957325 Molecular plant breeding (in Eng.)


Art
Vorlesung
Semesterstunden
2
Vortragende/r (Mitwirkende/r)
Stöger, Eva , Bürstmayr, Hermann , Himmelbauer, Heinz
Organisation
Abteilung Pflanzenzüchtung
Angeboten im Semester
Wintersemester 2018/19
Unterrichts-/ Lehrsprachen
Englisch

Lehrinhalt

Durch die Entwicklung der Molekularbiologie und der molekularen Genetik im letzten Jahrzehnt hat auch die Pflanzenzüchtung tiefgreifende Impulse erhalten. Die Vorlesung will dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Wir versuchen einen Überblick zu geben über die aktuellen Entwicklungen der Molekulargenetik und deren Beziehung zur Pflanzenzüchtung.

Die geplanten Themen umfassen:
* Strukturelle Genomik und Funktionelle Genomik
* Molekulare Marker: Techniken und Methoden
* Genetische Kartierung
* Physikalische Kartierung
* Transgene Pflanzen
* Genom-Editierung, TILLING
* Genomsequenzierung und Transkriptomik
* Kartierung von qualitativen und quantitativen Eigenschaften: QTL Analyse und Assoziationskartierung
* Anwendung von Markern in der Züchtung: Markergestützte Selektion und Genomische Selektion

.

Inhaltliche Voraussetzungen (erwartete Kenntnisse)

Diese Lehrveranstaltung ist geeignet für Studierende im Masterstudium und Doktoranden
Kenntnisse auf den Gebieten der klassischen und molekularen Genetik sowie der Cytogenetik werden vorausgesetzt.
Ebenso sind Kenntnisse auf den Gebieten der Pflanzenzüchtung und/oder der Tierzucht notwendig für das Verstehen dieser Lehrveranstaltung.
.

Lehrziel

Die Teilnehmer erwerben Wissen über aktuelle Entwicklungen der Genomforschung, und molekulargentische Analysemethoden und insbesondere deren Anwendung in der Pflanzenzüchtung.


Die Halbwertszeit des Wissens auf dem Gebiet der Genetik ist besonders stark verkürzt. Diese Vorlesung bietet die aktuellsten Vorstellungen über das Genom, über die Gene und deren Handhabung aus der Sicht der Pflanzenzüchtung. Zwei fundamentale Bereiche der Pflanzenzüchtung profitieren besonders von den neuesten molekulargenetischen Entwicklungen:

(1) Konventionelle Selektion. Die Forschung stellt laufend neue molekulare Marker und effizientere Anwendungstechniken zur Verfügung. Molekulare Marker, von RFLPs bis SNPs (Single Nucleotide Polymorphism) und ihre Anwendungsmöglichkeiten in Bestimmung genetischer Variabilität, in Verwandtschaftsanalysen, in der Genomkartierung in markergestützter Selektion, in QTL-Analysen, Klonierung von Genen mittels Karte, werden anhand von Beispielen, zum Teil aus der eigenen Forschungspraxis, den Studierenden nahegebracht.

(2) Schaffung neuer genetischer Variabilität. Die erste gentechnisch veränderte und kommerzialisierte Pflanze, die "Flavr savr" Tomate, wurde im Jahre 1994 in den USA auf ca. 4000 ha angebaut. Die angewandte Methode, die "Antisense RNA Technology", die zu der gewünschten genetischen Veränderung führte (wie bei der amylosefreien Kartoffel, versuchte Freisetzung bei Absdorf 1996), wird heute in der Humangentherapie immer intensiver genutzt. Im Jahre 2006 stieg weltweit die Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen auf über 100 Millionen ha. In der EU liegt die Anbaufläche bei ca.100.000 ha. Ziel ist, die Methoden der Gentechnik verständlich darzustellen und die aktuellen Argumente für und wider die Gentechnik zu durchleuchten zur Unterstützung einer persönlichen Meinungsbildung.
.
Noch mehr Informationen zur Lehrveranstaltung, wie Termine oder Informationen zu Prüfungen, usw. finden Sie auf der Lehrveranstaltungsseite in BOKUonline.