Qualitätsgrundsätze und -aspekte der BOKU-Lehre


Qualitätssicherung in der Lehre

Im Rahmen des Projekts BOKU-Studien für die Zukunft wurden folgende Grundsätze und Leitmotive für die BOKU-Lehre formuliert:

Qualitätsgrundsätze der BOKU-Lehre

In den BOKU-Bachelor- und Masterstudien müssen sich folgende (von Arbeitsgruppen erstellte und am 27.5.2009 vom Senat beschlossene) Grundsätze wiederspiegeln:

  • Leitbild „Qualität der Lehre an der BOKU“: Dieses gliedert sich zum einen in Leitmotive der BOKU-Lehre und zum anderen in Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Lehre.
  • Inhaltliche Leitsätze der BOKU-Lehre: Diese beziehen sich ergänzend auf die Vermittlung von Soft Skills, auf Grundsätze und Werte die in der Lehre zu realisieren sind.
  • Lernergebnisorientierung
  • Verständnis von Lernen an der BOKU: Lernen ist …
  • … ein aktiver Prozess (der Lernenden und der Lehrenden).
  • … die Kombination der Aneignung von explizitem und implizitem Wissen.
  • … der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten sowie von persönlichen Kompetenzen.

Qualität der Lehre an der BOKU - Leitmotive

  • Die BOKU anerkennt die Einheit und Gleichwertigkeit von Lehre und Forschung im Sinne des Humboldt`schen Bildungsideals („Forschungsgeleitete Lehre“).
  • Die BOKU fördert Bildung für nachhaltige Entwicklung und Gestaltungskompetenz als Schlüsselqualifikation (Wissensziel 1, UN-Weltcharta für Bildung).
  • Die BOKU bekennt sich zu einer Ausrichtung der Lehre, welche die Lernenden und Lernprozesse in den Mittelpunkt stellt (im Sinne der Bologna-Erklärung). Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist das selbstgesteuerte problemorientierte Lernen.
  • Die BOKU stellt für die Durchführung einer qualitativ hochwertigen und effizienten Lehre im Rahmen ihrer Möglichkeiten die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung.
  • Die BOKU bietet allen Lehrenden eine hochschuldidaktische Aus- und Weiterbildung an (Wissensziel 5 – Karrieremodelle).
  • Die BOKU richtet die Curricula nach dem 3-Säulenmodell (Naturwissenschaft / Technik / Sozioökonomie) aus.

Qualitätsaspekte

Qualitativ hochwertige Lehre setzt voraus:

a) Institutionelle Rahmenbedingungen:

  • Studierenden- und lehrendenfreundliche Organisation der Lehre (Lehrveranstaltungsplanung, Verwaltungsabläufe, Gruppenarbeitsräume, ausreichende technische Ausstattung, etc.)
  • Mitgestaltungsmöglichkeiten der Studierenden in den sie betreffenden Belangen
  • Ausbau der Studienmöglichkeiten für berufstätige Studierende und Studierende mit besonderen Bedürfnissen

b) Studierbare Curricula:

  • Klare, nachvollziehbare Strukturierung der Curricula
  • Schaffung von Freiräumen für die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden
  • Kompetenzorientierung in den Curricula
  • Förderung von Interdisziplinarität und Transdisziplinarität
  • Flexibilität in den individuellen Studiengestaltungsmöglichkeiten
  • Integration gesellschaftspolitisch relevanter Themenbereiche in die Lehrveranstaltungen

c) Lehrende:

  • Klare Definition der Vorkenntnisse, Lernziele, der Leistungsanforderungen und deren konsequente Einforderung
  • Förderung von kritischem Diskurs (Ziel: Reflexion statt Reproduktion)
  • Prüfungen als Teil des Lernprozesses
  • Einbindung neuer Erkenntnisse der Lernforschung und adäquate Anwendung neuer Lern- und Lehrmethoden
  • Regelmäßige hochschuldidaktische Weiterbildung

Inhaltliche Leitsätze der BOKU-Lehre - Soft Skills, Grundsätze und Werte

Soft Skills

Im Rahmen der BOKU-Lehre sind folgende Soft Skills zu vermitteln:

  • Methoden wissenschaftlichen Arbeitens (inkl. Recherche, Umgang mit Daten, Präsentationstechnik)
  • Projektplanung und Projektarbeit im Team
  • Problemorientiertes vernetztes Denken und Wissensmanagement

Persönliche Kompetenzen und Soft Skills sollen primär fachübergreifend gefördert werden. Zur Vermittlung von zentralen überfachlichen Kompetenzen können zudem auch eigene Lehrveranstaltungen angeboten werden (z.B. Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, EDV-Anwendungen etc.).

Grundsätze

Es wurden folgende Grundsätze, nach denen sich die Lehre an der BOKU orientieren soll, definiert (Siehe dazu auch Leitbild „Qualität der Lehre an der BOKU“):

  • Kritische interdisziplinäre Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen (Globale Verantwortung)
  • Schaffung und Sicherung der Voraussetzungen für eine hohe Qualität des Lebens
  • Berücksichtigung des Zusammenspiels der drei Pfeiler der nachhaltigen Entwicklung: Ökonomie, Ökologie und Soziales

Werte

Die Vermittlung von Werten und Werthaltungen gilt als wesentliches Element der Lehre an der BOKU. Folgende zentralen Werte sollen nicht nur im Rahmen der Lehre den Studierenden vermittelt, sondern vor allem auch im Alltag und im Umgang miteinander gelebt werden:

  • Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung
  • Partizipation und Mitgestaltungsmöglichkeiten
  • Vernetzung von Theorie und Praxis
  • Interdisziplinarität
  • Gesamtheitliche, kritische Betrachtungsweise
  • Offener Zugang zu neuen Entwicklungen und neuem Wissen
  • Solides ingenieurwissenschaftliches Können auf der Basis von Naturwissenschaften, Technik, Ökonomie, Ökologie und Sozialem
  • Nachhaltige Sicherung und Nutzung der Lebensgrundlagen
  • Wertschätzender und konstruktiver Umgang miteinander

Informationen zum Thema 3-Säulenprinzip

Das 3-Säulenprinzip ist das zentrale Identifikationsmerkmal sowohl der Bachelor- als auch der Masterstudien an der Universität für Bodenkultur Wien.

Im Bachelorstudium besteht die Summe der Inhalte der Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen aus mindestens je

  • 25% Technik, Ingenieurwissenschaften
  • 25% Naturwissenschaften sowie
  • 25% Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften.

Ausgenommen vom 3-Säulenprinzip sind die Bachelorarbeit, die Pflichtpraxis sowie die freien Wahllehrveranstaltungen.

Im Masterstudium besteht die Summe der Inhalte der Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen aus mindestens je

  • 15% Technik und Ingenieurwissenschaften
  • 15% Naturwissenschaften sowie
  • 15% Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften.

Ausgenommen vom 3-Säulenprinzip sind die Masterarbeit, die Pflichtpraxis sowie die freien Wahllehrveranstaltungen.