28.04.2008


Fußball: Natur statt Plastik (28.04.2008)

Naturrasen oder Kunstrasen fürs Fußballspiel? Angesichts der bevorstehenden Euro eine nicht unwichtige Frage, die BOKU-Experte Florin Florineth eindeutig mit 1:0 für den Naturrasen beantwortet.

Seine Präferenz für den nachwachsenden Rohstoff Naturrasen hat gute Gründe - die allerdings erst dann richtig greifen, wenn Fachleute am Werk sind. Alles hängt vom Aufbau ab und der wiederum von der Art des Bodens. Je wasserdurchlässiger der Boden ist, desto besser und desto weniger zusätzliche Drainageschichten sind notwendig. Die geeigneten Rasensorten sind bekannt und getestet; eine gründliche Bewässerung alle 10 bis 14 Tage ist optimal, weil dann die Wurzeln der Gräser in die Tiefe wachsen. Richtig belüftet und gepflegt macht ein Rasen lange Freude - und das 15 bis 20 Jahre lang, je nach Spielintensität. Der Bodenaufbau samt Begrünung kostet im Normalfall etwa 30 Euro pro Quadratmeter.

Eine Voraussetzung ist aber besonders wichtig: Das Stadion muss von Anfang an so geplant sein, dass genügend Licht einfällt und die Luft zirkulieren kann - Eigenschaften, die ja auch für die Besucher ganz angenehm sind. „Die Haltbarkeit eines Naturrasens hat auch Grenzen. Wenn er mehr als 20 Stunden pro Woche bespielt wird, hält er das nicht gut aus“ meint Florineth. Da kann Kunstrasen auf Trainingsflächen sinnvoll sein. Aber auch der muss gepflegt werden: Sand und Gummigranulat zwischen den “Halmen“ müssen nachgefüllt werden; in heißen Sommern ist auch bei Kunststoff Bewässerung angesagt und selbstverständlich ist das Ballverhalten hier anders, - ganz abgesehen davon, dass es Verbrennungen geben kann, wenn ein Spieler ausrutscht. Auch Kunstrasen muss alle 10 bis 15 Jahre erneuert werden und da wird es dann schwierig: Die Entsorgung, die in den Kosten von 150 Euro pro Quadratmeter noch gar nicht einberechnet ist, wird zum Problem.

Ob Kunstrasen brennt, wenn er von ausrastenden Fans angezündet wird? Glücklicherweise ist das keine Frage, die für die Euro in Österreich relevant ist. Denn sowohl das Ernst-Happel-Stadion als auch alle anderen Stadien in Österreich sind mit Naturrasen bestückt, sogar in Salzburg wird auf dem Kunstrasen für die EURO 2008 ein Naturrasen aufgebaut.

Fotodownloads zu dieser Presseaussendung: www.boku.ac.at/rasen_fotodownload.html

Kontakt / Rückfragen:
Prof.Florin Florineth
Universität für Bodenkultur
Department für Bautechnik und Naturgefahren, Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau
Peter Jordan-Straße 82, A-1190 Wien
Tel.: 01/ 47654 - 7301
        0664/ 350 47 58
Fax: 01/ 47654 - 7349
E-Mail: florin.florineth(at)boku.ac.at