Dachler


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

M. Dachler und A. Köchl:

Der Einfluss von Fruchtfolge, Vorfrucht, Stickstoffdüngung und Einarbeitung der Ernterückstände auf Ertrag und Rohproteingehalt von Winterweizen und nachfolgender Sommergerste

Zusammenfassung

Auf zwei Standorten Niederösterreichs, die sich in Klima- und Bodeneigenschaften deutlich voneinander unterscheiden, wurden 13 verschiedene sechs-schlägige Fruchtfolgen mit unterschiedlichem Getreideanteil bei unterschiedlichem Düngungsregime miteinander verglichen. Zusätzlich erlaubte die Versuchsanordnung die Wirkung von Zwischenfrüchten in reinen Getreidefruchtfolgen bzw. die Effekte einer Einarbeitung der Ernterückstände gegenüber einer Abfuhr vom Feld zu beurteilen. Die Wirkungen der verschiedenen Maßnahmen wurden mit den Testfrüchten Winterweizen (erste Nachfrucht im Folgejahr) und danach mit Sommergerste (im zweiten Folgejahr) nach jeweiligem Durchlaufen der Fruchtfolgen geprüft.

• Abgesehen von der N-Düngung übte die unmittelbare Vorfrucht den stärksten Einfluss auf den Ertrag der Testfrucht Winterweizen aus. Die kumulative Wirkung der Fruchtfolgen war – wenn überhaupt – nur schwach ausgeprägt.

• Bezüglich des Ertrages der Testfrucht Winterweizen ergab sich im trockeneren Gebiet folgende Reihenfolge in der Vorfruchtwirkung: Zweijährige Luzernebrache > einjährige Luzernebrache > Körnererbse >> Zuckerrübe mit Stallmist > Raps > Sonnenblume = Zuckerrübe ohne Stallmist = Winterroggen. Im niederschlagsreicheren Wieselburg lautete die Reihenfolge: Zweijährige Kleebrache > einjährige Kleebrache > Ackerbohne > Hafer > Zuckerrübe mit oder ohne Stallmist > Winterroggen.

• Die Vorfrucht hatte auch auf den Rohproteingehalt der Nachfrucht Winterweizen – vor allem in der N-ungedüngten Variante – einen signifikanten Einfluss, wobei sich in etwa die gleiche Reihenfolge wie beim Ertrag ergab.

• Eine Ertragsbeeinflussung der Vorfrucht auf die zweite Testfrucht (Sommergerste) konnte nicht beobachtet werden.

Allerdings wurde durch Klee- bzw. Luzernebrache bzw. durch Zuckerrübe mit zusätzlicher Stallmistdüngung der Rohproteingehalt positiv beeinflusst.

• Eine Auflockerung einer reinen Getreidefruchtfolge brachte durch die Zwischenfrucht Perserklee im Trockengebiet bei nachfolgendem Winterweizen Ertrags- und Qualitätsvorteile. Am niederschlagsreicheren Versuchsstandort konnte mit der Zwischenfrucht Sommerraps dieser positive Effekt nicht beobachtet werden.

• Eine Einarbeitung aller Ernterückstände im Vergleich zur Abfuhr vom Feld erbrachte im Mittel eine Ertragsminderung und nur im Trockengebiet eine leichte Erhöhung der Rohproteingehalte.

• Im Mittel über alle Fruchtfolgen ließ sich der Winterweizenertrag im Trockengebiet mit mineralischen Stickstoffgaben bis 120 kg N/ha steigern, ab 140 kg N/ha war in keiner der Fruchtfolgen eine signifikante Ertragssteigerung zu beobachten, auch nicht, wenn nur über die Fruchtfolgen ohne Leguminosen gemittelt wurde. Im Feuchtgebiet brachte eine 140 kg N/ha Gabe im Mittel nur minimale, allerdings in den Fruchtfolgen ohne Leguminosen signifikante Mehrerträge.

• Die Unterschiede in der Vorfruchtwirkung zwischen den einzelnen Kulturarten blieben auch bei mittleren Stickstoffgaben erhalten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie in der N-ungedüngten Variante. Die negativen Effekte von unvorteilhaften Fruchtfolgen können daher nur bedingt durch Düngungsmaßnahmen behoben werden.

Schlagworte: Fruchtfolge, Vorfruchtwirkung, Stickstoffdüngung, Einarbeitung der Ernterückstände, Zwischenfrüchte.