Aufgaben und Beteiligung der SVP


ArbeitnehmerInnenschutzgesetz

                              Aufgaben und Beteiligung der Sicherheitsvertrauenspersonen

 

§ 11. (1) Die Sicherheitsvertrauenspersonen haben in allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes

           1. die Arbeitnehmer zu informieren, zu beraten und zu unterstützen,

           2. die Belegschaftsorgane zu informieren, zu beraten und zu unterstützen und mit
               ihnen zusammenzuarbeiten,

           3. in Abstimmung mit den Belegschaftsorganen die Interessen der Arbeitnehmer
               gegenüber den Arbeitgebern, den zuständigen Behörden und sonstigen Stellen
               zu vertreten,

           4. die Arbeitgeber bei der Durchführung des Arbeitnehmerschutzes zu beraten,

           5. auf das Vorhandensein der entsprechenden Einrichtungen und Vorkehrungen zu
               achten und die Arbeitgeber über bestehende Mängel zu informieren,

           6. auf die Anwendung der gebotenen Schutzmaßnahmen zu achten,

           7. mit den Sicherheitsfachkräften und den Arbeitsmedizinern zusammenzuarbeiten.

(2) Die Sicherheitsvertrauenspersonen sind bei Ausübung ihrer in diesem Bundesgesetz geregelten Aufgaben an keinerlei Weisungen gebunden.

(3) Die Sicherheitsvertrauenspersonen sind berechtigt, in allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei den Arbeitgebern sowie bei den dafür zuständigen Stellen die notwendigen Maßnahmen zu verlangen, Vorschläge für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erstatten und die Beseitigung von Mängeln zu verlangen.

(4) Arbeitgeber sind verpflichtet, die Sicherheitsvertrauenspersonen in allen Angelegenheiten der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes anzuhören.

(5) Die Sicherheitsvertrauenspersonen sind zur etwaigen Hinzuziehung externer Präventivdienste im Voraus zu hören und vor der Bestellung und Abberufung von Sicherheitsfachkräften, von Arbeitsmedizinern sowie von für die Erste Hilfe, die Brandbekämpfung und Evakuierung zuständigen Personen zu informieren. Die beabsichtigte Bestellung oder Abberufung ist mit den Sicherheitsvertrauenspersonen zu beraten, außer wenn Belegschaftsorgane errichtet sind oder wenn die Bestellung oder Abberufung im Arbeitsschutzausschuß behandelt wird.

(6) Wenn keine Belegschaftsorgane errichtet sind, sind die Arbeitgeber verpflichtet,

           1. die Sicherheitsvertrauenspersonen bei der Planung und Einführung neuer
               Technologien zu den Auswirkungen zu hören, die die Auswahl der Arbeitsmittel
               oder Arbeitsstoffe, die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und die Einwirkung
               der Umwelt auf den Arbeitsplatz für die Sicherheit und Gesundheit der
               Arbeitnehmer haben,

           2. die Sicherheitsvertrauenspersonen bei der Auswahl der persönlichen
               Schutzausrüstung zu beteiligen und

           3. die Sicherheitsvertrauenspersonen bei der Ermittlung und Beurteilung der
               Gefahren und der Festlegung der Maßnahmen sowie bei der Planung und
               Organisation der Unterweisung zu beteiligen.

(7) Arbeitgeber sind verpflichtet,

           1. den Sicherheitsvertrauenspersonen Zugang zu den Sicherheits- und
               Gesundheitsschutzdokumenten sowie zu den Aufzeichnungen und Berichten über
               Arbeitsunfälle zu gewähren;

           2. den Sicherheitsvertrauenspersonen folgende Unterlagen zur Verfügung zu
               stellen:

                a) die Unterlagen betreffend die Erkenntnisse gemäß § 3 Abs. 2,

               b) die Ergebnisse von Messungen betreffend gefährliche Arbeitsstoffe und Lärm
                   sowie sonstiger Messungen und Untersuchungen, die mit dem
                   Arbeitnehmerschutz im Zusammenhang stehen, und

                c) die Aufzeichnungen betreffend Arbeitsstoffe und Lärm;

           3. die Sicherheitsvertrauenspersonen über Grenzwertüberschreitungen sowie deren
               Ursachen und über die getroffenen Maßnahmen unverzüglich zu informieren,

           4. die Sicherheitsvertrauenspersonen über Auflagen, Vorschreibungen,
               Bewilligungen und behördliche Informationen auf dem Gebiet des
               Arbeitnehmerschutzes zu informieren und zu den Informationen, die sich aus
              den Schutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Gefahrenverhütung ergeben, im
              Voraus anzuhören,

           5. die Sicherheitsvertrauenspersonen zu den Informationen über die Gefahren für
               Sicherheit und Gesundheit sowie über Schutzmaßnahmen und Maßnahmen zur
               Gefahrenverhütung im Allgemeinen und für die einzelnen Arten von
               Arbeitsplätzen bzw. Aufgabenbereichen im Voraus anzuhören,

           6. die Sicherheitsvertrauenspersonen zur Information der Arbeitgeber von
               betriebsfremden Arbeitnehmern über die in Z 5 genannten Punkte sowie über
               die für Erste Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung gesetzten Maßnahmen,
               im Voraus anzuhören.

(8) Werden auf Baustellen Arbeitnehmer mehrerer Arbeitgeber beschäftigt, hat bei der Anhörung und Beteiligung der Sicherheitsvertrauenspersonen eine angemessene Abstimmung zwischen diesen Arbeitgebern zu erfolgen, wenn dies angesichts des Ausmaßes des Risikos und des Umfanges der Baustelle erforderlich erscheint.