Drei neue EU-Forschungsinfrastrukturen für die Biowissenschaften


Klimawandel, Krankheiten und Lebensmittelsicherheit                                                        

 

Die Forschungsminister und die Europäische Kommission haben grünes Licht gegeben für drei neue europaweite Forschungsinfrastrukturen im Bereich der Biowissenschaften. Diese neuen Großeinrichtungen werden dazu beitragen, Forschung und Innovation in gesellschaftlichen Kernfragen – wie Klimawandel, Gesundheit und Aufrechterhaltung einer ausreichenden und qualitativ hochwertigen Lebensmittelversorgung – voranzubringen. Die drei Projekte werden von verschiedenen Mitgliedstaaten und der EU gemeinsam finanziert. Sobald ihr Aufbau abgeschlossen ist, stehen sie Forschern aus der EU und in einigen Fällen auch Forschern aus Drittländern offen. Frankreich wird eine Infrastruktur koordinieren, die sich mit der Frage befasst, wie Ökosysteme auf eine veränderte Umwelt und Bodennutzung reagieren. Das Vereinigte Königreich wird die Einrichtung einer Infrastruktur zur Systembiologie koordinieren, die zu Anwendungen in der Pharmazie, im Gesundheitswesen und in der Landwirtschaft führen soll. Die dritte neue Infrastruktur, die in Frankreich und Deutschland entwickelt wird, soll den europaweiten Zugang zu Viren, Bakterien und Pilzen deutlich verbessern, die für die Erforschung von human- und pflanzenpathogenen Infektionen sowie für Forschungsarbeiten zur Biosicherheit benötigt werden.  Diese Infrastrukturen sind Teil des heute veröffentlichten aktualisierten Fahrplans des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI). Die Gesamtinvestition für deren Errichtung wird mit etwa 0,7 Mrd. EUR veranschlagt.

In den nächsten Jahrzehnten wird sich ESFRI hauptsächlich mit der Realisierung der im Fahrplan genannten Infrastrukturen befassen.  Auch wird es die Zusammenarbeit mit den europäischen Forschungs- und Innovationsorganisationen und mit der europäischen Industrie stärken. Ziel des Forums ist es außerdem, eine Bewertungsmethodik für europaweite Forschungsinfrastrukturen zu entwickeln.

Die ESFRI-Forschungsinfrastrukturen finanzieren sich vorwiegend aus nationalen Mitteln, ergänzt durch Mittel aus dem EU-Haushalt.

Im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union sind für den Zeitraum 2007-13 für alte und neue Forschungsinfrastrukturen Mittel in Höhe von 1,7 Mrd. EUR vorgesehen. Rund 560 Mio. EUR, davon 200 Mio. EUR als Beitrag zur Fazilität für Finanzierungen auf Risikoteilungsbasis, wurden gezielt für die Entwicklung neuer Forschungsinfrastrukturen bereitgestellt. Etwa 171 Mio. EUR flossen bislang in die Vorbereitung der im ESFRI-Fahrplan genannten Projekte. Etwa 22,5 Mio. EUR wurden für die jüngst dem Fahrplan zugefügten Infrastrukturen für Energie und Biowissenschaften vorgemerkt. 

Weitere 10 Mrd. EUR stammen aus den Strukturfonds der EU. Ferner können für den Aufbau von Forschungsinfrastrukturen Darlehen von der Europäischen Investitionsbank gewährt werden.

Information: http://ec.europa.eu/research/infrastructures/index_en.cfm?pg=esfri


17.05.2011