Bildung für Nachhaltige Entwicklung


Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und die Verbesserung der Fähigkeit des Menschen, sich mit Umwelt- und Entwicklungsfragen auseinander zu setzen“ (Agenda 21, Kap.36).

Die Bedeutung des  Bildungsbereichs im Hinblick auf die Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung wird nicht zuletzt auch durch die UN Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (2002) sowie durch die UN Economic Commission for Europe (UNECE) Strategy „Education for Sustainable Development“ (2005) unterstrichen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung orientiert sich an einer positiven Zukunftsvision, initiiert gesellschaftliche Diskurse über Werte und Einstellungen, eröffnet den Raum für gemeinsame, partizipative Entwicklungsprozesse und trägt damit zur Sensibilisierung im Hinblick auf überholte Denk- und Handlungsweisen, aber auch im Hinblick auf mögliche, nachhaltige Alternativen bei. Individuen und Gruppen von Individuen erlernen dabei Schlüsselkompetenzen, die notwendig sind, um die Zukunft aktiv im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gestalten zu können.

Die im Vorfeld der UN Rio+20 Konferenz ins Leben gerufene Initiative „Sustainability in Higher Education“, lädt alle höheren Bildungseinrichtungen dazu ein, Nachhaltigkeit im Kontext der Lehr- und Forschungstätigkeit voranzutreiben. Gerade weil Universitäten EntscheidungsträgerInnen von heute und morgen ausbilden und trainieren, nehmen sie eine zentrale Rolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft, die neue Paradigmen lebt, ein. Die Hochschul-AbsolventInnen sollten ein hohes Verständnis entwickeln „of how to achieve a society that values people, the planet and profits in a manner that respects the finite resource boundaries of the earth.”

Das zentrale Ziel von Bildungseinrichtungen, die sich einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet fühlen, sollte daher sein, bei den Studierenden Bewusstsein für die Belange der nachhaltigen Entwicklung zu schaffen – und zwar in einem Ausmaß, das sie befähigt, in der Praxis bei der Entwicklung von ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Lösungen mitzuwirken.

Die Fach- und Methodenkompetenzen (Hard Skills), die hierfür notwendig sind, umfassen u.a. die Fähigkeit zum vernetzten, vorausschauenden und kritischen Denken aber auch die Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten.
Durch die Auseinandersetzung mit Fachthemen aus den Bereichen

  • Ökologie (Energie und Klima, Biodiversität und Artenschutz, Wissen um Vernetzung von Ökosystemen, Wissen um Resilienz und Kreislaufprinzipien, Erneuerbare Rohstoffe, Risikoprävention, Land- und Forstwirtschaft, etc.),
  • Ökonomie (Langfristökonomie, Verursacherprinzip, Effizienz/Suffizienz, nachhaltige Produktions- und Wirtschaftsweisen, Regionalisierung/Globalisierung, Verteilungsgerechtigkeit, etc.) und
  • Soziales (Genderfragen, Umwelt- und Sozialpolitik, Soziale Gerechtigkeit, Machtfragen, Menschenrechte, Umweltrecht, Urbanisierung, Gesundheit/Ernährung, Bildungswesen, Umweltsoziologie, Ethik und Wertediskurs, etc.)

sind diese Kompetenzen zu erwerben. Mehr zu inhaltlichen Kriterien... 

Die Sozial- und Personalkompetenzen (Soft Skills) umfassen u.a. die Fähigkeit zur Partizipation und zur Zusammenarbeit in heterogenen Gruppen, die Fähigkeit zur  Empathie, zum selbstständigen Planen und Handeln, die Fähigkeit zur Reflexion von Leitbildern oder Zielkonflikten oder die Fähigkeit zur Integration neuer Perspektiven in das eigene Weltbild (vgl. Weltoffenheit).

Vor allem das didaktische Vorgehen und das Lehrveranstaltungsformat sind bei der Entwicklung dieser Kompetenzen entscheidend. Mehr zu didaktischen Kriterien...