Ist 'Forschungsfreiheit' noch zeitgemäß?


Programm

Einführung: Wolfgang Liebert

Vortragsvideo Gernot Böhme: Die Forschungsfreiheit und ihre Grenzen

Vortragsvideo Magdalena Pöschl: Wieviel Regulierung verträgt die Forschungsfreiheit

Vortragsfolien Magdalena Pöschl

Zusammenfassung Debatte

Die Freiheit der Wissenschaft ist in Österreich durch Art. 17 des Staatsgrundgesetzes von 1867 als Grundrecht geschützt (bekräftigt durch das Verfassungsgesetz von 1920). Historisch bestand ein Zusammenhang mit der Errungenschaft der Meinungs- und Pressefreiheit. Den Entstehungshintergrund und die Begründungsmuster für die Forschungsfreiheit, die beispielsweise auch in Deutschland verbrieft ist, besprach der Philosoph Univ.-Prof. Dr. Torsten Wilholt von der Universität Hannover im März 2016 in einem Vortrag an der BOKU (siehe VIDEO).

Aber hat sich die damals wichtige, aufklärerische Rolle der Wissenschaft nicht stark verändert? Führt die Wissenschaftsentwicklung nicht von einer individuellen zu einer überwiegend kollektiven Unternehmung als einem wesentlichen Produktionsfaktor unserer Wirtschaft? Wird nicht der Ruf nach mehr Verantwortung in der Forschung bereits heute zurecht lauter? Ist also der als Grundrecht zugesicherte Schutz der Freiheit der Wissenschaft in der ursprünglichen Form überhaupt noch zeitgemäß? Oder braucht es spezifische Eingriffsmöglichkeiten? Welche Regelungen wären ethisch geboten? Und: wieviel Regulierung verträgt denn die Forschungsfreiheit?

Der Philosoph em. Prof. Dr. Gernot Böhme aus Darmstadt legt dar, warum seiner Ansicht nach das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit überdacht werden muss. Die Juristin Univ.-Prof. Dr. Magdalena Pöschl, Wien, spannt den Bogen von der Forschungsethik zum Forschungsrecht. Die Rolle der Ethik und die fließenden Grenzen zwischen Recht und Ethik geben den Stoff für den anschließenden Gedankenaustausch. Die Diskussionen, in die schließlich auch das Publikum eingebunden wird, klingen bei einem kleinen Imbiss aus.

30. März 2017, 17-19:30 Uhr, Festsaal im Mendelhaus, 3. Stock, Gredor-Mendel-Str. 33, 1180 Wien

PROGRAMM

BEGRÜSSUNG und EINFÜHRUNG

17:00-17:15       Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Liebert, Vorsitzender der BOKU-Ethikplattform

Impulsreferate

17:15-17:30       Prof. Dr. Gernot Böhme (Technische Universität Darmstadt)
                          „Die Wissenschaftsfreiheit und ihre Grenzen“

17:30-17:45       Univ.-Prof. Dr. Magdalena Pöschl (Universität Wien):
                          „Wieviel Regulierung verträgt die Forschungsfreiheit?“

17:45-19:00       Gedankenaustausch der ReferentInnen und Diskussion
                           (Moderation: W. Liebert)

Wir laden Sie im Anschluss herzlich ein, die Gespräche bei Getränken und einem kleinem Imbiss im kleinen Kreis weiterzuführen. 

ENDE 19:30 Uhr

 

Folgende Publikationen der Vortragenden unserer Veranstaltung „Ist Forschungsfreiheit noch zeitgemäß?“ sind für die Diskussion relevant (mehr Info über ethikplattform(at)boku.ac.at):

Gernot Böhme: Die Wissenschaftsfreiheit und ihre Grenzen, S. 19-29 in Ethik transdisziplinär, Band 3, Frankfurt am Main/Berlin/Bruxelles/New York/Oxford/Wien, 2006

Gernot Böhme: Die Moralisierung der Wissenschaftspolitik, S. 15-21 in Technologiefolgenabschätzung – Theorie und Praxis Nr. 3, 13. Jg., Dezember 2004

Magdalena Pöschl: Von der Forschungsethik zum Forschungsrecht: Wieviel Regulierung verträgt die Forschungsfreiheit?, S. 90-135 in Ethik und Recht in der Humanforschung, Schriftenreihe Ethik und Recht in der Medizin, Band 5, Springer-Verlag Wien/New York, 2010