Steinwidder


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

A. Steinwidder, L. Gruber und M. Greimel:

Vollmilch oder Milchaustauschfutter in der Kälbermast Einfluss auf Mast- und Schlachtleistung, Fleischqualität und Wirtschaftlichkeit

Zusammenfassung

In einem Kälbermastversuch mit 120 männlichen Kälbern wurde der Einfluss der Fütterung (Vollmilch bzw. Milchaustauschfutter), der Lebendmasse bei der Schlachtung (110 bzw., 140 kg) sowie der Rasse (Fleckvieh – FV, Brown Swiss- BS, Holstein Friesian HF) auf die Mast- und Schlachtleistung sowie Fleischqualität und Wirtschaftlichkeit untersucht.

Die Tageszunahmen unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Futtergruppen, lagen jedoch tendenziell beider Mast auf 140 kg bei Einsatz von Vollmilch zurück. Mit steigender Mastendmasse nahmen in beiden Futtergruppen die Tageszunahmen zu (1005 bzw. 1084 g). Trotz geringerer Futteraufnahme lagen die Tageszunahmen der FV Kälber über denen von BS und HF (1108, 1010 bzw. 1016 g). Die FV Kälber waren in der Futterverwertung mit 1,38 kg T/kg Zuwachs den Kälbern von BS und HF überlegen (jeweils 1,56 kg T/kg Zuwachs).

Die Schlachtausbeute war bei der Mast mit MA tendenziell höher und ging bei Schlachtung mit 140 kg signifikant zurück. Die Kälber der Rasse FV wiesen mit 59,1 % eine tendenziell bessere Ausschlachtung als BS und HF (57,9 bzw., 58,4 %) auf. Der Anteil an wertvollen Teilstücken war bei FV signifikant höher. In der subjektiven Beurteilung der Fleischqualität durch Verkostung ergab sich für die früher geschlachteten Tiere (110 kg LM) eine signifikant bessere Bewertung des Gesamteindruckes. Die Tropfsaftverluste stiegen tendenziell bei der Mast mit MA an und waren bei späterer Schlachtung signifikant erhöht. Obwohl in der Eisenversorgung über die Tränke große Gruppendifferenzen bestanden, wurde die Fleischfarbe nicht von der Fütterung bzw. der Mastdauer beeinflusst. Kälber der Rasse FV wiesen die dunkelste Fleischfärbung auf. Bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Vollmilchmast ergab sich nur bei geringen Milchpreisen (Übermilchproduktion) und hohen Schlachterlösen ein positiver Deckungsbeitrag für BS und HF Kälber. FV Kälber sind beim Ankauf zu teuer und erzielen daher auch bei besten Mastergebnissen keinen positiven Deckungsbeitrag. Die Mast auf 110 kg Mastendmasse war wirtschaftlicher als auf 140 kg. Dieser Trend wird bei sinkenden Fleischpreisen und steigenden Schlachtprämien (AGENDA 2000 Bedingungen) verstärkt.

Schlagworte: Kälbermast, Vollmilch, Mastendmasse, Rasse, Wirtschaftlichkeit.