten.

Viel Spaß mit Electronic Mail!


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