SCIENCE MEETS BUSINESS


Vergabe des gemeinsamen Forschungspreises von BOKU Wien, AGRANA und Raiffeisen NÖ-Wien bei Festakt mit Wissenschafts-Staatssekretär Mahrer.

Im Rahmen der Verleihung des "Raiffeisen Science & Innovation Award 2014" am 17. Februar 2015 im Raiffeisenhaus konnte sich die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) einmal mehr als treibende Kraft im wissenschaftlichen Innovationsprozess präsentieren. Der gemeinsam mit Raiffeisen NÖ-Wien und der AGRANA Beteiligungs-AG geschaffene Award ermöglicht es, junge BOKU-WissenschafterInnen für exzellente Publikationsleistungen auszuzeichnen und Forschungsvorhaben zu fördern, die zur Stärkung des Innovationspotenzials im ländlichen Raum beitragen und so nachhaltig wirksame Akzente setzen. Die gestrige Preisverleihung fand in Anwesenheit von Wissenschafts-Staatssekretär Dr. Harald Mahrer statt.

"Die ausgezeichneten Wissenschaftler tragen mit ihrer Brainpower viel für den Zukunftsstandort Österreich bei. Ich danke an dieser Stelle Raiffeisen NÖ-Wien und der AGRANA für die wichtige Unterstützung und gratuliere den hellen Köpfen zu ihren ausgezeichneten Leistungen, denn die Wissenschaft liefert die Erkenntnisse, von denen wir alle in Zukunft profitieren werden", so Wissenschafts-Staatssekretär Dr. Harald Mahrer.

"Als Universität des Lebens nehmen wir eine besondere gesellschaftliche Verantwortung wahr. Umso mehr freut es mich, dass Arbeiten zu unseren Kernfeldern Bewahrung und Entwicklung von Lebensraum und Lebensqualität, Management natürlicher Ressourcen sowie Sicherung von Ernährung und Gesundheit hier ausgezeichnet worden sind", so BOKU-Rektor Martin Gerzabek.

"Sowohl das geförderte Forschungsprojekt wie auch die prämierten Publikationen dokumentieren eine Auswahl aus der eindrucksvollen Bandbreite von Themen, die durch BOKU-WissenschaftlerInnen auf internationalem Niveau erfolgreich bearbeitet werden, von  der Bioökonomie bis hin zur Entwicklung von neuartigen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten", ergänzte Josef Glößl, Vizerektor für Forschung an der BOKU.

"AGRANA ist mit der Universität für Bodenkultur seit vielen Jahren in verschiedener Weise, beispielsweise durch die Auftragsvergabe von Forschungsarbeiten, partnerschaftlich verbunden. Die Forschungsförderung ist uns ein besonderes Anliegen, weil Innovationen die Basis für nachhaltigen Erfolg im Marktwettbewerb sind. Mit dem heuer von AGRANA ausgezeichneten Forschungsprojekt unterstützen wir wertvolle Untersuchungen, die einen Anknüpfungspunkt zu unserem Geschäftssegment Stärke und dem hier immer wichtiger werdenden Bereich 'Bioplastics' darstellen", betonte AGRANA Generaldirektor Johann Marihart.

"Wir sind davon überzeugt, dass Innovationen einen wesentlichen Vorsprung im täglichen wirtschaftlichen Wettbewerb schaffen – dies gilt vor allem in Zeiten gedämpfter Konjunktur", so Vorstandsdirektor Reinhard Karl, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. "Mit dem Raiffeisen Science & Innovation Award wollen wir einerseits dazu beitragen, dass der hohe Stellenwert von Innovation und Forschung noch mehr ins allgemeine Bewusstsein rückt, und andererseits den Dialog zwischen Unternehmern und Forschern weiter stärken. Der gemeinsame Preis ist darüber hinaus ein wesentlicher Mosaikstein in der langjährigen und intensiven Partnerschaft zwischen Raiffeisen NÖ-Wien und der Universität für Bodenkultur Wien".

Die PreisträgerInnen 2014

Raiffeisen Science & Innovation Forschungsvorhaben Fördergeberin: Agrana Beteiligungs-AG

Das Projekt "Nanozellulose aus Nebenprodukten der Agrarindustrie: Charakterisierung und Verwendung für die Verstärkung von Biopolymeren", eingereicht von DI Dr. Stefan Veigel, wird mit der maximalen Projektsumme von EUR  70.000 gefördert.

Im Rahmen des prämierten Projektes werden aus faserigen Nebenprodukten der Zucker- und Stärkeindustrie (z.B. Zuckerrübenschnitzel, Kartoffelpülpe, Obsttrester, etc.) zunächst Zellulosefasern mit einem Durchmesser von nur wenigen Nanometern hergestellt. Diese Zellulose-Nanofasern werden im Anschluss mit unterschiedlichen Biopolymeren compoundiert, um vollständig biobasierte und gleichzeitig mechanisch hoch belastbare Verbundwerkstoffe zu erhalten.

Raiffeisen Science & Innovation Publikationspreis Fördergeberin: Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding NÖ-Wien

Fünf Publikationspreise zu je 3.000 Euro zeichnen die ausgewählten Arbeiten aus:

Christian Fikar MSc

  • A matheuristic for routing real-world home service transport systems facilitating walk-ing (Journal of Cleaner Production, 2014)

Die Publikation beschreibt die im Zuge eines Projektes mit dem österreichischen Roten Kreuz entwickelte Matheuristik zur logistischen Optimierung eines Transportsystems für Heimservicedienstleister. Durch die Forcierung von Fußwegen und dem gemeinsamen Transport von Arbeitskräften wird so die Einrichtung von innovativen und nachhaltigen Transportkonzepten unterstützt. 

DI Stefan Höltinger

  • A spatially explicit techno-economic assessment of green biorefinery concepts (Biofuels, Bioproducts & Biorefinery, 2013)

Bioraffinerien werden als eine der wesentlichen Technologien für den Übergang zu einer ressourceneffizienten Bioökonomie gesehen. Der Artikel präsentiert ein Optimierungsmodell, das optimale Standorte und Größen für Bioraffinerien identifiziert, indem es die räumliche Verteilung des Biomasseangebots und die Biomassekonkurrenz mit anderen Sektoren berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen, dass Grüne Bioraffinerien eine vielversprechende alternative Wertschöpfungsmöglichkeit für Grünlandbiomasse und Entwicklungschancen für den ländlichen Raum bieten.

DIin Miriam Klausberger

  • One-shot vaccination with an insect cell-derived low-dose influenza A H7 virus-like particle preparation protects mice against H7N9 challenge (Vaccine, 2013)

Virus-ähnliche Partikel (VLPs) bestehen nur aus Virushüllmaterial und unterscheiden sich morphologisch und in ihren antigenen Eigenschaften kaum von infektiösen Viruspartikeln, haben jedoch den Vorteil nicht ansteckend zu sein sowie einfach und rasch hergestellt werden zu können. VLPs basierend auf dem Vogelgrippevirus H7N9 wurden von uns in Insektenzellen hergestellt und erwiesen sich bereits in sehr niedrigen Impfdosen als besonders wirkungsvolle Prophylaxis in einer präklinischen Studie.

Mag.a Dr.in Veronika Nagl

  • Metabolism of the masked mycotoxin deoxynivalenol-3-glucoside in pigs (Toxicology Letters, 2014)

Durch das Auftreten von teils hochgiftigen Verbindungen – sogenannten Mykotoxinen – gefährdet der Konsum von verschimmelter Nahrung die Gesundheit von Mensch und Tier. Diese Giftstoffe werden zum Teil bereits am Feld von Nutzpflanzen wie Weizen oder Mais verstoffwechselt. Das toxische Potential des relevantesten Vertreters dieser "maskierten Mykotoxine" wurde in dieser Studie erstmals in Schweinen aufgeklärt.

Dr. Markus Starkl MSc

  • Why do water and sanitation systems for the poor still fail? Policy analysis in eco-nomically advanced developing countries (Environmental Science & Technology, 2013)

Die Publikation basiert auf einer Analyse von Wasser und Abwasserinfrastrukturprojekten in Asien, Afrika und Südamerika. Sie hat aufgezeigt, dass es immer noch substantielle Probleme mit der Nachhaltigkeit solcher Projekte gibt und ein signifikanter Anteil Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung verursacht.

Weitere Fotos der Verleihung des "Raiffeisen Science & Innovation Award 2014" am 17. Februar 2015: http://www.rolandrudolph.at/jobs/2015_02_17_Raiba_Boku_web/


18.02.2015