AUSSERUNIVERSITÄRE FORSCHUNGSEINRICHTUNGEN

 

Institut für Molekulare Pathologie

 
Geschäftsführender Direktor: Univ. Prof. Dr. Kim Nasmyth
Dr. Bohrg.7, A-1030 Wien
Tel.: 1/ 797 30
Fax: 1/ 798 71 53

http://www.imp.univie.ac.at/

Das I.M.P. wurde 1986 in der Absicht gegründet, eine wissenschaftlich herausragende Forschungsstätte auf dem Gebiet der Biologie entstehen zu lassen. Der Schwerpunkt der Anstrengungen liegt in der Aufklärung der molekularen Ursachen von Krankheiten. Langfristiges Ziel ist es, neue Grundlagenkonzepte zu entwickeln, um daraus wirksame Prinzipien für den therapeutischen und diagnostischen Bereich ableiten zu können, die letztlich kommerziell verwertbar sind. Im Detail beschäftigt sich das I.M.P. vorwiegend mit der Abklärung der Mechanismen, die zur Krebsentstehung führen. Dabei gelangen hauptsächlich molekulargenetische Arbeitsmethoden und jene Modellsysteme zur Anwendung, die sich am besten zur Entschlüsselung des genetischen Kontroll- und Regelsystems der Zelle eignen.
Seit 1992 bildet das IMP gemeinsam mit fünf Instituten der Universität Wien das "Vienna Bio Center".

Das IMP ist ein Grundlagenforschungsinstitut im internationalen Unternehmensverband Boehringer Ingelheim.

 

Institut für Molekularbiologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Geschäftsführender Direktor: Dr. Günther Kreil
Billrothstraße 11, A-5020 Salzburg
Tel.: 0662/ 24-96-10
Fax: 0662/ 24-96-129

Die Abteilung Chemie konzentriert sich in ihrer Arbeit auf drei Gebiete: die Biosynthese und Funktion biologisch aktiver Peptide, den Mechanismus der Virusinfektion und die Kontrolle der Genexpression in Pflanzen. Peptide sind kleine Proteinmoleküle, die bei verschiedenen physiologischen Prozessen eine zentrale Rolle spielen. Ein Bereich der Forschung befaßt sich mit der Biosynthese und Funktion von Peptid-Hormonen und Peptid-Antibiotika. Besonderes Interesse gilt hierbei Opiat-Peptiden die verschiedene Funktionen des Gehirns beeinflussen. Eine weitere Gruppe untersucht Viren, die Erkrankungen der Atemwege verursachen. Durch die spezifische Hemmung viraler Enzyme wird der Mechanismus der Infektion durch Influenza Viren studiert. Unter Verwendung von Gen-Transfer-Methoden konzentrieren sich die Arbeiten der Gruppe für Pflanzenmolekularbiologie auf das Verständnis der molekularen Grundprinzipien von Gen-Wechselwirkungen. Diese komplexen Vorgänge können im Verlauf von Zuchtprogrammen zum unerwarteten Verschwinden ursprünglich erwünschter Pflanzeneigenschaften führen.

Die Abteilung Physik betreibt Grundlagenforschung in den Bereichen der Zellbiologie, Biochemie und Molekularbiologie des Zytoskeletts.

Lebende Zellen besitzen als strukturbestimmendes Gerüst ein sogenanntes Zytoskelett, das sich aus Proteinpolymeren zusammensetzt und für den korrekten Ablauf aller Zellfunktionen unersetzlich ist. Die Kontraktion des Muskels, die Zellteilung während des Wachstums, die Fortbewegung von Zellen während der Wundheilung und der Embryonalentwicklung, um einige Beispiele zu nennen, beruhen auf dem komplexen Zusammenspiel der einzelnen Proteine des Zytoskeletts. Veränderungen in diesem System können zu unkontrolliertem Wachstum und zur Bildung von Krebszellen führen; die Arteriosklerose z.B. ist gekennzeichnet durch einen Umbau des Zytoskeletts der glatten Muskelzellen in der Arterienwand. Die wissenschaftlichen Arbeiten dieser Abteilung sollen helfen, die molekularen Mechanismen dieser Veränderungen besser zu verstehen.

Die Abteilung Biologie befaßt sich mit der molekulargenetischen Analyse der Embryonalentwicklung.

Das Verständnis der Embryonalentwicklung auf molekularem Niveau stellt eine der größten noch zu bewältigenden Aufgaben der heutigen Biologie dar. Letztlich werden alle Entwicklungsprozesse von Genen gesteuert. Der entscheidende Durchbruch der Molekularbiologie bestand in der Aufklärung der biochemischen Natur und der physikalischen Struktur von Genen.Wie aber werden diese Gene reguliert, um etwa die fehlerlose Entwicklung einer befruchteten Eizelle bis zum fertigen Tier mit seiner Vielfalt von Organen und Zelltypen zu gewährleisten? Die experimentelle Arbeit der Abteilung konzentriert sich auf die Funktion von Genen in der Säugetierentwicklung, insbesondere auf solche, die während der Organbildung die Wechselwirkung von Zellen mit ihrer Umgebung steuern.

Interuniversitäres Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie

Konrad Lorenzstraße, A-3430 Tulln

In Tulln, Niederösterreich entsteht derzeit ein von Bund, Land Niederösterreich und Stadt Tulln finanziertes interuniversitäres Forschungsinstitut der Universität für Bodenkultur und der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Die in fünf Abteilungen gegliederte interne Struktur - Biotechnologie der Pflanzenproduktion, Biotechnologie der Tierproduktion, Umweltbiotechnologie, Analysenzentrum sowie Verpackungstechnik- sieht eine engstmögliche, interdisziplinäre Verflechtung dieser Bereiche auf der Basis der Weiterentwicklung biotechnologischer Verfahren und anwendungsorientierter Technologien vor.

Das Institut wird im April 1994 mit vorerst 55 Mitarbeitern den Forschungsbetrieb aufnehmen.

Abteilung Biotechnologie in der Pflanzenproduktion
Leiter: O.Univ.Prof. Dipl.Ing. Dr. Peter Ruckenbauer

1. Entwicklung von in vitro Selektionsmethoden zur Erfasssung der Fusariumresistenz bei Winter- und Sommerweizen auf der Basis von Genmarkern

2. Erhöhung der Reproduktionsraten von fertilen pflanzlichen Individuen aus Mikrosporen, Protoplasten und Gewebekalli von Getreide und Leguminosen

3. Prüfung molekularbiologischer Techniken auf Anwendbarkeit zur Erfassung der genetischen Variabilität von Zuchtmaterial und den Einsatzmöglichkeiten in der Zuchtmethodik (RFLP, RAPDS etc.)

4. Züchterische Weiterentwicklung von neuen Kulturpflanzen zur Verwendung als "Nachwachsende Rohstoffe" im industriellen Bereich (Crambe, Leindotter, Amyloseerbse, Stärkemais etc.) mit Schwerpunkt auf Schmieröle und Verpackungsgrundstoffe

5. Grundlagenforschung zum Einsatz pflanzlicher Zellkulturen für die Produktion von Sekundärrohstoffen für den Industrie- und Pharmabereich

Abteilung Biotechnologie in der Tierproduktion
Leiter: O.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Gottfried Brem

1. Gendiagnostische Analyse von Defektmutanten und tierzüchterisch relevanten Merkmalen und Merkmalskomplexen zur Reduzierung von Erbfehler-Genfrequenzen, Verbesserung der Krankheitsresistenz und Optimierung tiergerechter Produktion.

2. Anlage von Genom und Genreserven wichtiger und gefährdeter Nutztierrassen und Tierlinien durch Kryokonservierung und Vitrifikationsverfahren von Organen, Gonaden, Zellen, Gameten und Embryonen.

3. In vitro Produktion (Reifung, Fertilisation, Kultur) von Rinderembryonen aus Oozyten von Ovarpunktionen geschlachteter Kühe und aus ex vivo punktierten Oozyten.

4. Molekulargenetische Erstellung, Untersuchung und Etablierung von Tiermodellen für wichtige Humanerkrankungen in Versuchs- und Nutztieren durch additive und homologe Genrekombination.

5. Gewebsspezifische Genexpression zur Modifikation der Milchzusammensetzung sowie zur Gewinnung und Reinigung hochwertiger rekombinanter Proteine aus der Milch landwirtschaftlicher Nutztiere.

6. Versuche zur Entwicklung, Etablierung, Transformation und Klonierung von embryonalen Stammzellen bei Nutztieren.

Abteilung Analysenzentrum (Analytik und Biochemie)
Leiter: Ass.Prof. Univ.Doz. Dipl.Ing. Dr. Werner Praznik

1. Analyse und Bewertung von organischen und anorganischen Komponenten land- und forstwirtschaftlicher Rohstoffe sowie ihrer Veredelungs- und Abfallprodukte.

2. Entwicklung von Parametern für die optimale Nutzung von pflanzlichen und tierischen Kreisläufen.

3. Bearbeitung von aktuellen Fragestellungen aus dem Interaktionsbereich Umwelt/Biologie/Land-und Forstwirtschaft.

4. Adaptierung, Verbesserung und Entwicklung leistungsfähiger Analysentechniken.

Abteilung Verpackungstechnik
Leiter: Univ.Ass. Dipl.Ing. Dr. Norbert Mundigler

1. Entwicklung biologisch abbaubarer Verpackungsmaterialien und Werkstoffe.

2. Verwendung von Reststoffen der Nahrungsmittelerzeugenden Industrie zur Herstellung von biologischem Verpackungsmaterial.

3. Untersuchung der Einsetzbarkeit biologischer Rohstoffe als "Neuer Rohstoff" in der Extrusions- und Spritzgußtechnologie.

4. Physikalische Beurteilung der Produkteigenschaften.

5. Scale-up in den Pilot Maßstab.

Abteilung Umweltbiotechnologie
Leiter: Ass.Prof. Univ.Doz. Dipl.-Ing. Dr. Rudolf Braun

1. Charakterisierung, Milieu- und Stammverbesserung umwelttechnisch bedeutsamer Rein- und Mischkulturen.

2. Biochemie und Mikrobiologie schwer mineralisierbarer Umweltschadstoffe.

3. Mikrobiologische Untersuchungsmethoden zur Charakterisierung von Schadstoffeinflüssen in Wasser und Boden.

4. Mikrobielle Aktivitäts-, Toxizitäts- und Abbaubarkeitstests zur Umweltverträglichkeitsprüfung.

5. Prozeßentwicklung zur Verwertung von Biomasse bzw. organischen Abfallstoffen von Landwirtschaft, Industrie und Kommunen.

6. Reaktor- und Prozeßentwicklung in der Vermeidungs- und Entsorgungstechnik.

Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf

A-2444 Seibersdorf
Tel.: 02254/ 80-0
Fax: 02254/ 80-21-18

Bereich Lebenswissenschaften

In der Hauptabteilung Agrarforschung und Biotechnologie werden biotechnologische Verfahren im Zusammenhang mit der Produktion von pflanzlicher Substanz für Ernährung, Industrie und als Energieträger entwickelt:

Raiffeisen Bioforschung GmbH

Reitherstraße 21-23, A-3430 Tulln
Tel.:02272/ 25-52-402
Fax: 02272/ 25-52-420

Mikroorganismensammlung

Die Raiffeisen-Bioforschung GmbH bietet die Möglichkeit, verschiedenste Stämme von Mikroorganismen (Bakterien, Hefen, Pilze) zu beziehen oder zu hinterlegen. Die Kulturen werden in Flüssigstickstoff konserviert. Zur Zeit umfaßt die Sammlung mehr als 2000 Kulturen und wird ständig erweitert. Ein Katalog ist erhältlich.

Zusatzstoffe für Lebensmittel und Fut-termittel

Es werden Verfahren zur biotechnologischen Produktion von Zusatzstoffen (Farbstoffen) für Lebens- bzw. Futtermittel entwickelt.

Lebensmittelcompounds

Die Möglichkeiten der Gewinnung von Proteinen aus heimischen Pflanzen wird untersucht. Neben dem Futtermittelbereich sollen auch andere Einsatzmöglichkeiten gefunden werden. Durch chemische und enzymatische Modifikation werden die funktionellen Eigenschaften dieser Proteine oder Fraktionen davon verändert.

Umweltbiotechnologie

Besonders mikrobiologische und biotechnologische Verfahren werden zur Abfallbehandlung, speziell aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Produktion bzw. Verarbeitung, eingesetzt.

WISSENSCHAFTLICHE GESELLSCHAFTEN IM BEREICH DER BIOTECHNOLOGIE

Österreichische Gesellschaft für Biotechnologie (ÖGBT)
Kleine Sperlgasse 1/37, A-1020 Wien
Verein Österreichischer Lebensmittel- und Biotechnologen (VÖLB)
c/o Institut für Biotechnologie
Petersg. 12, A-8010 Graz
Österreichische Gesellschaft für Bioprozeßtechnik (ÖGBPT)
Schlögelgasse 9, A-8010 Graz

BIOTECHNOLOGIE-UNTERNEHMUNGEN

Boehringer Ingelheim Austria GmbH
Dr. Boehringerg. 5-11, 1120 Wien
Tel.:1/ 801-05-0
Fax: 1/ 804-08-23

Im Rahmen des Unternehmensverbandes Boehringer Ingelheim ist die bio- und gentechnologische Forschung bei Boehringer Ingelheim Austria GmbH angesiedelt.

In enger Kooperation mit der Universität Wien, der Universität für Bodenkultur und dem Institut für Molekulare Pathologie (I.M.P.) arbeitet Boehringer Ingelheim Austria gegenwärtig auf dem Gebiet der Tumorvakzine.

Nach dem ersten Interferonpräparat auf Basis humaner Blutzellen, das ein Gemisch verschiedener Alpha-Interferone enthielt (Einsatz vor allem bei virösen Erkrankungen der Hornhaut), wurde durch den Einsatz gentechnischer Methoden ein spezifisch wirkendes Alpha-2c-Interferon Omega entwickelt. Das jüngste Interferon nennt sich Gamma-Interferon und wird vor allem zur Bekämpfung von Infektionen bei Patienten mit chronischer Granulomatose, einem angeborenen Defekt einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen, eingesetzt. Die Hauptindikationsgebiete der Interferone sind Virus-, Tumor- und Krebserkrankungen. Die Produktion der gentechnologisch hergestellten Substanzen erfolgt in einem speziell dafür errichteten Gebäude, dem sogenannten "Biotechnikum".

Immuno AG, Wien
Postfach 30/31
Industriestr. 67 u. 72
A-1220 Wien
Tel.: 1/23-00-0
Fax: 1/23-71-24

Die Firma wurde 1953 gegründet. Das Produktionsprogramm umfaßt:

1983 wurde das neue Biomedizinische Forschungszentrum der IMMUNO in Orth/Donau, Uferstraße 15, Tel.: 02212/2701, eröffnet. Der Schwerpunkt der produktbezogenen wissenschaftlichen Forschung liegt auf dem Gebiet der Entwicklung biologischer Arzneimittel zur Vorbeugung und Heilung von infektiösen Krankheiten, wie z.B. AIDS. Der Gesellschaft ist die Entwicklung gentechnischer Verfahren gelungen, mit denen u.a. die Produktion von Substanzen von Krankheitserregern, die zur Herstellung von Impfstoffen dienen, im industriellen Maßstab möglich wurde.

JUNGBUNZLAUER AG
Schwarzenbergplatz 16
A- 1010 Wien
Tel.: 1/ 502-00
Fax: 1/ 502-00-8

Die Jungbunzlauer AG wurde 1848 gegründet und war bereits in ihren Anfängen mit der Herstellung von Ethylalkohol im Fermentationssektor tätig. Heute zählt die Jungbunzlauer Gruppe mit Produktionsstätten in Österreich (Pernhofen im Weinviertel), Deutschland (Ladenburg bei Mannheim), Frankreich (Markolsheim im Elsaß) und auf Sumatra in Indonesien weltweit zu den größten Herstellern von Citronensäure, Glukonaten und Xanthan.

Citronensäure und ihre Salze werden in erster Linie in der Getränke- und Lebensmittelindustrie eingesetzt. Als Komplexbildner finden Citronensäure und Citrate auch weite Anwendungsbebiete in der technischen Industrie. Xanthan dient als Verdickungsmittel und Stabilisator im Bereich der Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik- und technischen Industrie. Glukonate finden neben der Lebensmittelindustrie Anwendungen in der industriellen Reinigung und als Zementzusatz.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Pernhofen sind produkt- und prozessorientiert, wobei der Schwerpunkt im Bereich der klassischen Biotechnologie und Verfahrenstechnik liegt.

NOVARTIS FORSCHUNGSINSTITUT WIEN (NFI)
Brunnerstr. 59, A-1230 Wien
Tel.: 1/ 866-34-0
Fax: 1/ 866-34-727

Die Suche nach Behandlungs- und Heilungsmethoden von Unterfunktionen des Immunsystems (Immunmangelzuständen), von Hautkrankheiten und von AIDS stellen die Forschungsschwerpunkte des Sandoz Forschungsinstitutes (SFI) dar. Dabei werden im zunehmenden Maße auch gentechnische Methoden eingesetzt.

Immunmangelzustände sind häufig mit Funktionsstörungen von Botenstoffen-sogenannten Immunmediatoren- verbunden. Diese Immunmediatoren kommen im gesunden Organismus in sehr geringen Mengen vor, steuern das komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Immunzellen und sind für den Aufbau einer effektiven Immunantwort notwendig. Durch Anwendung gentechnologischer Methoden können diese Mediatoren in ausreichenden Mengen hergestellt werden. So können sie auf ihre pharmakologische Wirkung geprüft und später therapeutisch eingesetzt werden.

Die Entwicklung eines Medikaments aus dieser Forschungsrichtung, nämlich Granulocyte-Macrophage-Colony Stimulating Factor (GM-CSF; LeucomaxR) ist bereits abgeschlossen. Es wird für die rasche Wiederherstellung der für die Infektionsabwehr verantwortlichen weißen Blutzellen nach Knochenmarkstransplantationen und bei Krebs-Chemotherapie verwendet. Die Entwicklung dieses Präparates erfolgte in Zusammenarbeit zwischen Sandoz und Schering-Plough, USA. Eine Reihe anderer Immunmediatoren aus der SFI-Forschung befindet sich in klinischer Erprobung.

Die Gentechnik wird auch eingesetzt um menschliche monoklonale Antikörper gegen bösartige Tumore herzustellen. Diese Antikörper könnten die immunologische Zerstörung von verbleibenden Tumorzellen (nach chirurgischem Eingriff, Bestrahlung oder Chemotherapie) und die Verhinderung von späteren Tumormetastasen ohne schwerwiegende Nebeneffekte bewirken.

Auch auf dem Gebiet der AIDS-Forschung spielt die Gentechnologie eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht es, einzelne Genprodukte (Enzyme, regulatorische Proteine), die das AIDS-Virus HIV zur Vermehrung in den Immunzellen benötigt, herzustellen, ihre Funktion zu untersuchen und Medikamente aufzufinden, die diese Funktion und somit die Virusvermehrung hemmen. Auch werden gentechnologische Methoden zum Aufbau von Testsystemen verwendet, die die gezielte Suche nach Virushemmstoffen ermöglichen.

Neben der Auffindung und Entwicklung chemotherapeutischer Hemmstoffe von HIV wird der Einsatz der sogenannten somatischen Gentherapie exploriert: Dabei sollen Knochenmarkzellen als Vorläufer der Zielzellen der HIV-Replikation genetisch so verändert werden, daß sie gegen das AIDS-Virus resistent sind.

IMPCO VOEST-ALPINE
Pulping technologies GmbH (IVA)
Turmstr. 44, Postfach 400, A-4031 Linz
Tel.: 0732/ 6592-3681
Fax: 0732/ 6980-9787

IVA ist auf dem Gebiet Zellstoffanlagenbau und Zellstoffmaschinenausrüstung tätig.

IVA arbeitet seit 1978 an biotechnologischen Fragestellungen u. a. zusammen mit der Technischen Universität Graz und der Universität Graz.

1. Enzymatische Verzuckerung

Für eine großtechnische Umsetzung der enzymatischen Verzuckerung lignocellulosehältiger Materialien zur Herstellung von Treibstoff oder Grundchemikalien wurde 1988 im eigenen Biomasse-Technikum (VABIO) eine Pilotanlage für dieses Verfahren errichtet. In dieser Pilotanlage konnte, beginnend mit einer thermischen Behandlung, die enzymatische Verzuckerung und die Herstellung der Cellulase (15 m3 Fermenter) optimiert werden. Eine industrielle Umsetzung dieser Technologie konnte bisher nicht erreicht werden; daher wurde die aktive Vermarktung dieser Technologie eingestellt.

2.Bio-Bleiche

IVA betreibt Entwicklungen zur chlorarmen bzw. chlorfreien Zellstoffbleiche. Ein Teilergebnis dieser Entwicklungen ist ein IVA-eigenes Enzym für die Bio-Bleiche.

Unter Bio-Bleiche versteht man den Einsatz von Xylanase als biochemisches Bleichhilfsmittel in Kombination mit üblichen chemischen Bleichmitteln.

Ausgehend von Laborwerten wurde mit einem geschützten Pilzstamm im VABIO die Xylanasefermentation bis in den 15 m3 Maßstab optimiert. Anschließende Bleichversuche in Zellstoffabriken bestätigten die Wirkung der Xylanase im Hinblick auf Weißesteigerung und Chemikalienreduktion bei bestimmten Holzarten und Prozeßbedingungen. Das Verfahren zur Herstellung der Xylanase wurde von IVA an einen Enzymproduzenten lizenziert.

Versuche für Dritte in der VABIO-Pilotanlage erfolgen gegen Kostenerstattung.

VOGELBUSCH Gm.b.H., Wien
Blechturmgasse 11, A-1050 Wien
Tel.: 1/ 54-661-0
Fax: 1/ 54-529-79

Tätigkeitsbereich:

Die Firma Vogelbusch GmbH ist seit 1921 international im Bereich Anlagenbau für die Biotechnologie tätig.

Dienstleistungen:

Diese umfassen Engineering, Contracting, Feasibility-Studien und Verfahrensentwicklung.

Zielmärkte:

Zielmärkte sind die Biopharma Industry (Steriltechnik), die Biocommodity Industry (Zucker- und Stärkeindustrie; Prozeßtechnik) und Environmental Engineering Services für die Biopharma und Biocommodity-Industry.

Produkte im Bereich Biocommodities:

Alkoholanlagen zur Erzeugung von Industriealkohol und Trinkalkohol aus stärke- und zuckerhaltigen Rohstoffen durch Fermentation (Batch-, Fed Batch- oder kontinuierliches Gärverfahren). Die Produktaufarbeitung erfolgt durch Mehrdruckdestillation/-rektifikation sowie gegebenenfalls Dehydrierung durch azeotrope Destillation, Membrantechnik oder Molekularsieb.

Anlagen zur Erzeugung von Backhefe (Frischhefe, Aktivtrockenhefe, Instant-Aktivtrockenhefe) und Futterhefe aus verschiedensten zuckerhaltigen Rohstoffen (Melasse, Zucker, u.a.) sowie stärkehaltigen Rohstoffen unter Einsatz eigener Belüftungssysteme und Verfahren.

Essiganlagen für verschiedene alkoholhaltige Rohstoffe wie Wein, Fruchtwein, Alkohol und andere Ausgangsmaterialien unter Verwendung eigener selbstansaugender Belüftungssysteme und Membrantechnik.

Anlagen zur Erzeugung von Zitronensäure mittels Submersverfahren aus verschiedenen Rohstoffen (Melasse, zucker- oder stärkehaltige Rohstoffe) unter Einsatz eigener Technologie.

Anlagen zur Erzeugung von Glucose aus stärkehaltigen Rohstoffen unter Einsatz eigener Technologie zur Stärkeverzuckerung.

Produkte im Bereich Biopharma:

Anlagen zur Sterilfermentation in verschiedenen Maßstäben (Labor-, Technikum-, Industriefermentoren)

Anlagen und Anlagenkomponenten zur Zellkultur und zur Kultivierung von Mikroorganismen nach GMP in verschiedenen Reinheits- und Sicherheitskategorien

Assembling von Anlagenkomponenten nach Kundenwünschen

Anlagen zur thermischen Abwasserdesinfektion

Durchführung der Validierung aller oben genannten Anlagen.

Waldheim Pharmazeutika Ges.m.b.H.
Boltzmanng. 11, A-1090 Wien
Tel.: 1/ 31-91-456-0
Fax: 1/ 31-91-456-44

Waldheim Pharmazeutika, ein traditionsreicher Hersteller humaner Pharmaka und heute ein Teil der SANOCHEMIA Unternehmensgruppe, ist seit 1985 im Bereich der Biotechnologie tätig. Diese wird jedoch nicht im klassisch-pharmazeutischen Bereich eingesetzt, sondern zur Herstellung von diagnostischen Testsystemen. Das zentrale Anliegen war dabei von Anfang an die Entwicklung innovativer Prüfmethoden zum Nachweis von HIV-Infektionen (besser bekannt als "AIDS-Tests"), wenngleich auch Verfahren zur Prüfung auf parasitäre Erkrankungen des Menschen (z.B. Amöbiosis) und einiger Nutztierarten als Ergebnisse der Waldheim-Entwicklung den Markt erreichten. Die gesamte Forschung, Entwicklung und Herstellung ist in einem Teil des Werkes in Neufeld a.d. Leitha (Burgenland) konzentriert. Mit einem Schlag zum Weltruf auf dem Gebiet AIDS gelangte Waldheim, als im Februar 1992 die amerikanische Food and Drug Administration die Approbation eines indirekten AIDS-Immunfluoreszenztests aussprach. Bis zum heutigen Tage blieb dies das einzige derartige in den USA zugelassene Prüfverfahren. Die entscheidende Phase der Herstellung besteht in der Infektion einer Kultur einer bestimmten Subspezies menschlicher Lymphozyten (sogenannter T-Helfer-Zellen) mit dem AIDS-Virus, HIV. Alle damit verbundenen Arbeiten laufen unter strengsten, von in- und ausländischen Gesundheitsbehörden ständig überwachten Bedingungen ab. Die Optimierung dieses Prozesses im industriellen Maßstab legte den Grundstein zum heutigen Potential der Waldheim Diagnostika Division in der Zellkultur. Eine andere Forschungsgruppe ist mit molekularbiologischen Arbeiten zur Entwicklung verbesserter rekombinanter HIV-Antigene sowie deren Expression in E. coli befaßt. Optimierte Fermentationsbedingungen und Reinigungsverfahren ermöglichen die Gewinnung reiner Antigene für einige zehntausend Tests aus einem kleinen Kulturvolumen, was die Kontrolle des Prozesses und die Einhaltung der amtlichen Sicherheitsauflagen erleichtert. Insgesamt präsentiert sich die Waldheim Diagnostika Division als ein integriertes Zentrum für Forschung und Entwicklung innerhalb der SANOCHEMIA-Gruppe, das vom Laborversuch über Chargenproduktion und Abwicklung klinischer Studien alle Schritte der Entwicklung biotechnologisch hergestellter Testsysteme beherrscht.

 

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