BOKU-Forscher mit Houska-Preis ausgezeichnet


Mit dem dritten Platz des angesehenen Houska-Preises wurde ein Projekt von Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Senad Novalin (BOKU-Department für Lebensmittelwissenschaften und –technologie) ausgezeichnet.

Das preisgekrönte Projekt

Ein wesentlicher Aspekt liegt in der Betrachtung von Molke sowohl als Wertstoff- als auch als Energielieferant. Zwar sind hier die grundsätzlichen Möglichkeiten schon länger bekannt, allerdings wurde dies weltweit noch nicht umfassend untersucht und im Industriemaßstab verwirklicht.

Zunächst werden mittels Membrantechnik (UF) Molkenproteine gewonnen. In einem weiteren Schritt wird mit Hilfe eines neu entwickelten kontinuierlichen Verfahrens Calcium/Magnesiumphosphat abgetrennt und weiterverwertet. Anschließend wird durch anaerobe Vergärung des Permeats (Lactose) Biogas erzeugt, das mittels eines Blockheizkraftwerkes (BHKW - Gesamtleistung 1,1 MW) in elektrische und thermische Energie umgewandelt wird. Die erzeugte Energie wird mit einem Wirkungsgrad von rund 80% verwertet. Das Verfahren ist energetisch deutlich günstiger als die Ethanolgewinnung. Mit dem System werden jährlich rund 2000 t CO2 klimarelevant eingespart. Das Projekt wurde 2006 auch mit dem Energy Globe Österreich (Gesamtsieger) ausgezeichnet. Das gesamte technologische Konzept ist in Österreich patentiert (für Europa angemeldet).

Der Preis

Der Houska Preis wurde im Juni 2005 erstmals ausgelobt und ist nach dem im Mai 2005 verstorbenen Vorstandsvorsitzenden der B & C Privatstiftung, Dr. Wolfgang Houska, benannt. Mit dem Preis soll ein Anreiz für die Universitäten geschaffen werden, ihre Ergebnisse in Kooperation mit der österreichischen Wirtschaft in die Praxis umzusetzen. Diesmal wurden insgesamt 18 Projekte eingereicht, die von einem Fachbeirat und einer fünfköpfigen Jury bewertet wurden. Darunter auch zwei weitere Projekte von BOKU-Forschern: „Charakterisierung pharmazeutischer Glykoproteine“ (Univ.Prof. DI Dr. Friedrich Altmann) und „DendroLight Leichtbauplatte“ (Univ.Prof. DI Dr. Alfred Teischinger).

Der Preis für die Arbeit ist mit 30.000 Euro dotiert. Zudem erhält jedes Institut, das zu den zehn Nominierten zählt, einen Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro.


08.05.2008