Citizen Science


Das Citizen Science Network Austria lädt alle Interessierten ein, sich an der Erstellung von Qualitätskriterien für Citizen Science-Projekte zu beteiligen

Citizen Science

Kriterien für eine bessere Praxis

Das Citizen Science Network Austria lädt alle Interessierten ein, sich an der Erstellung von Qualitätskriterien für Citizen Science-Projekte zu beteiligen


Das Citizen Science Network Austria, koordiniert von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), beschäftigt sich mit der Qualität von Citizen Science - also der Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in wissenschaftliche Projekte. Nun ruft das Netzwerk  alle Interessierten auf, sich an der Erstellung von Qualitätskriterien für Citizen Science-Projekte aktiv zu beteiligen. Unter diesem Link kann mitdiskutiert werden: 

http://www.citizen-science.at/diskutier-mit

 

Transparenz ist wichtig

Die Definition was Citizen Science ist und was nicht soll sicherstellen, dass die investierte Zeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch wirklich der Wissenschaft und der Gesellschaft zugute kommt. “Immer wieder tauchen Projekte auf, die sich Citizen Science nennen, aber im Grunde nichts weiter als Meinungsumfragen sind. Hier ist ein erster wichtiger Schritt die Transparenz. In Zukunft müssen alle Projekte auf der Netzwerk-Plattform „Österreich forscht“ (www.citizen-science.at) klar kommunizieren, wie sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einbringen können und welche Ziele mit den gesammelten Daten verfolgt werden”, stellt einer der Plattform-Gründer und Koordinatoren Florian Heigl klar.


Qualitätskriterien von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft

Ziel ist letztlich ein Gütesiegel zu schaffen, das sicherstellt, dass alle auf der Plattform gelisteten Projekte höchsten wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Standards entsprechen. Die Arbeitsgruppe für Qualitätskriterien lädt deshalb jetzt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, ihre Meinung zu diesen Kriterien kundzutun - denn ohne die aktive Beteiligung der Bevölkerung gibt es keine Citizen Science.

 

Warum sollte die österreichische Community hier Vorreiter sein?

Nur mit einer klaren Linie wird es möglich sein Fortschritte in der Zusammenarbeit von Bevölkerung und Wissenschaft zu erzielen. Wenn niemand weiß wo es hingehen soll, können auch keine innovativen Wege zu diesem Ziel begangen werden. Bisher gibt es keine klare Definition von Citizen Science - weder in Österreich noch weltweit. Das führt zu Verwirrung bei Wissenschafterinnen und Wissenschaftern als auch bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern und hemmt die Bereitschaft sich mit dem Thema zu beschäftigen. Durch die klare Definition der Qualitätskriterien wird es möglich sein, Citizen Science auf ein neues Level zu heben und so gemeinsam wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.

 

War Citizen Science bisher nicht definiert?

Als Grundlage für ihre Arbeit haben Wissenschafter der BOKU gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt einen Artikel (https://theoryandpractice.citizenscienceassociation.org/article/10.5334/cstp.96/) verfasst. Er beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten Ideen rund um Citizen Science, deren verschiedene Definitionen und den Auswirkungen, die diese auf die Praxis von Citizen Science haben. Theoretische, historische, geopolitische und disziplinabhängige Definitionen flossen in diesen Artikel mit ein. Generell kann gesagt werden, dass besonders auf die Worte geachtet werden muss, die zur Beschreibung dieser Methode herangezogen werden, denn die Terminologie bestimmt wie Wissen erzeugt wird. Citizen Science ist ein sich rasch entwickelndes Feld, das auf der Einbeziehung der Bevölkerung in den Bereichen Informationsentstehung, sozialem Handeln, sozialer Gerechtigkeit und Informationserfassung beruht. Derzeit wird eine Vielzahl von Ausdrücken und Begriffen verwendet, um auf das Konzept Citizen Science und die darin handelnden Akteurinnen und Akteure zu verweisen. “In diesem Artikel erkunden wir diese Begriffe, um Leitlinien für die weitere Entwicklung dieses Feldes zu geben. Außerdem wurden mögliche Probleme mit verschiedenen Terminologien festgehalten. Obwohl unsere Beispiele nicht systematisch oder vollständig sein können, sollen sie künftige Untersuchungen anregen”, meint Daniel Dörler, ebenfalls Gründer und Koordinator der Plattform „Österreich forscht“. In der kollektiven Erfahrung der Wissenschafterinnen und Wissenschafter rund um den Globus mit Citizen Science Projekten ist kein Einzelbegriff für alle Kontexte angemessen. Daher ist es umso wichtiger für Österreich klar zu definieren, was wir unter Citizen Science verstehen.

 

 

Kontakt/Rückfragen:

Florian Heigl und Daniel Dörler

Citizen Science Network Austria

Institut für Zoologie

Universität für Bodenkultur Wien

Gregor Mendel Straße 33

1180 Wien

office(at)citizen-science.at

0043 1 47654 83320

 

Weitere Informationen zu Citizen Science:

Plattform “Österreich forscht” www.citizen-science.at

Zentrum für Citizen Science www.zentrumfuercitizenscience.at


07.09.2017