Mohiuddin


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

A. S. M. Mohiuddin and O. H. Danneberg:

Charakterisierung von Huminstoffsystemen österreichischer Braunerden durch Chromatographie an porenkontrolliertem Glas

Zusammenfassung

Die Huminstoffe von drei österreichischen Braunerden wurden mit einem komplexbildenden Ionentauscher und Wasser erschöpfend extrahiert und die Extrakte grob in Fulvosäuren (FA) und Braunhuminsäuren (BHA) fraktioniert.

Diese Grobfraktionen und der unfraktionierte Extrakt wurden durch Chromatographie an einer Säule mit porenkontrolliertem Glas (CPG) von 16,7 nm Porendurchmesser weiter untersucht. Das abfließende Säuleneluat analysierten wir kontinuierlich auf seine Konzentration von gefärbten Substanzen und von Kohlenstoff, beide Parameter wurden als Chromatogramm dem Verteilungskoeffizienten (Kd) gegenübergestellt. Daraus berechneten wir die auf die Einheit von Kohlenstoff bezogene spezifische Extinktion bei 400 nm im Verlauf der Chromatogramme und verwendeten das Maximum dieser Reihe als Stoffkonstante der „reinen“ Huminstoffe; die begleitenden Nichthuminstoffe errechneten wir als Differenz.

Die Ergebnisse zeigten sowohl für die Felsbraunerde als auch für die kalkhaltige Lockersedimentbraunerde die erwartete Verteilung der Grobfraktionen mit einer deutlichen Dominanz der BHAs. Dagegen war in der kalkfreien Lockersedimentbraunerde ein unerwartet hoher Anteil der Grauhuminsäuren [GHA, erhalten als Extrakt – (FA + BHA)] festzustellen. Die erhaltenen spezifischen Extinktionen der „reinen“ Huminstoffe lagen durchwegs im erwarteten Bereich und waren mit Werten der Literatur gut vergleichbar. Die Fulvosäuren zeigten immer einen Elutionspeak mit einem Kd-Wert von 0,7 bis 0,75. Die Braunhuminsäuren hatten Doppelpeaks mit Kd-Werten von 0,05 und 0,6; die Grauhuminsäuren dagegen zeigten mehrere Peaks mit Kd-Werten zwischen 0 und 0,55. Die Farbquotienten der „reinen“ Huminstoff-Fraktionen zeigten die üblichen Werte, sie waren umso größer, je kleiner die Molekülgrößen waren.

Die Nichthuminstoffe ergaben mehrere Peaks, es ließen sich hohe, mittlere und niedrige Molekülgrößen unterscheiden.

Das Verhältnis der „reinen“ Huminstoffe zu begleitenden Nichthuminstoffen war, wie erwartet, etwa 2:1.

Schlagworte: Braunerden, Chromotographie, porenkontrolliertes Glas, „reine“ Huminstoffe, Huminstoffsystem, Nichthuminstoffe.