I. Ausgestaltung und Entwicklungsstand des Qualitätsmanagementsystem in Hinblick auf dessen Auditierung

 

Das nachstehende Konzept stellt die Einbettung des BOKU QMS in Governance, Leistungsprozesse, Feedbackstruktur und das Umfeld dar (siehe auch Selbstbericht zum Quality Audit, Kapitel 4.7). Das Quality Board unter Vorsitz von Rektor Gerzabek leitet als Steuerungsgruppe die strategische Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems, hierbei wird es von zwei internationalen ExpertInnen begleitet.

Einbettung des BOKU QMS

Nach der Erstellung der Qualitätsdokumentation im vorangegangenen Jahr wurden im März und Mai 2014 die beiden Vor-Ort-Besuche durchgeführt. Dabei besuchten die fünf internationalen GutachterInnen die drei Standorte Türkenschanze, Muthgasse und Tulln und sprachen mit insgesamt über 100 MitarbeiterInnen und Studierenden der BOKU über das Qualitätsmanagementsystem der BOKU. Die GutachterInnengruppe konstatierte dem BOKU-QMS, dass es „… in vollem Maße den Anspruch eines integrierten Systems [erfüllt], in dem alle relevanten Bereiche hinreichend berücksichtigt sind“. Die Gespräche bei den Vor-Ort-Besuchen ermöglichten den GutachterInnen einen „… sehr umfassenden Einblick in ein konzeptionell differenziertes, gut etabliertes und in den Alltagsroutinen gelebtes Qualitätsmanagementsystem.“ Zudem betonen die GutachterInnen, dass für sie die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Interessensgruppen und Organen an der BOKU gut sichtbar wurde und sich alle Gruppen sehr stark mit der BOKU identifizieren.

Das Board der AQ Austria beschloss in seiner Sitzung im September 2014 die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems (QMS) der BOKU ohne Auflagen. Diese Zertifizierung ist somit für sieben Jahre, d. h. bis 2021, gültig. Die BOKU ist nunmehr berechtigt das Qualitätssiegel der AQ Austria zu verwenden, was in Zeiten eines steigenden Wettbewerbes ein wichtiges Signal an KooperationspartnerInnen, (potentielle) MitarbeiterInnen und Studierende sowie externe Stakeholder darstellt und die Erreichung der einschlägigen Standards nach außen sichtbar macht. Die Empfehlungen der Peers wurden intensiv diskutiert und flossen in einen mittelfristigen Maßnahmenplan ein.

II. Interne und externe Evaluationen

1. Evaluation von Organisationseinheiten

Das an der BOKU entwickelte Verfahren zur Evaluation von Organisationseinheiten bewertet neben den in der Vergangenheit erbrachten Leistungen insbesondere auch die Entwicklungsperspektiven eines Departments. Bei der Erstellung des Selbstevaluationsberichts ist auf eine konsequente Ausrichtung auf Qualitätsmanagement zu achten, d.h. die Departments haben in ihrer Selbstdarstellung Ziele zu definieren, ihre Umsetzung zu beschreiben, sie zu bewerten und anschließend Verbesserungsvorschläge zu machen. Als Peers werden ausschließlich unabhängige ExpertInnen aus dem Ausland bestellt; auch 2014 gelang es wieder hochkarätige Peers zu gewinnen. Die Ergebnisse dieser Evaluationsverfahren fließen in die internen Zielvereinbarungen ein.

2014 wurde die Evaluation des Departments für „Raum, Landschaft und Infrastruktur“ (RaLI) abgeschlossen sowie der Vor-Ort-Besuch für das Evaluationsverfahren am Department für „Materialwissenschaften und Prozesstechnik“ (MAP) durchgeführt. Wie auch in den letzten Jahren wurden im Anschluss an das abgeschlossene Evaluationsverfahren die Peers um deren Feedback gebeten, um das Verfahren weiter zu optimieren.

Nachdem mit den beiden oben genannten Verfahren nun alle Departments der BOKU diese Evaluation durchlaufen haben, wurde 2014 die Meta-Review dieses Evaluationsverfahrens eröffnet. Dabei steht einerseits das Verfahren selbst im Mittelpunkt; es werden die Erfahrungen bei der Umsetzung des Verfahrens gesammelt und die entsprechenden Stärken und Schwächen bewertet. Abschließend sollen Empfehlungen für die Durchführung der zukünftigen Verfahren zur Evaluation von Organisationseinheiten abgeleitet werden. Zum anderen ist eine inhaltliche Analyse der Empfehlungen der Peers in Hinblick auf deren Übertragbarkeit auf andere Departments sowie auf die gesamte Universität vorgesehen.

2. Evaluation von Professuren und wissenschaftlichem Personal

2014 begleitete die Stabstelle QM insgesamt sieben Verfahren zur Evaluation von Professuren und wissenschaftlichen Personal, davon betrafen fünf Verfahren die nach Kollektivvertrag durchzuführende Evaluation der A2-Stellen (Assoz. Prof.).

3. Evaluationen in Studium und Lehre sowie universitärer Weiterbildung

Im Bereich Studium und Lehre wurden in Abstimmung mit der permanenten Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung in der Lehre“ verschiedene qualitätssichernde Maßnahmen weiterentwickelt bzw. umgesetzt, um eine qualitätssichernde Begleitung des Bereichs Studium und Lehre von der Studieneingangs- und Orientierungsphase bis nach Abschluss des Studiums sicherzustellen:

3.1. Evaluierung der Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP)

Im Frühjahr 2014 erfolgte die Auswertung und Diskussion der Ergebnisse der Evaluierung der StEOP der Bachelorstudien Forstwirtschaft und Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur des WS 2013/14, wobei die Erstsemestrigen bei einer guten Rücklaufquote (25,1 %) ein sehr differenziertes Feedback zu den Informationsquellen für die Studienwahlentscheidung bzw. für den Studienbeginn, zu den Gründen für die Entscheidung für die BOKU bzw. für das gewählte Studium sowie zu den organisatorischen Rahmenbedingungen der StEOP gaben. Erfreulich ist, dass sich die Informiertheit über das eigene Studium im Zeitraum von der Zulassung bis zum Ende der StEOP-Lehrveranstaltungen deutlich verbesserte sowie dass die überwiegende Mehrheit der Studierenden (79,8 %) sich sicher ist, im für sie „richtigen“ Studium zu sein.

In der zweiten Hälfte des Wintersemesters 2014/15 wurden die Erstsemestrigen der Bachelorstudien Agrarwissenschaften und Lebensmittel- und Biotechnologie in gleicher Form (online, anonym) zu Studienwahl und –beginn sowie zur StEOP befragt. Die Auswertung dieser Umfrage und die Rückmeldung der Ergebnisse an die entsprechenden Stellen erfolgen 2015.

3.2. Lehrveranstaltungsevaluierung

Wie in den Vorjahren wurden auch 2014 flächendeckend alle Lehrveranstaltungen durch die Studierenden evaluiert. Bei dieser Lehrveranstaltungsevaluierung werden sowohl der Lehr-Lern-Prozess als auch die Studienbedingungen erfasst und Qualitätsmerkmale für vier unterschiedliche Ebenen im Bereich Lehre und Studium erhoben (Verhalten eines/r Lehrenden; Lehrveranstaltung/-aktivität; Modul; Studiengang). Der Evaluierungszeitraum nach ca. zwei Dritteln des Semesters ermöglicht den Lehrenden, die Ergebnisse noch im laufenden Semester in der jeweiligen Lehrveranstaltung zu besprechen bzw. ggf. darauf zu reagieren.

3.3. AbsolventInnenstudien

Auch 2014 wurden auf Basis der AbsolventInnenstudien für die BOKU wertvolle Informationen in Hinblick auf die Arbeitsmarktsituation der AbsolventInnen und auf deren retrospektive Bewertung der Curricula gewonnen, analysiert und diskutiert.

Im Rahmen des „Kooperationsprojekt Absolventenstudien“ (KOAB), an dem über 70 Hochschulen aus dem deutschen Sprachraum teilnehmen, werden AbsolventInnen ca. 1,5 Jahre nach Ihrem Studienabschluss zum Studium und zum Berufsweg befragt. Im Februar 2014 wurde die Befragung des Abschlussjahrgangs 2011/12 mit über 730 teilnehmenden AbsolventInnen bzw. einer Rücklaufquote von 51,0 % abgeschlossen. Zusätzlich erfolgte im Oktober 2014 der Start der Befragung des Abschlussjahrgangs 2012/13, wofür über 1.400 AbsolventInnen kontaktiert wurden.

Zudem wurden ausgewählte Ergebnisse der bisherigen AbsolventInnenstudien auf der BOKU-Webseite (http://www.boku.ac.at/absstudien.html) veröffentlicht, bspw. aus dem AbsolventInnentracking die sogenannten „Factsheets“ zu allen Studienbereichen und Studien der BOKU, aus denen u.a. die Dauer zwischen Studienabschluss und Aufnahme der ersten Erwerbstätigkeit (Median für alle Abschlüsse: 2,6 Monate) und die – durchwegs sehr erfreuliche – Entwicklung des Bruttomonatseinkommens von Studienabschluss bis fünf Jahre danach herausgelesen werden können. Die aus den Daten der AbsolventInnenbefragung des Abschlussjahrgangs 2010/11 generierten und ebenfalls online verfügbaren Berichte dokumentieren, dass die AbsolventInnen in hohem Ausmaß jene Kompetenzen im Studium erworben haben, die dem beruflichen Anforderungen ca. 1,5 Jahre nach Studienabschluss entsprechen, und dass bereits ca. 1,5 Jahre nach Studienabschluss mehr als drei Viertel der AbsolventInnen unbefristet beschäftigt sind. Besonders erfreulich ist, dass acht von zehn AbsolventInnen sich wieder für die BOKU als Studienort entscheiden würden.

3.4. Universitäre Weiterbildung

Für die stattfindenden Programme der universitären Weiterbildung wurde die AbsolventInnenbefragung als zentrales Element der im allgemeinen Qualitätssicherungskonzept beschriebenen Maßnahmen weitergeführt: Nach dem Abschluss eines Universitätslehrgangs mit mind. 60 ECTS-Anrechnungspunkten wurden die AbsolventInnen retrospektiv zu dem Programm befragt und um Bewertung verschiedener Programmaspekte gebeten. Die aggregierten und anonymen Rückmeldungen der TeilnehmerInnen ergingen als Feedback-Information an die Programmleitung, die aus den Ergebnissen mögliche Verbesserungsmaßnahmen ableitete.

III. Universitätsübergreifende Aktivitäten

Die Stabstelle Qualitätsmanagement koordiniert im Rahmen der „Euro League of LifeSciences“, einem Netzwerk von sieben europäischen Universitäten in den Lebenswissenschaften, eine ExpertInnengruppe im Bereich Quality Assurance, die 2014 sämtliche ELLS Summer Schools erstmals auf Basis eines online Fragebogens evaluierte sowie deren Ergebnisse im Rahmen der ELLS Konferenz an der Warschauer Universität für Life Sciences  präsentierte.

Die Stabstelle QM stand auch 2014 nicht zuletzt in Hinblick auf das Quality Audit in einem regen Informationsaustausch mit anderen Universitäten des „Netzwerks für Qualitätsmanagement und Qualitätsentwicklung der österreichischen Universitäten“, nahm an einer internationalen Tagung des Netzwerks teil und fungierte als externe Gutachterin für den Lehrpreis an der Universität Graz.

IV. Follow Up Maßnahmen

Das unter Punkt I skizzierte Qualitätsmanagementsystem wird unter der strategischen Leitung des Quality Boards laufend weiterentwickelt, vor allem unter dem Gesichtspunkt dessen Wirksamkeit bei gleichzeitiger Optimierung der eingesetzten Verfahren.

Viele der unter Punkt II angeführten Evaluationen münden 2015 in spezifische Follow-Up Maßnahmen. So wird nach Abschluss der Evaluation sämtlicher Departments an der BOKU 2015 eine Metaevaluation des Verfahrens durchgeführt. Hinsichtlich der Evaluation von Professuren ist die Entwicklung einer eigenen Richtlinie zur Evaluationen der Professuren gem. § 99 (3) UG 2002 vorgesehen.

Im Bereich Studium und Lehre (Punkt III.3.) werden 2015 Follow-up-Maßnahmen zur 2014 durchgeführten Evaluierung der Studieneingangsphase zweier Bachelorstudien gesetzt und die Lehrveranstaltungsevaluierung um spezifische Auswertungen ergänzt; zudem ist eine Analyse der bisherigen Umsetzung der Lehrveranstaltungsevaluierung für 2015 vorgesehen. Die Daten der bisherigen AbsolventInnenstudien werden 2015 weiter aufgearbeitet und um die Befragung eines weiteren Abschlussjahrgangs ergänzt.