14.11.2013


Positionspapier Bioökonomie vorgestellt (14.11.2013)

 

 

Bioökonomie als Chance für das 21. Jahrhundert

Am 13. November 2013 wurde ein von ÖVAF und BIOS Science Austria gemeinschaftlich erarbeitetes Positionspapier Bioökonomie im Lebensministerium in Anwesenheit von Wissenschaftsminister Prof. Töchterle und zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter interessierter Institutionen vorgestellt. Das Positionspapier stellt den ersten konkreten Schritt in der Entwicklung einer eigenständigen nationalen Bioökonomie-Strategie für Österreich dar.

Bioökonomie ist die wissensbasierte Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen. Damit sollen die gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts - wie etwa die nachhaltige Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit qualitativen und sicheren Lebensmitteln, die Reduktion der Treibhausgasemissionen und die Verknappung von Ressourcen - bewältigt und eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht werden. BOKU-Rektor Martin Gerzabek ist überzeugt: „Forschung und Innovation sind integraler Bestandteil für die Bewältigung dieser Grand Challenges. Zugleich ist die strategische Entwicklung einer Bioökonomie eine wichtige Chance zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, die es wahrzunehmen gilt“.

Gemeinsam erwirtschaften die Sektoren der Bioökonomie in Europa einen jährlichen Umsatz von etwa 2 Billionen Euro und beschäftigen ungefähr 22 Millionen Menschen. Bioökonomie zu leben verlangt technologische Innovationen, geeignete sozioökonomische und ökosoziale Rahmenbedingungen und damit auch soziale Erneuerungen in Bezug auf Ernährungsgewohnheiten, Mobilitätsverhalten und Konsummuster sowie Wissens- und Technologietransfer.

Die durch BIOS Science Austria und ÖVAF vorgeschlagenen Umsetzungsschritte umfassen beispielhaft die folgenden Punkte:

  • Entwicklung einer nationalen Bioökonomiestrategie für Österreich unter Einbeziehung der betroffenen Ministerien und Stakeholder
  • Stärkung von Kooperationen und Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft
  • Weiterentwicklung der institutionellen Rahmenbedingungen für die Beteiligung an europäischen und internationalen Forschungsprogrammen

Der Vorschlag der Entwicklung einer nationalen Bioökonomiestrategie für Österreich wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die mit hochrangigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Sozialpartnern besetzt war, mit großer Zustimmung aufgenommen. "In Österreich wurde der Boden früh bereitet, so dass bioökonomisches Denken Früchte trägt", so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. "Mit Initiativen wie dem Bioökonomie-Positionspapier haben die Beteiligten jedenfalls die Zukunft auf ihrer Seite", gratulierte der Minister den InitiatorInnen. Die beiden beteiligten Universitäten, die Veterinärmedizinische Universität Wien und die Universität für Bodenkultur Wien, nehmen aus Sicht des Ministers "eine Vorreiter- und Vorbildfunktion auf dem vielfältigen Gebiet der Bioökonomie ein".

Kontakt / Rückfragen:
Univ.-Prof. Dr. Josef Glößl
Vizerektor der BOKU Wien
josef.gloessl(at)boku.ac.at
Tel. 01-47654-1014

Stichwort ÖVAF
Die österreichische Vereinigung für Agrar-, Lebens- und Umweltwissenschaftliche Forschung (ÖVAF) wurde 1977 als unabhängige Forschungs- Koordinations- und Beratungsplattform im Bereich der Agrarforschung gegründet. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, strategische Fragestellungen aufzugreifen, zu thematisieren und auf Basis eines interdisziplinären wissenschaftlichen Ansatzes bei der Erarbeitung entsprechender Lösungen mitzuwirken.
http://www.oevaf.at/

Stichwort BIOS Science Austria
Im Rahmen der Bios Science Austria wollen die Universität für Bodenkultur Wien, die Veterinärmedizinische Universität Wien und das Lebensministerium mit seinen Institutionen wie der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), dem BFW (Bundesforschungszentrum für Wald) und dem UBA (Umweltbundesamt) im Bereich Lebenswissenschaften Ressourcen bündeln, Themen abstimmen und Synergien schaffen. Ziel ist es, sich als starkes Bündnis im internationalen Umfeld besser behaupten zu können.
http://www.bios-science.at/