Steinwidder


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

A. Steinwidder und T. Guggenberger:

Erhebungen zur Futteraufnahme und Nährstoffversorgung von Milchkühen sowie Nährstoffbilanzierung auf Grünlandbetrieben in Österreich

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse einer Praxiserhebung auf 30 österreichischen Milchviehbetrieben des Grünlandgebiets dargestellt. Davon wurden 11 Betriebe biologisch und 19 Betriebe konventionell bewirtschaftet.

Es wurden Daten zur Futteraufnahme, Milchleistung und Nährstoffversorgung sowie zu den Nährstoffausscheidungen der Milchkühe erhoben. Im Sinne einer auf ökologische Zusammenhänge ausgerichteten Kreislaufwirtschaft erfolgte auch eine N-, P- und K-Nährstoffbilanzierung auf Gesamtbetriebsebene.

Bei einer Milchleistung von 16,5 bzw. 19,4 kg wurde eine Grundfutteraufnahme der Kühe von durchschnittlich 14,9 kg bzw. 13,8 kg T auf den biologisch bzw. konventionell wirtschaftenden Betrieben festgestellt. Der Kraftfuttereinsatz unterschied sich mit 2,5 bzw. 3,7 kg T signifikant zwischen den Wirtschaftsweisen. Bei einem durchschnittlichen Energiegehalt der Gesamtration von 6,1 bzw. 6,3 MJ NEL wurde für die Kühe beider Wirtschaftsweisen eine energetische Überversorgung festgestellt.

Im Durchschnitt wurden pro Kuh und Jahr 96 kg N-, 14 kg P- und 159 kg K-Ausscheidungen errechnet. Der Anfall an N, P und K auf Gesamtbetriebsebene war im Mittel beider Wirtschaftsweisen auf vergleichbarem Niveau. Der auf dem Grünland anrechenbare (feldfallende) N betrug im Durchschnitt bei den Biobetrieben 78 kg und bei den konventionellen Betrieben 101 kg ha-1. Für Phosphor ergab sich bei biologischer bzw. konventioneller Wirtschaftsweise ein errechneter Anfall von 16 bzw. 25 kg und für Kalium 176 bzw. 215 kg ha-1 Grünlandfläche. Bei der Gegenüberstellung von Nährstoffangebot und Nährstoffbedarf der Grünlandflächen, entsprechend den Richtlinien für die sachgerechte Düngung, zeigte sich im Durchschnitt aller Betriebe bei N eine leichte (ca. 15 % unter Bedarf; 15 kg/ha) und bei P eine deutlichere negative (ca. 25 % unter Bedarf, -7 kg ha-1) Versorgungsbilanz. Diese Ergebnisse unterschieden sich nicht signifikant zwischen den biologisch bzw. konventionell bewirtschafteten Betrieben.

Schlagworte: Milchkühe, Fütterung, Nährstoffausscheidungen, biologische Wirtschaftsweise, konventionelle Wirtschaftsweise.