Lew


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

H. Lew, A. Adler, W. Edinger, W. Brodacz, E. Kiendler und J. Hinterholzer:

Fusarien und ihre Toxine bei Mais in Österreich

Zusammenfassung

Körnermaisproben aus allen relevanten Maisanbaugebieten Österreichs wurden drei Vegetationsperioden hindurch auf Fusarienbefall, -artenzusammensetzung und -toxinkontamination untersucht. Erfasst wurden dabei die Fusarientoxine Zearalenon, Desoxynivalenol (DON, Vomitoxin), 15-Acetyldesoxynivalenol, 3-Acetyldesoxynivalenol, Nivalenol, T-2 Toxin, HT-2 Toxin, Fumonisin B1, B2 und Moniliformin.

Die drei untersuchten Vegetationsperioden 1996, 1997 und 1998 unterschieden sich deutlich hinsichtlich der klimatischen Bedingungen, was sich in der Artenzusammensetzung und dem daraus resultierenden Toxingehalt widerspiegelte.

In den relativ feuchten Vegetationsperioden 1998 und insbesondere 1996 dominierte F. graminearum. In beiden Jahren konnten daher relativ hohe Konzentrationen an Desoxynivalenol und Zearalenon in den Körnermaisproben nachgewiesen werden. So wiesen 41 von 46 untersuchten Proben der Ernte 96 einen DON-Gehalt über 0,1 mg/kg auf: mit einem Durchschnittsgehalt der positiven Proben von 0,645 mg/kg. Die Untersuchungen zeigten auch, dass 15-Acetyldesoxynivalenol in heimischem Mais wesentlich häufiger vorkommt als 3-Acetyldesoxynivalenol.

Das Vorkommen des wichtigsten Moniliforminbildners F. subglutinans blieb von den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen weitgehend unbeeinflusst. In allen Vegetationsperioden betrug der prozentuelle Anteil dieses Pilzes an der Gesamtzahl isolierter Fusarien ca. 30 %. Der Anteil von F. auenaceum, einer ebenfalls moniliforminbildenden Art, variierte zwischen 14 % im extrem feuchten Jahr 1996 und 23 % im Jahr 1997. In allen 3 Vegetationsperioden wiesen ungefähr 15 % der untersuchten Maisproben Moniliformingehalte über 0,05 mg/kg auf: mit einem Durchschnittsgehalt der positiven Proben von 0,22 mg/kg.

F. poaetrat vor allem in der relativ trockenen Vegetationsperiode 1997 verstärkt auf und verhielt sich somit konträr zu F. graminearum. Allerdings waren die Kolben nur schwach befallen, sodass in allen untersuchten Maisproben der Nivalenolgehalt unter der Nachweisgrenze von 0,05 mg/kg lag. Die Trichothecene der A-Gruppe T-2 Toxin und HT-2 Toxin konnten in den 3 Untersuchungsjahren nur vereinzelt und in geringen Konzentrationen nachgewiesen werden.

Gegenüber einer vergleichbaren Untersuchung in den Jahren 1988/89 war ein starkes Aufkommen des Fumonisinbildners Rproliferatum zu beobachten. Besonders in der überdurchschnittlich warmen Vegetationsperiode 1998 waren die Bedingungen für die Entwicklung von F. proliferatumgünstig und so konnten in den Maisproben vereinzelt auch toxikologisch relevante Fumonisingehalte (bis zu 2 mg/kg) nachgewiesen werden.

Schlagworte: Mais, Fusarium-Arten, Trichothecene, Zearalenon, Fumonisine, Moniliformin.