Aktuelle Arbeiten aus der Meteorologie
(BOKU-Met Institutsseminar)


Einladung zum Vortrag von

Dr. Hermann Mannstein

Institut für Physik der Atmosphäre,
Deutsches Zentrum für für Luft- und Raumfahrt [DLR],
Oberpfaffenhofen bei München

Zeit: Montag, 25.6.2007, 13.15-14.45 Uhr Uhr s.t.
Ort: Institut, 1190 Wien, Peter-Jordan-Str. 82, Seminarraum (Exner-Haus, 1. St. links)

Vegetations-Klima-Effekte in Südamerika

Der anthropogene Einfluss auf das Klima wird heute kaum mehr bestritten. Aber gab es schon vor der Industrialisierung im 19ten Jahrhundert Auswirkungen des menschlichen Handelns, die stark genug waren, im globalen Klima ihre Spuren zu hinterlassen? Die wohl größte ethnographische Katastrophe der vorindustriellen Menschheit war die Entvölkerung Amerikas in der Folge der "Entdeckung" durch Kolumbus im Jahr 1492. Der überwiegende Teil der einheimischen Bevölkerung Amerikas wurde durch Krankheiten, die mit den Eroberern aus der Alten Welt kamen, dahingerafft. Vor allem die Ackerbaukulturen zerfielen und ihr Kulturland wurde vom Wald zurückerobert. Dabei musste innerhalb weniger Jahrzehnte atmosphärisches CO2 in bedeutenden Mengen gebunden werden. Tatsächlich zeigen Eisbohrkerne eine signifikante Abnahme der CO2 Konzentration um bis zu 8 ppm im 16. Jahrhundert.

Zum Einfluss des Flugverkehrs auf die Zirrusbewölkung und die Strahlungsbilanz

Der Flugverkehr löst bei geeigneten Umgebungsbedingungen die Bildung von Zirren aus, die einen deutlichen Einfluss auf die Strahlungsbilanz am Oberrand der Atmosphäre haben. Um diesen Einfluss zu quantifizieren wurden die Daten des europäischen geostationären Wettersatelliten METEOSAT8 auf Zirrusbedeckung und Strahlungsflussdichte hin analysiert und mit räumlich und zeitlich hoch aufgelösten Flugverkehrsdaten korreliert. Es zeigt sich eine signifikante Erhöhung des Bedeckungsgrades an Zirren, eine deutliche Verringerung der ausgehenden langwelligen Strahlung und eine leichte Erhöhung der reflektierten Strahlung durch den Flugverkehr.