1 Mio Förderung aus China


In einem internationalen Horizon-2020-Projekt der Europäischen Kommission werden Maßnahmen zur Reduktion der Mykotoxinbelastung über die gesamte Lebensmittelkette hinweg erarbeitet.

 

Die Koordination liegt bei Prof. Rudolf Krska vom BOKU-Department IFA-Tulln. Dieses bereits mit 5 Mio Euro geförderte EU-Projekt wird nun mit einer zusätzlichen Million Euro vom Chinese Ministry of Science and Technology gefördert.

"Das Projekt hat zum Ziel, eine web-basierte Toolbox zu erarbeiten, mit deren Hilfe der Gehalt an Mykotoxinen über die gesamte Lebens- und Futtermittelkette hinweg kontrolliert und reduziert werden kann", erklärt Krska. Das beginnt schon beim Anbau der betroffenen Feldfrüchte, wo dem Befall durch neue Ansätze entgegengewirkt werden soll. In diesem Bereich werden gemeinsam mit der "Academy of State Administration of Grain" (ASAG) neue Vorwarnsysteme zu Erkennung von Pilzkontaminationen bereits am Feld entwickelt. Dazu werden sowohl Wetterstationen als auch GPS Daten verwendet und entsprechende mathematische Modelle zur Vorhersage von Fusarium-Pilz-Infektionen entwickelt. Sind die Feldfrüchte einmal geerntet, muss die Kontamination während der Lagerung verhindert werden. Im Rahmen des Projekts MyToolBox werden nun über die Messung der Kohlendioxid-Aufnahme, des Feuchigkeitsgehalts, der Temperatur und dem Verhalten des Schimmelpilzes neue mathematische Modelle entwickelt, die Schimmelbefall auf Getreide und Erdnüssen vorhersagbarer machen. Auf diesem Gebiet arbeitet man ebenfalls  mit der ASAG zusammen.

Auch kann durch Detoxifikation von Futtermitteln eine Übertragung von Pilzgiften auf Nutztiere verhindert werden - hierzu besteht eine Kooperation mit Biomin, einem österreichischen Hersteller von Futtermittelzusätzen, die Mykotoxine mittels neuartiger Enzyme entgiften können. Diese werden in MyToolBox zur Entgiftung von Mykotoxin-kontaminiertem Mais während der Produktion von Bioethanol und Biogas eingesetzt. So können selbst hochkontaminierte Mais-Chargen noch nutzbringend zur Gewinnung alternativer Energie eingesetzt werden, bei der zudem ein  mykotoxinfreies Nebenprodukt (DDGS) anfällt, das als proteinreiche Komponente Futtermitteln beigemengt werden kann. In diesen Bereichen kooperieren das IFA-Tulln und Biomin eng mit dem Feed Research Institute der Chinese Academy of Agricultural Sciences (CAAS). Letztere führen im Rahmen des Projektes Fütterungsversuche gemäß aktueller EU-Richtlinien durch,  um in der Folge eine gemeinsame Basis für die gegenseitige Anerkennung von Mykotoxin-Entgiftern zu etablieren.


18.01.2017