Gesundes, langes Leben


Neue Studie zum besseren Verständnis des biologischen Alterungsprozesses wurde soeben im renommierten Fachjournal „Nature Communications“ von Markus Schosserer und Johannes Grillari unter Beteiligung mehrerer BOKU Departments veröffentlicht.

Markus Schosserer und Johannes Grillari vom Department für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur Wien haben herausgefunden, dass das bisher kaum untersuchte Gen NSUN5 den Alterungsprozess verschiedener Organismen beeinflussen kann. Durch das Ausschalten von NSUN5 wird die Proteinsynthese in Zellen „umprogrammiert“, sodass Fruchtfliegen, Fadenwürmer und Bäckerhefe länger leben. Diese Studie unter Beteiligung von Diethard Mattanovich vom Department für Biotechnologie, Iain Wilson vom Department für Chemie, Andreas Weinhäusel (AIT), sowie mehrerer weiterer Partner im In- und Ausland wurde soeben im renommierten Wissenschaftsjournal „Nature Communications“ veröffentlicht.

Ribosomen sind molekulare Maschinen und in Zellen für die Synthese von Proteinen zuständig. In den letzten Jahren wurde klar, dass dies kein starrer Prozess ist, sondern Ribosomen spezielle Proteine je nach vorherrschenden Umgebungsbedingungen erzeugen. Diese „spezialisierten“ Ribosomen helfen der Zelle rasch auf Einflüsse von außen, wie beispielsweise Hitze oder oxidativen Stress, zu reagieren.

Markus Schosserer und Johannes Grillari konnten im Rahmen des Christian Doppler Labors für Biotechnologie der Hautalterung und des FWF Doktoratskollegs BioTOP nun nachweisen, dass NSUN5 für das Anfügen einer einzelnen Methylgruppe zu ribosomaler RNA, einem wichtigen Baustein der Ribosomen, zuständig ist. Fehlt NSUN5 und damit die Methylgruppe, synthetisieren diese „spezialisierten“ Ribosomen plötzlich Proteine, die Fruchtfliegen, Fadenwürmer und Bäckerhefe resistenter gegen Stress machen und länger leben lassen.

Auch wenn der Weg von einfachen Modellorganismen zu einer Anwendung im Menschen noch weit ist, sehen beide Wissenschaftler dennoch in ihren Forschungsergebnissen hohes Potenzial, um in Zukunft Alterungserscheinungen und alters-bedingte Krankheiten zu vermindern und dadurch „gesünderes“ Altern zu ermöglichen.

Weitere Informationen:

http://www.nature.com/ncomms/index.html
http://www.boku.ac.at
http://www.grillarilabs.at
http://www.cdg.ac.at
http://www.fwf.ac.at
http://biotop.boku.ac.at


30.01.2015