Österreichs leistungsfähigster Computer


Der Hochleistungsrechner am Wiener Arsenal hat mit 22.11.2014 offiziell den Testbetrieb gestartet. Der Schritt für Schritt ausgebaute Hochleistungsrechner-Verbund wird von mehreren Universitäten betrieben, darunter auch die BOKU. Die dritte Ausbaustufe - der VSC-3 Cluster - schafft 600 Billionen Rechenschritte pro Sekunde und hat eine Besonderheit vorzuweisen: Der Rechner wird mit Öl gekühlt.

Österreichs leistungsfähigster Computer - der Vienna Scientific Cluster (VSC-3) - schaffte es im weltweiten Supercomputer-Ranking auf Platz 85. Der Hochleistungsrechner schafft 600 Billionen Rechenschritte pro Sekunde - 600 Teraflops - und besteht aus über 32.000 einzelnen Prozessorkernen.

Letzte Installationsarbeiten wurden mit 22.11.2014 abgeschlossen und nun ist der Hochleistungsrechner bereit für den Testbetrieb. Anfragen für Testprojekte können ab sofort über die Service Website abgegeben werden. Den regulären Betrieb wird der VSC-3 voraussichtlich 2015 aufnehmen.

Universitäre Kooperation

Vor gut fünf Jahren ging der VSC-1 in Betrieb und war der erste Hochleistungsrechner einer universitären Kooperation. Damals waren die Universität Wien, die Technische Universität (TU) Wien und die Universität für Bodenkultur (BOKU) Teil des Hochleistungsrechner-Verbunds. Mit der aktuellen Ausbaustufe wurden auch die Universität Innsbruck, TU Graz und Uni Graz sowie Uni Klagenfurt und Montanuniversität Leoben Mitbetreiber.

VSC-3

Die dritte Ausbaustufe (VSC-3) unterscheidet sich vor allem durch das energiesparende Kühlsystem von seinen Vorgängern. Anstatt auf eine aufwendige Luftkühlung, setzt man auf Kühlung mittels Öl. Die über 32.000 Prozessoren befinden sich in Wannen und werden mittels insgesamt 35 Tonnen Paraffinöl gekühlt.

Die Kühlung durch Öl hat einige Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Luftkühlung vorzuweisen. So muss zum einen der Rechnerraum nicht mehr eigens gekühlt werden, zum anderen kann die anfallende Wärme durch die besonders guten Wärmeleitungseigenschaften des Öls sehr effizient wegtransportiert werden.

Hohe Rechenleistung relevant für Forschung

Der VSC-3 ist der schnellste Forschungshochleistungsrechner in Österreich. Derart hohe Rechenleistungen werden in vielen Forschungsbereichen dringend benötigt. Ob Simulationen im Bereich der Materialwissenschaften, Berechnungen komplexer Wettermodelle, Hightech-Routenplanung oder Fragestellungen der Teilchenphysik. High Performance Computing (HPC) Cluster sind für das Vorankommen in unzähligen Forschungsbereich unabdingbar, da unfassbar hohe Rechenleistungen benötigt werden um die Forschung auf unterschiedlichsten Gebieten voranzutreiben.

Aufgrund der rasanten Weiterentwicklungen in diesem Bereich, wird auch der Ausbau des VSC-3 zukünftig von großer Bedeutung sein.

Weitere Informationen:


25.11.2014