EIN TAG IM LEBEN VON ADAM UND EVA


Der Historiker Yuval Noah Harari verdichtet in „Eine kurze Geschichte der Menschheit" dieselbe provokant auf 528 Buchseiten. Der Historiker und Autor Dr. CHRISTIAN JOSTMANN hat das Buch rezensiert und regt an, selbst über die Geschichte nachzudenken.

Christian Jostmann, geboren 1971 in Bielefeld, studierte Geschichte, Soziologie, Hispanistik bzw. Psychologie in Bielefeld und Würzburg. Seit 2002 schreibt Jostmann für das Feuilleton der SZ.

Auskunft/Verantwortlich:
Mag. Hans Kouba, Pastoralassistent
Katholische Hochschulgemeinde
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Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit
DVA, ISBN: 978-3-421-04595-9

Über den Autor: Yuval Noah Harari (geb. 1976) ist Geschichtsdozent an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er ist als Historiker zur Militärgeschichte bekannt geworden und schreibt eine Kolumne in der Zeitung Haaretz. Das Buch “Eine kurze Geschichte der Menschheit” war für 100 Wochen auf Platz 1 der Sachbuchbestseller in Israel.

Das Buch “Eine kurze Geschichte der Menschheit” war für 100 Wochen auf Platz 1 der Sachbuchbestseller in Israel.

http://www.zeit.de/video/2014-02/3195898820001/sachbuch-von-yuval-noah-harari-lesetipp-von-ijoma-mangold-eine-kurze-geschichte-der-menschheit

Yuval Noah Harari hat mit „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ ein gutes und – was ebenfalls erheblich ist  – ein wichtiges Buch geschrieben. Es bietet auf gut fünfhundertdreißig Seiten eine Fülle von Informationen über die Entwicklung unserer Spezies von den Anfängen bis heute. Das ist eine große Leistung. Und in der Tat stimmen die Fakten deshalb in besonderem Maße, weil Harari es nicht versäumt, auf differierende wissenschaftliche Positionen hinzuweisen. Und die gibt es sowohl im Bereich der Frühgeschichte, als auch in der Geschichte der Gegenwart. Es ist, das ist gar nicht anders möglich, wenn man sich auf eine so geringe Seitenzahl (gemessen an der Länge der Geschichte) begrenzt, ein in den Fakten gedrungenes Buch.

Der große Verdienst Hararis ist es, mit einigen üblichen Vorurteilen aufzuräumen, die im Rahmen der biologistischen Diskussion um menschliche Verhaltensweisen in den letzten Jahren auch von Menschen vertreten werden, die ansonsten ganz normal sind. Harari weißt auf die entwicklungsgeschichtlichen Notwendigkeiten hin, die in vieler Momenten eben nicht das Resultat instinktgesteuerte Handlungsweisen sind, sondern sich aus dem Zwang ergeben vernunftgesteuert, d.h. sozial determiniert, zu handeln. Das Buch sei deshalb gerade jenen empfohlen, die ernstlich … nein, mit einer gewissen intellektuellen Albernheit … glauben, wir würden uns nicht wesentlich von unseren entfernten Verwandten, den Schimpansen oder Bonobos unterscheiden. Der Erkenntnisprozess wird bei solchen Individuen unserer Spezies enorm sein und ihr Leben um entscheidende reale Sichtweisen bereichern.

Aus: Literaturglobe » Sachbücher »


16.05.2014