Ohsawa


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

M. Ohsawa und T. Kitazawa:

Biokulturelle Diversität und funktionale Integrität der Kulturlandschaft Japans

Zusammenfassung

Alle wichtigen Bestandteile der japanischen Kulturlandschaft, Satoyama, werden gemeinsam dazu genutzt die Lebensgrundlage für die Menschen zu schaffen und gleichzeitig eine große Biodiversität in unterschiedlichen Habitattypen zu erhalten. Naturnahe und halbnatürliche Wälder und Grünland im Nahbereich von Tokyo stellen Lebensräume für Reliktarten von vormals extensiv genutzten Graslandschaften dar inklusive der Flächen, die als Pferdeweiden genutzt wurden.

Mähwiesen werfen nicht nur Viehfutter und Gründünger ab, sondern öffnen das Land für den Ackerbau, indem sie die Beschattung durch angrenzende Wälder reduzieren und beherbergen außerdem Reliktarten. Daher ist traditionell bewirtschaftete Satoyama - Kulturlandschaft eine funktionale Einheit eines nachhaltigen Systems, in dem sogar auch nur der teilweise Verlust von Wäldern oder Grünland oder die Änderung der Bewirtschaftungsweise (z.B. Ersatz der Rinder und Pferde durch Maschinen) zur Zerstörung seltener Lebensräumen für eine Vielzahl von Arten und damit zu erheblichem Verlust von Reliktarten führen. Die dritte nationale Biodiversitätsstrategie Japans zeigt, dass fast die Hälfte der gefährdeten Arten einst in den Kulturlandschaften häufig vorgekommen ist. Hauptgrund für den Artenschwund ist der Habitatsverlust durch Nutzungsänderung in Verbindung mit sozio-ökonomischen Veränderungen im suburbanen Bereich.

Schlagworte: Lebensraumvielfalt, traditionelle Bewirtschaftung, Grünland Relikte, Satoyama.