21.06.2012


Urban Gardening in Jedlersdorf

Das von der Universität für Bodenkultur (BOKU) als Versuchsgarten betriebene Grundstück in Wien 21, Gerasdorferstraße 105, wird nun wieder von der BOKU und der Hochschülerschaft der BOKU (ÖH-BOKU) für Urban Gardening verwendet. „Ich freue mich, dass sich dieses wichtige Projekt, das schon seit 2008 besteht, so gut entwickelt. Es ist ein gutes Beispiel für die Verbindung von Wissenschaft und Praxis, wie sie auf der BOKU täglich gelebt wird“, so der Rektor der BOKU, Martin Gerzabek.

 

Bereits im Herbst 2008 wurde der „Gemeinschaftsgarten der Studierenden“ ins Leben gerufen, dessen Idee und Planung im Rahmen einer Lehrveranstaltung erfolgte. Unterstützt wurde das Projekt vom Institut für Garten-, Obst- und Weinbau mit dem Ziel, eine umweltschonende, nachhaltige und klimaneutrale Produktion hochwertiger Lebensmittel im urbanen Raum zu schaffen. Auf einer Gesamtfläche von etwa 600m2 wurden 20 Parzellen errichtet und im Jahr 2009 von über 30 Studierenden in Kleingruppen nach den Richtlinien des Ökologischen Gartenbaus bewirtschaftet. Die erfolgreiche Etablierung des Gemeinschaftsgartens als interdisziplinärer Raum zum Lehren, Lernen und Experimentieren und die große Nachfrage von Seiten der Studierenden machte 2010 bereits eine Erweiterung der Gesamtfläche auf 30 Parzellen mit 40 Gärtnerinnen und Gärtnern notwendig. Mit dem SS 2012 ist der BOKU-Gemeinschaftsgarten zusätzlich in der Hochschülerschaft der Universität für Bodenkultur (ÖH-BOKU) verankert  und die ÖH-BOKU als Trägerin des Gemeinschaftsgartens installiert worden.

 

Im Unterschied zu meist kommerziell geführten Selbsterntegärten bekennt sich die BOKU und deren Studierende zum Prinzip der gemeinschaftlichen Organisation und Verwaltung des Gartens. Dazu gehört das Errichten einer physischen und organisatorischen Infrastruktur. Der Erfolg und die Weiterentwicklung des Gartens basieren auf den Beiträgen der einzelnen Studierenden, die sich je nach persönlicher Stärke und  Vorwissen alleine oder in Arbeitsgruppen einbringen können. „Die Selbstorganisation des Gartens führt zu einem wesentlichen Erwerb von Kompetenzen im Bereich des  Projektmanagements, dem Konfliktmanagement, der Teamfähigkeit und dem vernetztem Denken“, zeigt sich Gerzabek erfreut. Und Daniel Böhm, Vorsitzender der ÖH-BOKU bestätigt: „Das in der Theorie erworbene Wissen über den Gartenbau und die Prinzipien der Ökologischen Landwirtschaft können hier praktisch angewandt und vertieft werden.“

 

Eine Ausweitung auf biologischen Beerenanbau sowie die gemeinschaftliche Nutzung von Kräutern und Zierpflanzen sind derzeit in Planung, ebenso die verstärkte Eingliederung und Verankerung des Gartens in die Lehre. Auch sollen in Zukunft weiterführende Arbeiten zum Thema Gemeinschaftsgärten im städtischen Raum in Form von Projekt-, Seminar- und Masterarbeiten vergeben werden.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Michaela Klement, Leiterin BOKU-Kommunikation, 0664-885 86 435, michaela.klement(at)boku.ac.at

Armin Kolbe, Vorsitzteam ÖH-BOKU, 0650-200 92 60, armin.kolbe@oehboku.at