Einbettung des BOKU QMS

Das 2013 vom Quality Board der BOKU verabschiedete Konzept (siehe Abbildung unten) stellt die Einbettung des BOKU QMS in Governance, Leistungsprozesse, Feedbackstruktur und das Umfeld dar (siehe auch Selbstbericht zum Quality Audit, Kapitel 4.7). Das Quality Board unter dem Vorsitz von Rektor Gerzabek leitet als Steuerungsgruppe die strategische Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems, hierbei wird es von zwei sehr renommierten externen ExpertInnen unterstützt.

Einbettung des BOKU QMS

Umgesetzten Maßnahmen

Nachstehend werden die wichtigsten 2013 umgesetzten Maßnahmen zusammengefasst dargestellt:

I.    Vorbereitung Quality Audit

Im Zuge der umfangreichen Vorarbeiten für das Quality Audit wurde unter Einbezug zahlreicher ExpertInnen aus den unterschiedlichen Bereichen der BOKU die Qualitätsdokumentation erarbeitet, die im Dezember 2013 vom Quality Board verabschiedet und Anfang 2014 im Mitteilungsblatt der BOKU veröffentlicht wurde. Dieses Dokument stellt neben der Vorstellung der BOKU und ihres Qualitätsmanagementsystems insbesondere das Qualitätsmanagement in der universitären Steuerung, den Kernaufgaben Studium und Lehre inkl. universitärer Weiterbildung und Forschung sowie in den Querschnittsaufgaben Personalmanagement, Ressourcenmanagement, Informationsmanagement und Internationalisierung vor. In der abschließenden Analyse des QMS wurde auch auf geplante Weiterentwicklungen des QMS der BOKU eingegangen.
Parallel zur Erstellung der Qualitätsdokumentation wurde mit den Vorarbeiten für die Vor-Ort-Besuche der GutachterInnengruppe im März und im Mai 2014 begonnen; die Zertifizierungsentscheidung soll im Herbst 2014 vorliegen.

II.    Evaluationen

1.    Evaluation von Organisationseinheiten

Das an der BOKU entwickelte Verfahren zur Evaluation von Organisationseinheiten bewertet nicht nur die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen, sondern geht vor allem auf die Entwicklungsperspektiven eines Departments ein. Bei der Erstellung des Selbstevaluationsberichts ist auf eine konsequente Ausrichtung auf Qualitätsmanagement zu achten, d.h. die Departments haben in ihrer Selbstdarstellung Ziele zu definieren, ihre Umsetzung zu beschreiben, sie zu bewerten und anschließend Verbesserungsvorschläge zu machen. Als Peers werden ausschließlich unabhängige ExpertInnen aus dem Ausland bestellt; auch 2013 gelang es wieder hochkarätige Peers zu gewinnen. Um die spezifischen Herausforderungen des jeweiligen Departments zu berücksichtigen und um die Umsetzung der Evaluationsergebnisse zu gewährleisten, werden mit den Peers bzw. mit dem Rektorat Workshops durchgeführt. Die Ergebnisse der Evaluation fließen in die internen Zielvereinbarungen ein.
2013 wurden die Evaluationen des Departments für „Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung“ (DIBB) sowie des Departments für „Bautechnik und Naturgefahren“ (BAUNAT) abgeschlossen. Weiters wurde im Zuge der Evaluation des Departments für „Raum, Landschaft und Infrastruktur“ (RaLI) der Selbstevaluationsbericht fertiggestellt sowie das Evaluationsverfahren am Department für „Materialwissenschaften und Prozesstechnik“ (MAP) eröffnet. Wie auch in den letzten Jahren wurden im Anschluss an die abgeschlossenen Evaluationsverfahren die Peers um deren Feedback gebeten, um das Verfahren weiter zu optimieren.

2.    Evaluation von Professuren und wissenschaftlichem Personal

2013 wurde die Stabstelle QM mit der Begleitung der Verfahren für die nach Kollektivvertrag durchzuführende Evaluation der A2-Stellen (Assoz. Prof.) nach der Richtlinie für die Evaluation von wissenschaftlichem Personal betraut. Sechs entsprechende Verfahren wurden 2013 bereits durchgeführt.

III.    QM in Studium und Lehre sowie universitärer Weiterbildung

Im Bereich Studium und Lehre wurden in Abstimmung mit der Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung in der Lehre“, einer permanenten, gemeinsam von Senat und Rektorat eingesetzten Arbeitsgruppe, verschiedene qualitätssichernde Maßnahmen weiterentwickelt (z.B. Evaluierung der Studieneingangs- und Orientierungsphase) bzw. umgesetzt (z.B. rekonzeptionierte Lehrveranstaltungsevaluierung). Gemeinsam mit den beiden im Jahr 2012 gestarteten AbsolventInnenstudien erfolgt so eine qualitätssichernde Begleitung des Bereichs Studium und Lehre von der Studieneingangs- und Orientierungsphase bis nach Abschluss des Studiums:
 

1.    Curriculumentwicklung

Die Qualitätssicherung der Studienprogramme in Form einer Überarbeitung der Bachelor- und Masterstudien erfolgte nach definierten universitätsinternen Prozessen und Bologna-konformen Strukturvorgaben und wurde mit dem Sommersemester 2013 abgeschlossen. Notwendige inhaltliche Adaptionen der Curricula erfolgten durch die zuständigen Gremien, wie etwa Änderungen von Lehrveranstaltungen oder die Anpassung von ECTS-Punkten an den tatsächlichen Workload der Studierenden.

2.    Evaluierung der Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP)

Im Frühjahr 2013 erfolgte die Auswertung und Diskussion der Ergebnisse der Evaluierung der StEOP des WS 2012/13, wobei die BefragungsteilnehmerInnen (n=542) ein sehr differenziertes Feedback zu den organisatorischen Bedingungen in der StEOP (z.B. Termine der Lehrveranstaltungen und der Prüfungen) gaben. Erfreulich ist auch, dass sich die Informiertheit über das eigene Studium im Zeitraum von der Zulassung bis zum Ende der StEOP-Lehrveranstaltungen deutlich verbessert hatte sowie dass die große Mehrheit der Studierenden (94 %) im gewählten Studium bleiben möchte.
Im April 2013 wurde das in den Vorjahren eingesetzte Evaluationskonzept angepasst, da die Befragungen der beiden vergangenen Jahre fast deckungsgleiche Daten zu den Rahmenbedingungen, der Informiertheit über das Studium usw. lieferten. Ab dem WS 2013/14 werden somit pro Jahr 2 bis 3 Studienrichtungen für eine detailliertere Befragung ausgewählt, den Start in diesen neuen Evaluationszyklus machten die Bachelorstudien LAP_LARCH und Forstwirtschaft im WS 2013/14. An dieser anonymen online-Befragung nahmen 90 Studierende teil, was einer Rücklaufquote von 25 % entspricht. Die Auswertung dieser Umfrage und die Rückmeldung der Ergebnisse an die entsprechenden Stellen erfolgen 2014.

3.    Umsetzung der Lehrveranstaltungsbewertung NEU inkl. Entwicklung und Einführung aggregierter Ergebnisreports

Die im März 2012 beschlossene, neu konzeptionierte Lehrveranstaltungsevaluierung, die sowohl die Lehr-Lern-Prozesse als auch die Studienbedingungen erfasst und Qualitätsmerkmale für vier unterschiedliche Ebenen im Bereich Lehre und Studium (Verhalten eines/r Lehrenden; Lehrveranstaltung/-aktivität; Modul; Studiengang) beschreibt, wurde im Sommersemester 2013 erstmals flächendeckend umgesetzt. Dabei ist besonders der neue Befragungszeitraum hervorzuheben, der zwei Wochen umfasst und nach etwa 2/3 des Semesters angesetzt ist (im Wintersemester auf Ende November/Anfang Dezember, im Sommersemester auf Mitte bis Ende Mai). Dieses neue System bietet den Lehrenden die Möglichkeit, die Ergebnisse der Evaluierung noch im laufenden Semester an die Studierenden zurückzumelden bzw. ggf. im Rahmen der Lehrveranstaltung darauf zu reagieren. Für geblockte Lehrveranstaltungen besteht zudem die Möglichkeit für die Lehrenden, zu Semesterbeginn einen abweichenden Evaluierungstermin festzulegen, was im Sommersemester 2013 für etwa 10 % und im Wintersemester 2013/14 für etwa 20 % der Lehrveranstaltungen genutzt wurde.
Die Daten der LV-Evaluierung des Sommersemesters 2013 wurden in aggregierter und anonymisierter Form mit Hauptaugenmerk auf die Rücklaufquote und die Bewertungen der 17 Basisitems im Fragebogen ausgewertet. Diese Ergebnisse auf BOKU-Ebene wurden in unterschiedlichen Gremien und Sitzungen (z.B. Rektoratssitzung, Klausur Lehre, Senatssitzung, DepartmentleiterInnenkonferenz, Sitzung der LehrsprecherInnen der Departments und der ProgrammbegleiterInnen) präsentiert und hinsichtlich Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung des Rücklaufs sowie zur Steigerung der Lehrqualität diskutiert.
Darüber hinaus wurden Ergebnisreports entwickelt, die die Evaluierungsergebnisse einer Reihe von Lehrveranstaltungen (z.B. alle Lehrveranstaltungen, die einem Department oder einem Studienprogramm zugeordnet sind) für ein Semester aggregiert darstellen. Diese Berichte stellen ein Ergebnisfeedback dar und dienen der Reflexion und Diskussion über die Qualität der Lehre in den einzelnen Organisationseinheiten bzw. Programmen. Über diesen Weg wird eine breitere Verwendung der Ergebnisse der Lehrveranstaltungsbewertung und Diskussion über die Qualität der Lehre erreicht.

4.    AbsolventInnenstudien

Im Jahr 2012 wurde mit der Umsetzung von zwei AbsolventInnenstudien gestartet, die für die BOKU wertvolle Informationen in Hinblick auf die Bewerbungs- und Arbeitsmarktsituation der AbsolventInnen sowie auf die retrospektive Bewertung der Curricula durch die AbsolventInnen gewinnen sollen.
Im Rahmen des „Kooperationsprojekt Absolventenstudien“ (KOAB), das vom Information Center for Higher Education Research Kassel (INCHER) durchgeführt wird und an welchem über 70 Hochschulen aus dem deutschen Sprachraum teilnehmen, werden AbsolventInnen ca. 1,5 Jahre nach Ihrem Studienabschluss zum Studium und zum Berufsweg befragt. Im Februar 2013 wurde die Befragung des Abschlussjahrgangs 2010/11 abgeschlossen, bei der mit einer TeilnehmerInnenanzahl von über 640 Personen eine Rücklaufquote von über 50% erreicht werden konnte. Zusätzlich zur Aufarbeitung der Daten dieser abgeschlossenen Befragung erfolgte im Oktober 2013 der Start für die Befragung des Abschlussjahrgangs 2011/12, für den alle 1.444 Personen mit Studienabschluss im genannten Studienjahr kontaktiert wurden. Für 2014 ist eine umfassende Diskussion der Ergebnisse dieser Befragungen mit den verantwortlichen Stellen vorgesehen.

5.    Universitäre Weiterbildung

Für die stattfindenden Programme der universitären Weiterbildung wurde die AbsolventInnenbefragung als zentrales Element der im allgemeinen Qualitätssicherungskonzept beschriebenen Maßnahmen realisiert: Nach dem Abschluss eines Universitätslehrgangs mit mind. 60 ECTS-Anrechnungspunkten wurden die AbsolventInnen retrospektiv zu dem Programm befragt und um Bewertung verschiedener Programmaspekte gebeten. Die aggregierten und anonymen Rückmeldungen der TeilnehmerInnen ergingen als Feedback-Information an die Programmleitung, die aus den Ergebnissen mögliche Verbesserungsmaßnahmen ableitete.

IV.    Kooperationen

Die Stabstelle QM koordiniert im Rahmen der „Euro League of Life Sciences“, einem Netzwerk von sieben europäischen Universitäten in den Lebenswissenschaften, eine Expertengruppe im Bereich Quality Assurance, die 2013 sämtliche ELLS Summer Schools evaluierte sowie deren Ergebnisse im Rahmen der ELLS Jahrestagung an der BOKU präsentierte.
Die Mitarbeiter der Stabstelle QM haben 2013 zudem an den Tagungen des „Österreichischen Netzwerks Qualitätsmanagement“, dem alle öffentlichen Universitäten Österreichs angehören, teilgenommen.