I. Ausgestaltung und Entwicklungsstand des Qualitätsmanagementsystem in Hinblick auf dessen Auditierung

Das nachstehende Konzept stellt die Einbettung des BOKU QMS in Governance, Leistungsprozesse, Feedbackstruktur und das Umfeld dar (siehe auch Selbstbericht zum Quality Audit 2014, Kapitel 4.7). Das Quality Board unter Vorsitz von Rektor Gerzabek leitet als Steuerungsgruppe die strategische Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems, hierbei wird es von zwei internationalen Expert/innen begleitet, Frau Prof. Bernadette Charlier (Universität Fribourg, Schweiz) und Herr Prof. Uwe Schmidt (Universität Mainz, Deutschland).

Seit dem Abschluss des Quality Audits im September 2014 ist das QMS der BOKU durch die Agentur AQ Austria für sieben Jahre, d. h. bis 2021, zertifiziert. Die BOKU ist somit berechtigt das Qualitätssiegel der AQ Austria zu verwenden, was in Zeiten eines steigenden Wettbewerbes ein wichtiges Signal an KooperationspartnerInnen, (potentielle) MitarbeiterInnen und Studierende sowie externe Stakeholder darstellt und die Erreichung der einschlägigen Standards nach außen sichtbar macht. Die Empfehlungen der Peers wurden flossen auch in die 2015 abgeschlossene Leistungsvereinbarung für die Jahre 2016 bis 2018 ein.

II. Akkreditierungen

In der an der BOKU gewählten Ausgestaltung des QMS sind aktuell keine BOKU-weiten Akkreditierungsmaßnahmen vorgesehen. Punktuell werden an der BOKU angebotene Studien akkreditiert, etwa jene Joint Degree-Programme, für die eine Akkreditierung gemäß der rechtlichen Vorgaben des Staats der Partnerhochschule verpflichtend ist.

III. Interne und externe Evaluierungen

1. Evaluation von Organisationseinheiten

Das an der BOKU entwickelte Verfahren zur Evaluation von Organisationseinheiten bewertet neben den in der Vergangenheit erbrachten Leistungen insbesondere auch die Entwicklungsperspektiven eines Departments. Bei der Erstellung des Selbstevaluationsberichts ist auf eine konsequente Ausrichtung auf Qualitätsmanagement zu achten, d.h. die Departments haben in ihrer Selbstdarstellung Ziele zu definieren, ihre Umsetzung zu beschreiben, sie zu bewerten und anschließend Verbesserungsvorschläge zu machen. Als Peers werden ausschließlich unabhängige ExpertInnen aus dem Ausland bestellt; auch 2015 gelang es wieder hochkarätige Peers zu gewinnen. Die Ergebnisse dieser Evaluationsverfahren fließen in die internen Zielvereinbarungen ein.
2015 wurde die Evaluation des Departments für „Materialwissenschaften und Prozesstechnik“ (MAP) abgeschlossen. Wie auch in den letzten Jahren wurden im Anschluss an das abgeschlossene Evaluationsverfahren die Peers um deren Feedback gebeten, um das Verfahren weiter zu optimieren.

Nachdem mit dem oben genannten Verfahren nun alle Departments der BOKU diese Evaluation in den letzten Jahren durchlaufen haben, wurde 2015 an einer Meta-Review dieses Evaluationsverfahrens gearbeitet. Dabei steht einerseits das Verfahren selbst im Mittelpunkt; es wurden die Erfahrungen bei der Umsetzung des Verfahrens gesammelt und die entsprechenden Stärken und Schwächen bewertet. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen sollen die Durchführung der zukünftigen Verfahren zur Evaluation von Organisationseinheiten noch wirksamer machen. Zum anderen erfolgte eine inhaltliche Analyse der Empfehlungen der Peers in Hinblick auf deren Übertragbarkeit auf andere Departments sowie auf die gesamte Universität.

2. Themenbezogene Evaluation: Bioökonomie

Angesichts der sogenannten „Grand Challenges“ der 21. Jahrhunderts, wie die nachhaltige Versorgung der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln, die zunehmende Ressourcenknappheit sowie die Reduktion der Treibhausgasemissionen, sind neue, nachhaltige Arten des Wirtschaftens erforderlich. So ist von den Universitäten in Österreich nur die BOKU in der Lage, ganze nachhaltige Produktions- und Wertschöpfungsketten (von der Produktion über den Verbrauch bis zur Entsorgung) durchgängig zu bearbeiten. Daher beauftragte das Rektorat 2015 eine Department-übergreifende Evaluation um zu klären, inwieweit die BOKU die inhaltlichen Herausforderungen der Bioökonomie in der Forschung ausreichend abbildet und welche Maßnahmen künftig erforderlich sind, um die für die Bioökonomie relevanten Aktivitäten an der BOKU unter Beachtung der Rahmenbedingungen weiterhin nachhaltig zu stärken. In der aktuellen Evaluierung handelt es sich primär um eine Evaluation mit starkem Forschungsbezug, wobei angedacht ist, basierend auf den Ergebnissen dieser Evaluation Fragestellungen zu den Anforderungen der Bioökonomie an die Lehre sowie gegebenenfalls auch an die universitäre Weiterbildung, in einem zukünftigen Projekt zu bearbeiten.

Es ist vorgesehen, die Ergebnisse dieser Evaluation in den ab 2016 zu erstellenden Entwicklungsplan einfließen zu lassen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse auch in den österreichischen Stakeholderprozess zur Erarbeitung einer österreichischen Bioökonomie-Strategie eingebracht.

3. Evaluation von Professuren und wissenschaftlichem Personal

2015 schloss die Stabstelle QM zwei Verfahren aus dem Vorjahr ab und begleitete weitere sechs Verfahren zur Evaluation von Professuren und wissenschaftlichen Personal, davon betraf ein Verfahren die nach Kollektivvertrag durchzuführende Evaluation der A2-Stellen (Assoz. Prof.). Zudem wurde 2015 an der Überarbeitung der bestehenden Richtlinie für personenbezogene Evaluationen sowie der Neugestaltung einer Richtlinie für die 2016 erstmalig zu startenden Qualifikationsprüfungen gem. § 99 Abs. 3 Universitätsgesetz 2002 gearbeitet.

4. Evaluation in Studium und Lehre sowie universitärer Weiterbildung

Im Bereich Studium und Lehre wurden in Abstimmung mit der permanenten Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung in der Lehre“ verschiedene qualitätssichernde Maßnahmen weiterentwickelt bzw. umgesetzt, um eine qualitätssichernde Begleitung des Bereichs Studium und Lehre von der Studieneingangs- und Orientierungsphase bis nach Abschluss des Studiums sicherzustellen:

4.1 Evaluierung der Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP)

Im Frühjahr 2015 erfolgte die Auswertung und Diskussion der Ergebnisse der Evaluierung der StEOP der Bachelorstudien „Agrarwissenschaften“ und „Lebensmittel- und Biotechnologie“ des WS 2014/15, wobei die Erstsemestrigen bei einer guten Rücklaufquote ein sehr differenziertes Feedback etwa zu den Informationsquellen für die Studienwahlentscheidung, zu den Gründen für die Entscheidung für das gewählte Studium sowie zu den organisatorischen Rahmenbedingungen der StEOP gaben. Erfreulich ist, dass sich die Informiertheit über das eigene Studium im Zeitraum von der Zulassung bis zum Ende der StEOP-Lehrveranstaltungen deutlich verbesserte sowie dass die überwiegende Mehrheit der Studierenden (84 %) sich sicher ist, im für sie „richtigen“ Studium zu sein.

Im November/Dezember 2015 wurden die Erstsemestrigen des Bachelorstudiums Umwelt- und Bioressourcenmanagement in gleicher Form (online, anonym) zu Studienwahl und –beginn, zur StEOP und zu Ihrer Einschätzung des gewählten Studiums befragt. Die Auswertung dieser Umfrage und die Rückmeldung der Ergebnisse an die entsprechenden Stellen erfolgen 2016.

4.2 Lehrveranstaltungsbewertung

Wie in den Vorjahren wurden auch 2015 flächendeckend alle Lehrveranstaltungen durch die Studierenden bewertet. Bei dieser Lehrveranstaltungsbewertung werden sowohl der Lehr-Lern-Prozess als auch die Studienbedingungen erfasst und Qualitätsmerkmale für unterschiedliche Ebenen im Bereich Lehre und Studium erhoben (z.B. Verhalten eines/r Lehrenden; Lehrveranstaltung/-aktivität). Der Befragungszeitraum nach ca. zwei Dritteln des Semesters ermöglicht den Lehrenden, die Ergebnisse noch im laufenden Semester in der jeweiligen Lehrveranstaltung zu besprechen bzw. ggf. darauf zu reagieren.

4.3 Evaluation der UBRM-Studien

Auf Bestreben der zuständigen Fachstudienkommission wurde 2015 eine Evaluation der UBRM-Studien gestartet, um die Zufriedenheit der Studierenden und Lehrenden mit dem Studium zu erfassen. Darüber hinaus soll analysiert werden, inwieweit das vor etwa 5 Jahren überarbeitete Curriculum den aktuellen Wünschen entspricht. 967 Studierende nahmen an der entsprechenden Befragung im November/Dezember 2015 teil (Rücklaufquote 37,5 %) und gaben sehr differenzierte Rückmeldungen zu den UBRM-Studien. Die Ergebnisse dieser Befragung sowie der weiteren Datenerhebungen werden 2016 ausgewertet und aufgearbeitet.

4.4 AbsolventInnenstudien

Auch 2015 wurden auf Basis der AbsolventInnenstudien für die BOKU wertvolle Informationen in Hinblick auf die Arbeitsmarktsituation der AbsolventInnen und auf deren retrospektive Bewertung der Curricula gewonnen, analysiert und diskutiert.

Im Rahmen des „Kooperationsprojekt Absolventenstudien“ (KOAB), an dem über 70 Hochschulen aus dem deutschen Sprachraum teilnehmen, werden AbsolventInnen ca. 1,5 Jahre nach Ihrem Studienabschluss zum Studium und zum Berufsweg befragt. Im Februar 2015 wurde die Befragung des Abschlussjahrgangs 2012/13 mit knapp 800 teilnehmenden AbsolventInnen bzw. einer Rücklaufquote von 55,6 % abgeschlossen. Zusätzlich erfolgte im Oktober 2015 der Start der Befragung des Abschlussjahrgangs 2013/14, wofür knapp 1.600 AbsolventInnen kontaktiert wurden.

Wie in den Vorjahren wurden Ergebnisberichte der bisherigen AbsolventInnenstudien auf der BOKU-Webseite (http://www.boku.ac.at/absstudien.html) veröffentlicht. Im März 2015 erschien zudem ein Sonderheft des Magazins BOKU unter dem Titel „Die Karriere mit dem BOKU-Studium“, in dem ausgewählte Ergebnisse der letzten AbsolventInnenstudien zur Bewertung der Studien, zur Jobsuche und zur Beschäftigungssituation präsentiert wurden. Diese Ergebnisse wurden mit Portraits von AbsolventInnen verknüpft und zeigen so Studierenden und (Studien-)Interessierten, der BOKU-Community und der Öffentlichkeit, wie eine Karriere nach dem BOKU-Studium aussehen kann. Das Sonderheft ist online auf der BOKU-Webseite oder im BOKUalumni-Büro erhältlich.

4.5 Universitäre Weiterbildung

Für die stattfindenden Programme der universitären Weiterbildung wurde die AbschließerInnenbefragung als zentrales Element der im allgemeinen Qualitätssicherungskonzept beschriebenen Maßnahmen weitergeführt: Dabei wurden nach dem Abschluss eines Universitätslehrgangs mit mind. 60 ECTS-Anrechnungspunkten die AbsolventInnen retrospektiv zu dem Programm befragt und um Bewertung verschiedener Programmaspekte gebeten. Zudem wurden erstmals die TeilnehmerInnen und Lehrenden eines Universitätslehrgangs mit mind. 60 ECTS-Anrechnungspunkten nach etwa der Hälfte des Programms um ein Zwischenfeedback und die Bewertung verschiedener Programmaspekte gebeten. Die aggregierten und anonymen Rückmeldungen beider Befragungen ergingen an die Programmleitung, die aus den Ergebnissen mögliche Verbesserungsmaßnahmen ableitet.

IV. Universitätsübergreifende Aktivitäten

Die Stabstelle Qualitätsmanagement koordiniert im Rahmen der „Euro League of LifeSciences“ (ELLS), einem Netzwerk von sieben europäischen Universitäten in den Lebenswissenschaften, eine ExpertInnengruppe im Bereich Quality Assurance, die 2015 sämtliche ELLS Summer Schools auf Basis eines online Fragebogens evaluierte sowie diese Ergebnisse im Rahmen der ELLS Konferenz an der Czech Universität for Life Sciences (CULS) präsentierte.

Die Stabstelle QM stand 2015 auch in einem regen Informationsaustausch mit anderen Universitäten des „Netzwerks für Qualitätsmanagement und Qualitätsentwicklung der österreichischen Universitäten“ und nahm an einer internationalen Tagung des Netzwerks teil.

V. Follow-Up Maßnahmen

Das unter Punkt I skizzierte Qualitätsmanagementsystem wird unter der strategischen Leitung des Quality Boards laufend weiterentwickelt, vor allem unter dem Gesichtspunkt dessen Wirksamkeit bei gleichzeitiger Optimierung der eingesetzten Verfahren.

Viele der unter Punkt II angeführten Evaluationen mündeten 2015 und münden 2016 in spezifische Follow-Up Maßnahmen. So wurde nach Abschluss der Evaluation sämtlicher Departments an der BOKU 2015 eine Metaevaluation des Verfahrens durchgeführt, die in der Überarbeitung der zugrundeliegenden Richtlinie endet. Hinsichtlich der Evaluation von Professuren erfolgte 2015 die Entwicklung einer eigenen Richtlinie zur Qualifikationsprüfung gem. § 99 Abs. 3 Universitätsgesetz 2002.

Im Bereich Studium und Lehre werden 2016 Follow-up-Maßnahmen zur 2015 durchgeführten Evaluierung der Studieneingangsphase eines Bachelorstudiums gesetzt. Zudem erfolgte 2015 eine Analyse der bisherigen Umsetzung der Lehrveranstaltungsbewertung, im Zuge die Diskussion über die Einführung eines Intervallsystems, das die derzeitige Vollerhebung ablösen könnte, initiiert wurde. Die Datenerhebungen zur Evaluierung der UBRM-Studien werden 2016 aufgearbeitet und hinsichtlich Follow-Up-Maßnahmen interpretiert. Die Daten der bisherigen AbsolventInnenstudien werden 2016 weiter aufgearbeitet und sollen zukünftig um eine Panel-Befragung ergänzt werden.