26.01.2012


CO2-Kompensationssystem der BOKU startet (26.01.2012)

Eines der Leuchtturmprojekte für Nachhaltigkeit an der BOKU ist das CO2- Kompensationssystem, das bereits Anfang November 2011 BOKU-intern gestartet wurde und Teil eines nachhaltigen Mobilitätssystems an der BOKU ist. Die Möglichkeit, CO2 zu kompensieren wird ab heute österreichweit angeboten - die Oesterreichische Entwicklungsbank (OeEB), die Austrian Development Agency (ADA) sowie Gugler Cross Media konnten als erste Großkunden gewonnen werden.

Warum CO2 Kompensation?
Laut aktuellen wissenschaftlichen Schätzungen hat der weltweite Flugverkehr einen Anteil von etwa 5% am anthropogenen Klimawandel. Ideal wäre daher, Flugreisen zu vermeiden.
Ist Fliegen aber unvermeidbar, bietet die CO2-Kompensation eine Möglichkeit, die so verursachten CO2-Emissionen durch Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern einzusparen - denn für das Weltklima ist es unerheblich, wo genau auf der Welt Treibhausgase (THG) in die Atmosphäre emittiert werden und wo sie eingespart/gebunden werden. THG- bzw. CO2-Emissionen, die während einer Flugreise emittiert werden, sind genau berechenbar – andererseits können aber auch bei Klimaschutzprojekten die eingesparten bzw. gebundenen Mengen an CO2 berechnet und schließlich die Kosten für eine vermiedene Tonne CO2 ermittelt werden.

Zielgruppe des CO2-Kompensationssystems der BOKU sind Unternehmen sowie öffentliche und private Einrichtungen (sowie auch Privatpersonen) in Österreich, die ihre Flugreisen kompensieren wollen.

Qualitätskriterien des BOKU-CO2-Kompensationssystems
Um einem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, unterwirft sich das BOKU-CO2- Kompensationssystem einer Reihe von Qualitätskriterien. So lehnen sich die Berechnungen des eingesparten bzw. vermiedenen CO2 bzw. THG an anerkannte IPCC Standards und Berechnungsmethodologien des CDM (Clean Development Mechanism der UNO) an. Diese Berechnungen werden von einem wissenschaftlichen Beirat (bestehend aus BOKU-MitarbeiterInnen und externen ExpertInnen) überprüft.

Der Beirat hat ebenfalls die Aufgabe, die durch das CO2-Kompensationssystem unterstützten BOKU-Klimaschutzprojekte auszuwählen. Das erste Klimaschutzprojekt der BOKU, das über das CO2 Kompensationssystem erweitert wird, ist ein bestehendes BOKU-Forschungsprojekt: Dabei handelt es sich um ein Projekt zur Aufforstung in Nord-Gondar (Äthiopien), die partizipativ mit der lokalen Bevölkerung geschieht. Hier werden große Mengen an CO2 durch den Aufwuchs der Bäume gespeichert und gleichzeitig u.a. sehr positive Wirkungen für den Bodenschutz, den Wasserhaushalt sowie die Artenvielfalt erzielt.

Vorzüge des BOKU-CO2-Kompensationssystems
Die BOKU-Klimaschutzprojekte, die von BOKU-ForscherInnen geleitet werden, gehen über die reine Kompensation von CO2 bzw. THG hinaus. Sie haben das Ziel, mit hoher Transparenz innovative Klimaschutzmaßnahmen im Gastland umzusetzen - was durch eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und der lokalen Bevölkerung ermöglicht wird. Zudem können daraus in Zukunft umfangreiche, sich selbst tragende Klimaschutzprogramme entstehen. Die BOKU-Klimaschutzprojekte haben neben transparenten Wirkungen im Bereich Klimaschutz auch wichtige Multiplikatoreffekte in Forschung, Lehre und Weiterbildung.

Bei der Auswahl der BOKU-Klimaschutzprojekte wird eine Reihe von Kriterien angewendet. So werden BOKU-Projekte mit vielfältigen positiven ökologischen und sozialen Nutzen (z.B. Klimafreundlichkeit, Biodiversität, Gendergerechtigkeit, Partizipation, Bildung und Weiterbildung) ausgewählt. Um einen nötigen Wissens- und Technologietransfer zu erzielen, werden ausschließlich Projekte in Least Developed Countries im Kontext anerkannter universitärer Forschung und Weiterbildung durchgeführt.

Weitere Ziele der CO2 Kompensation an der BOKU

In Zukunft sollen auch CO2-Emissionen anderer Verkehrsmittel sowie der CO2-Jahresausstoß einer öffentlichen oder privaten Einrichtung bzw. eines Unternehmens kompensiert werden können. Bereits im Frühjahr 2012 soll es die Möglichkeit geben, ein weiteres BOKU-Klimaschutzprojekt in Äthiopien zu unterstützen. Zudem werden in naher Zukunft weitere Klimaschutzprojekte an der BOKU geprüft bzw. initiiert.

Kontakt:
BOKU-Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit
Dr. Thomas Lindenthal, Adam Pawloff
co2.kompensation@boku.ac.at
www.boku.ac.at/co2-kompensation.html