I. Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung sowie Einsatz von Managementinstrumenten

Das Qualitätsmanagementsystem wird unter der strategischen Leitung des Quality Boards laufend weiterentwickelt, vor allem unter dem Gesichtspunkt von Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen bei gleichzeitiger Optimierung der eingesetzten Verfahren. So wurden bspw. im Rahmen der Erstellung neuer Richtlinien zur Evaluation von Professuren die zugrunde liegenden Prozesse analysiert und optimiert (Siehe Punkt III.3.), bzw. im Zuge der Metaevaluation die wichtigsten internen Managementinstrumente wie die Zielvereinbarungen, die Steuerung auf Departmentebene sowie das BOKU-Governancemodell durchleuchtet und eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen erarbeitet (Siehe Punkt III.1.).

II. Akkreditierungen

In der an der BOKU gewählten Ausgestaltung des QMS sind aktuell keine BOKU-weiten Akkreditierungsmaßnahmen vorgesehen. Punktuell werden an der BOKU angebotene Studien akkreditiert, etwa jene Joint Degree-Programme, für die eine Akkreditierung gemäß der rechtlichen Vorgaben des Staats der Partneruniversität verpflichtend ist.

III. Interne und externe Evaluierungen

1. Metaevaluation

Nachdem an der BOKU im Zeitraum von 2006-2014 alle 15 Departments evaluiert worden waren, wurde dieses Verfahren im Zuge einer Metaevaluation einer kritischen Überprüfung unterzogen; dabei sollten sowohl die Ergebnisse als auch der gesamte Evaluationsprozess durchleuchtet und Vorschläge für eine überarbeitete Richtlinie vorgelegt werden. Es stellte sich deutlich heraus, dass die  Departmentevaluation alternativlos ist, um für einen mittelfristigen Zeitraum Entwicklungsperspektiven in der Trias von Forschung, Lehre und Innovation aufzuzeigen. Verbesserungspotentiale wurden klar identifiziert und die vorgeschlagenen Maßnahmen werden sukzessiv umgesetzt.

Bestätigt wurde der BOKU, dass sie ein Governancemodell umgesetzt hat, das einerseits hierarchische Steuerungsmechanismen (Ziel- und Leistungsvereinbarungen) integriert, andererseits die Departments im Sinne einer kooperativen Steuerung sehr stark einbezieht (Entwicklungsplan, Professurenplanung) und somit die Bedürfnisse von ForscherInnen sowie der einzelnen Fächerkulturen in einem sehr hohen Maß berücksichtigt.

2. Evaluation Bioökonomieforschung

Nach umfangreichen Vorarbeiten in einer breit aufgestellten internen AG und der Befragung von internationalen ExpertInnen und externen Stakeholdern wurde ein Selbstevaluationsbericht erstellt, dessen Inhalt im Zuge eines Vor-Ort Besuchs mit renommierten internationalen Peers intensiv diskutiert wurde. Diese  nahmen Bewertungen vor und lieferten eine Reihe von Empfehlungen bezüglich der weiteren Ausgestaltung der Bioökonomieforschung an der BOKU. Laut Einschätzung der Peers soll die BOKU ihre führende Rolle als wissenschaftliche Einrichtung für Bioökonomieforschung in Österreich ausbauen und die erfolgreichen internationalen Kooperation in diesem Bereich weiterführen. Die Bioökonomiestrategie sollte künftig noch stärker das Konzept der Kreislaufwirtschaft, der Nachhaltigkeit sowie die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen; auch sollte die geografische Lage Österreichs als Alpenrepublik bzw. im Donauraum noch stärker genützt werden. Eine Optimierung der internen und externen Vernetzungen entlang von Wertschöpfungsketten wird angestrebt, diese soll durch gemeinsame Department-übergreifende Infrastrukturinitiativen gestärkt werden. Darüber hinaus soll auch die Sichtbarkeit der bioökonomischen Forschung erhöht werden, bspw. durch ein Leuchtturmprojekt auf dem Gebiet der Bioraffinerieforschung.

Die Empfehlungen aus der Evaluation fließen in die Professurenplanung sowie in die Überarbeitung des Entwicklungsplanes  ein.  Darüber hinaus  hat die BOKU im Rahmen von BIOS Science Austria das Thema Bioökonomie in das aktuelle Arbeitsprogramm der Bundesregierung eingebracht und ist maßgeblich am Entwicklungsprozess  einer österreichischen Strategie zur Bioökonomie beteiligt.

3. Evaluation von Professuren

Um den Anforderungen des Kollektivvertrags für ArbeitnehmerInnen der Universitäten künftig besser zu entsprechen bzw. um für die erstmals zu evaluierenden Professuren gem. § 99(3) eine zuverlässige Bewertungsgrundlage zu haben, wurden zwei neue Richtlinien ausgearbeitet und von Rektorat und Senat beschlossen. Diese sehen u.a. eine Positionierung der WissenschafterInnen entsprechend dem "Knowledge Triangle" zwischen „Education“, „Research“ und „Innovative Practice“ vor; darüber hinaus ist gemäß der neuen Richtlinien die Erstellung eines Teaching Portfolios vorgesehen.

The Knowledge Triangle

A valuable model to refer to is, that of the so-called ‘knowledge triangle’, which explains the interactions between research, education and innovation as the interdependent drivers of a knowledge-based society. The base of the triangle is formed by the connection between research and education and both contribute to innovation, for example through practical application, at the top of the triangle. It should be emphasised that this image, static as it may seem, presupposes that under optimal conditions the connections between the three points of the triangle are highly dynamic. Teaching at universities, for example, should be research driven, and good teaching raises questions that form starting points for new research. Research driven teaching also gives students the ability to work as innovative practitioners or researchers. Innovative practitioners, in turn, provide valuable contributions to practice-oriented teaching and to gathering empirical data for answering research questions. These connections are illustrated by the arrows.

2016 wurden insgesamt 19 Verfahren zur Evaluation von Professuren eingeleitet, bei fünf davon, dabei handelt es sich um Professuren gem. § 99(3), nach einem Verfahren mit internationalen GutachterInnen.

4. Evaluationen in Studium und Lehre

Im Bereich Studium und Lehre wurden in Abstimmung mit der universitätsinternen Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung in der Lehre“ verschiedene qualitätssichernde Maßnahmen weiterentwickelt bzw. umgesetzt, um eine qualitätssichernde Begleitung des Bereichs Studium und Lehre sicherzustellen.

4.1 Lehrveranstaltungsbewertung

Im Jahre 2016 wurden in der Lehrveranstaltungsbewertung neue Akzente gesetzt: Ab Sommersemester 2016 wurde von einer Vollerhebung auf eine Intervallerhebung umgestellt, was zu einer Entlastung sowohl unter den Lehrenden als auch unter den Studierenden führen und in weiterer Folge zu einer höheren Rücklaufquote führen sollte. Darüber hinaus wurden neue Berichte auf gesamtuniversitärer sowie auf Departmentebene erstellt, der Follow-up Prozess wurde effektiver gestaltet und es wurden die technischen Möglichkeiten, künftig über Smartphones und Tablets Feedback zu den Lehrveranstaltungen zu geben, eruiert

4.2 Evaluation der UBRM-Studien

Im Zuge der 2016 durchgeführten Evaluation der beiden Studien im Bereich „Umwelt- und Bioressourcenmanagement“ wurden u.a. Daten und Rückmeldungen zu Motiven für die Studienwahl, zum Studienverlauf, Studienabbruch und zur Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen und Inhalten erhoben. Die Ergebnisse dieser Befragungen unter Lehrenden und Studierenden sowie der weiteren Datenerhebungen wurden 2016 von der Stabstelle QM ausgewertet und aufgearbeitet. Der Bericht wird auf der Website der Fachstuko UBRM zum Download angeboten, die Ergebnisse werden aktuell in die UBRM Studienpläne eingearbeitet.

4.3 AbsolventInnenstudien

Nachdem in den letzten vier Jahren alle AbsolventInnen ca. eineinhalb Jahre nach Studienabschluss zu ihrem weiteren Werdegang und ihrer Zufriedenheit mit dem Studium im Rückblick befragt worden waren, führte die BOKU 2016 im Rahmen des Kooperationsprojekts KOAB erstmals eine Panelbefragung  unter AbsolventInnen ca. vier bis fünf Jahre nach Studienabschluss durch. Damit sollte der weitere Werdegang der AbsolventInnen in den Blick genommen werden: Haben sie ein weiteres Studium aufgenommen? Wie gestaltete sich der Berufseinstieg? Wie sieht die aktuelle berufliche Situation aus? Wie wird das Studium an der BOKU im Nachhinein bewertet? Darüber hinaus wurden in der diesjährigen Erhebung Fragen zur beruflichen Weiterbildung und zu Unternehmensgründungen gestellt.

In Hinblick auf das AbsolventInnentracking wurde unter dem Lead der Universität Wien zusammen mit 4 weiteren Universitäten ein HRSM-Projekt eingereicht. Das Projekt wurde bewilligt mit der Auflage es mit einem zweiten Projekt zu verschränken. Ein integriertes Angebot, an dem voraussichtlich 12 Universitäten teilnehmen werden, wird bis Ende April 2017 erstellt.

IV. Universitätsübergreifende Aktivitäten

Die Stabstelle QM stand auch 2016 in einem regen Informationsaustausch mit anderen Universitäten des „Netzwerks für Qualitätsmanagement und Qualitätsentwicklung der österreichischen Universitäten“.

Die Stabstelle Qualitätsmanagement gab nach 12 Jahren die Leitung einer ExpertInnengruppe zu Quality Assurance im Rahmen der „Euro League for Life Sciences“ (ELLS), einem Netzwerk von sieben europäischen Universitäten in den Lebenswissenschaften, ab. Die QA Gruppe erhielt über den ELLS Fund eines Unterstützung für ein Projekt, in dem durch geeignete Feedbackmechanismen, die die Anforderungen eines „international classrooms“ in besonderer Weise berücksichtigen, Lerneffekte gesteigert werden. Die BOKU evaluierte auch 2016 wieder sämtliche ELLS Summer Schools und deren Ergebnisse wurden im Rahmen der ELLS Konferenz an der Universität Hohenheim präsentiert.

Die Stabsstelle QM beteiligte sich mit Erhebungsdesigns und Auswertungen bzw. Workshops zur Qualitätsentwicklung an diversen EU-Projekten und koordinierte im Rahmen des Tempus Projekts „Life ADA“ das Evaluation Board.

V. Auflagen und Empfehlungen

Seit dem Abschluss des Quality Audits im September 2014 ist das QMS der BOKU durch die AQ Austria für sieben Jahre zertifiziert. Im Zuge dieser Zertifizierung wurden der BOKU keine Auflagen erteilt. Die Empfehlungen der GutachterInnen wurden hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit geprüft und flossen in die Leistungsvereinbarung 2016-18 ein. Sie umfassen im Wesentlichen folgende Punkte:

  • Lehrveranstaltungsevaluierung
  • Verfügbarkeit von studienrelevanten Informationen
  • Systematische Einbezugnahme von studentischen Beurteilungen in das Monitoring
  • Studierenden- und Lehrendenbefragungen, z.B. zu Studierbarkeit und Rahmenbedingungen
  • Differenziertere Aufarbeitung von Daten für interne Zwecke.

VI. Follow-Up Maßnahmen aus der Auditierung des Qualitätsmanagementsystems bzw. den Evaluierungen

Auf Basis der Empfehlungen der Peers plant die BOKU jedes Jahr eine QM-Maßnahme schwerpunktmäßig zu verfolgen. Im Jahre 2016 wurden in der Lehrveranstaltungsbewertung neue Akzente gesetzt: Ab Sommersemseter 2016 wurde von einer Vollerhebung auf eine Intervallerhebung umgestellt, was zu einer Entlastung sowohl unter den Lehrenden als auch unter den Studierenden und in weiterer Folge zu einer höheren Rücklaufquote führen sollte. Darüber hinaus wurden neue Berichte auf gesamtuniversitärer sowie auf Departmentebene erstellt, der Follow-up Prozess wurde effektiver gestaltet und es wurden die technischen Möglichkeiten, über Smartphones und Tablets Feedback zu den Lehrveranstaltungen zu geben, eruiert.

Die Erfahrungen aus dem Quality Audit wurden zusammen mit KollegInnen von den Universitäten Innsbruck und Salzburg kritisch reflektiert und Anfang des Jahres in der Zeitschrift „Qualität in der Wissenschaft“, Universitätsverlag Webler, publiziert und im Rahmen der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Evaluation vorgestellt.