Ringdorfer


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

F. Ringdorfer, R. Leitgeb und R. Tscheliesnig:

Einfluss von Genotyp, Geschlecht und Lebendmasse auf die Mast- und Schlachtleistung sowie die Fleischqualität von Ziegenkitzen

Zusammenfassung

In einem Aufzuchtversuch wurde der Einfluss von Genotyp, Geschlecht und Mastendgewicht auf die Mast- und Schlachtleistung sowie Fleischqualität von Ziegenkitzen untersucht. Als Genotypen standen 40 reinrassige Burenziegenkitze und 39 F1-Kreuzungen aus weiße Edelziege x Burenbock zur Verfügung. Das Geschlecht wurde in männlich und männlich kastrierte Tiere und das Mastendgewicht in Tiere mit 30 und 40 kg Lebendmasse unterteilt. Die Ziegenkitze wurden mit Heu, Grassilage nach Aufnahme und mit Kraftfutter (in einer Menge von 2,5 % der Lebendmasse) individuell gefüttert.

Reinrassige Burenziegenkitze hatten höhere Tageszunahmen als Kreuzungstiere (169 bzw. 158 g) und männliche höhere als kastrierte Tiere (176 bzw. 151 g). Die Futterverwertung verschlechterte sich durch die Kastration und die Mast auf ein höheres Mastendgewicht signifikant um etwa 1 kg TM/10 kg LM.

Kastrierte und schwerere Tiere hatten eine signifikant höhere Schlachtausbeute (50,2 und 51,6 %) als nicht kastrierte bzw. leichte Ziegenkitze (49,2 bzw. 48,0 %). Reinrassige Burenziegenkitze wiesen mit 50,2 % nur eine tendenziell höhere Schlachtausbeute als Kreuzungstiere mit 49,3 % auf. Auf den pH-Wert 24 Stunden nach der Schlachtung hatte nur das Mastendgewicht einen Einfluss. Schwere Kitze hatten mit 5,81 einen niedrigeren pH-Wert als die leichten Kitze mit 5,92.

Kreuzungstiere, kastrierte und schwere Tiere wiesen einen höheren Nierenfettanteil als reinrassige, männliche und leichte Kitze auf. Der Fettanteil in der Keule und Schulter wurde durch Kastration und hohes Mastendgewicht erhöht.

Der intramuskuläre Fettgehalt im M. l. dorsi war bei den Kastraten und den schweren Tieren ebenfalls höher. Schwere und kastrierte Kitze hatten mit 63,1 und 62,8 % einen signifikant höheren Anteil an gesättigten Fettsäuren als die leichteren und männlichen Kitze mit 60,3 und 60,5 %.

Aufgrund der Mast- und Schlachtleistungsergebnisse und der organoleptischen Beurteilung sollten die Ziegenkitze nur bis 30 kg LM gehalten werden und bis zu diesem Mastendgewicht ist eine Kastration der männlichen Tiere nicht notwendig.

Schlagworte: Ziegen, Mastleistung, Schlachtleistung, Geschlecht, Lebendmasse.