23.02.2011


Phytoremediation - Sanfte Bodensanierung durch Pflanzen (23.02.2011)

Ein von der EU gefördertes und von der BOKU koordiniertes Forschungsprojekt wird sanfte Bodensanierungstechnologien auf der Basis von Pflanzen und Mikroorganismen bis zur Anwendungsreife weiterentwickeln

Die Verschmutzung unserer Umwelt mit verschiedenen toxischen Substanzen ist nach wie vor eines der großen Probleme unserer Zeit. So z.B. die Kontamination der Böden mit Schwermetallen – sie können nicht abgebaut werden, sondern verbleiben durch die Bindung an Bodenpartikel für viele Jahrzehnte im Boden. Ein Teil davon gelangt ins Bodenwasser und kann so von Pflanzen, Mikroorganismen oder Bodentieren aufgenommen werden. Dadurch besteht auch die Gefahr einer Auswaschung ins Grundwasser oder einer Anreicherung in der menschlichen Nahrungskette, was zu chronischen Erkrankungen beim Menschen führen kann.

In den letzten 20 Jahren wurden verschiedene Methoden zur sanften Bodensanierung mit Pflanzen und Mikroorganismen entwickelt. Dieser Ansatz, der Phytoremediation genannt wird, sichert und verbessert die Bodenqualität, ist kostengünstig und optisch ansprechend. Dabei werden die Schwermetalle entweder durch Aufnahme in die Pflanze entzogen oder es wird der lösliche Anteil der Schwermetalle stark reduziert. In beiden Fällen wird das Risiko einer Belastung des Grundwassers oder der menschlichen Nahrungskette deutlich verringert.

Trotz der Fortschritte, die in den letzten beiden Jahrzehnten erzielt wurden, sind vor der Anwendung in der Praxis noch einige Probleme zu lösen - z.B. hinsichtlich der Nachhaltigkeit dieser Technologie, der Verwertung der produzierten pflanzlichen Biomasse, der Auswirkungen auf das Ökosystem und der sozio-ökonomischen Effekte. Auch soll untersucht werden, welche Pflanzen und Mikroorganismen für eine Bodensanierung besonders geeignet sind.

Im Rahmen des EU-Projekts „Sanfte Bodensanierung von schwermetall-belasteten Böden (GREENLAND)“ wird jetzt für vier Jahre an der Weiterentwicklung der Phytoremediation gearbeitet und diese Technologie zur Praxisreife geführt. Die Koordination des EU-Projekts obliegt der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU); beteiligt sind 17 Partner (6 Universitäten, 7 Forschungszentren, 3 KMUs, 1 staatliche Umweltbehörde) aus 10 europäischen Ländern (Österreich, Schweiz, Belgien, Deutschland, Frankreich, England, Polen, Schweden, Italien, Spanien).

Kontakt / Rückfragen:
Dr. Markus Puschenreiter
BOKU Wien / Department für Wald & Bodenwissenschaften
Rhizosphere Ecology and Biogeochemistry Group
Peter Jordan Strasse 82
A-1190 Vienna
Tel: ++43 1 47654 3126
email: markus.puschenreiter(at)boku.ac.at