854318 Ordnungsplanerisches Projekt (Landschaftsplanung, Erholungsplanung, Naturschutzplanung, Raumplanung, Gewässerplanung)


Art
Projekt
Semesterstunden
5
Vortragende/r (Mitwirkende/r)
Damyanovic, Doris , Reinwald, Florian , Weichselbaumer, Roswitha
Organisation
Institut für Landschaftsplanung (ILAP)
Angeboten im Semester
Sommersemester 2018
Unterrichts-/ Lehrsprachen
Deutsch

Lehrinhalt

Grünes und klimaresilientes Favoriten - Potentiale und landschaftsplanerische Steuerungsinstrumente zur Entwicklung grüner Infrastruktur in der Bestandsstadt

Das städtische Wachstum und die zunehmende Verdichtung in städtischen Räumen setzen urbane grüne Infrastruktur und deren stadtökologische Leistungen unter Druck und führen zu ihrem Verlust. Die Veränderungen des Weltklimas verstärken den sogenannten urbanen Hitzeinseleffekt (UHI) und bewirken zahlreiche negative Folgen für BewohnerInnen, ihre Lebensqualität und Gesundheit. Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass urbane grüne Infrastruktur einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion dieser Hitzebelastung leistet und die Lebensqualität der BewohnerInnen sowie die Biodiversität steigert.

Die übergeordnete Fragestellung für das ordnungsplanerische Projekt zu Landschaftsplanung ist: Wie kann ein grüner, stadtökologisch wertvoller und klimaresilienter Stadtteil entstehen? Besondere Herausforderung ist, dass mit dem Bestand umgegangen und Potential sowie Umsetzungsmöglichkeiten für urbane grüne Infrastruktur entwickelt werden müssen. Das Spektrum an Handlungs- und Steuerungsmöglichkeiten reicht von der Gestaltung öffentlicher Grün-, Platz- und Straßenräume bis hin zur Freiraumgestaltung auf Parzellenebene und der Gebäudebegrünung.
Auf unterschiedlichen ordnungsplanerischen Ebenen wie der Flächenwidmungsplanung und Bebauungsplanung, sowie mit verschieden landschafts- und freiraumplanerischen Planungsinstrumenten wie städtebauliche Maßzahlen, Grün- und Freiflächenfaktoren über die Planung von quartiersbezogenen Freiraumnetzen bis hin zur Parzelle und Gebäudebegrünung werden drei zentrale Fragestellungen bearbeitet:
(1) Welches Potential für den Ausbau grüner Infrastruktur gibt es in der dicht bebauten gründerzeitlichen Stadt?
(2) Wie lässt sich auf unterschiedlichen Maßstabsebenen vom Gesamtquartier bis zur Parzelle und dem Gebäude die Versorgung mit grüner Infrastruktur steuern?
(3) Welche stadtökologischen Leistungen erbringt grüne urbane Infrastruktur?

Das Ordnungsplanerische Projekt findet im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten, genauer in Innervaforiten und dem Kretaviertel statt. Mit 200.000 BewohnerInnen ist Favoriten der bevölkerungsreichste Bezirk Wiens mit einer sehr diversen Bevölkerungsstruktur. Die betrachteten Quartiere sind von einer sehr dichte Bebauung, einer rasterförmigen Stadtstruktur mit verschiedenen Bebauungsformen von der klassischen gründerzeitlichen Blockrandbebauung über Gemeindebauten bis zu postmodernen Bebauungsstrukturen geprägt. Ein Netz an Freiräumen von Parks und Plätzen über begrünte Straßenfreiräume bis hin zu gebäudebezogenen Grünräumen ist vorhanden, aber ausbaubar.

Ziel der Lehrveranstaltung ist, relevante Planungsinstrumente und -prozessen sowie landschaftsplanerische Steuerungsinstrumente kennen und anwenden zu lernen. Wir werden indizienwissenschaftlich und sozial-wissenschaftlich arbeiten. Planerische Aufnahmen sowie quantitative und qualitative Analysen, Literatur- und Dokumentenrecherchen werden wichtige Grundlagen bilden.

Die Anwesenheit beim ersten Termin ist für eine weitere Teilnahme verpflichtend!

Inhaltliche Voraussetzungen (erwartete Kenntnisse)

Abschluss des Bachelor-Studiums bzw. der Bachelor Arbeit oder sehr weiter Studienfortschritt des Bachelor-Studiums
GIS-Kenntnisse von Vorteil

Lehrziel

Nach Absolvierung des Seminars können Studierende eigenständig
- landschafts- und freiraumplanerische Theorie und Methodik, die für die Bearbeitung des Fallbeispiels notwendig sind, anwenden.
- die rechtlichen, baulich-räumlichen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen anhand des Fallbeispiels beschreiben, interpretieren und dokumentieren.
- planerische, historische, soziale und ökonomische Kontexte anhand des Fallbeispiels ausarbeiten, planerische Lösungen für den Bearbeitungsraum formulieren.
- die Wichtigkeit von landschaftsplanerische Methoden und Theorien als Beitrag zur nachhaltigen Stadtplanung argumentieren.
- das Gelernte auf neue Planungsaufgaben in der Landschaftsplanung übersetzen.
- eine Projektskizze für eine neue Fallstudie formulieren.
Noch mehr Informationen zur Lehrveranstaltung, wie Termine oder Informationen zu Prüfungen, usw. finden Sie auf der Lehrveranstaltungsseite in BOKUonline.