Steinwender


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

R. Steinwender, L. Gruber, A. Schauer, T. Guggenberger, J. Häusler und M. Sobotik:

Vergleich zwischen biologischer und konventioneller Wirtschaftsweise im Grünlandbetrieb

1. Mitteilung: Grünlandertrag, Futterwert und Gülleanfall

Zusammenfassung

Ein Mähweidebetrieb der BAL Gumpenstein wurde in eine organisch-biologische (BE) und eine konventionelle Einheit (KE) mit getrennter Bewirtschaftung unterteilt, um beide Wirtschaftsweisen zu vergleichen (eigenes Futter- und Güllelager sowie getrennte Stallabteilungen für beide Versuchsgruppen, Abbildung1-2). Die Versuchsgruppen unterschieden sich in der Behandlung der Gülle, dem Düngungsniveau, der Unkrautbekämpfung und dem Kraftfutter der Kühe (Tabelle 1). Zielsetzung des über 11 Jahre laufenden Versuches war, beide Wirtschaftsweisen hinsichtlich Grünlandertrag, Nährstoffgehalt des Wiesenfutters, Futteraufnahme und Milchleistung sowie Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere, Boden und Gülle, Pflanzenbestand und Nährstoffbilanz zu vergleichen. Die vorliegende Arbeit behandelt Ertrag, Futterqualität und Gülleanfall. Die landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) betrug in BE 5,51 ha und in KE 4,36 ha, Bei 7 Kühen je Gruppe errechnet sich ein Tierbesatz von 1,27 Kühen pro ha LN in BE und 1,60 Kühen in KE (Tabelle 2). Die Düngung und Fütterung wurden nach den Grundsätzen des biologischen Landbaues und Versuchsergebnissen der BAL Gumpenstein erarbeitet. Die Heu- und Silageerträge wurden durch Wiegung festgestellt, der Weideertrag wurde über den Energiebedarf der Tiere und den Energiegehalt des Weidefutters geschätzt.

Der Ertrag (7.240 bzw. 9.330 kg Trockenmasse (T) je ha LN in BE bzw. KE) entspricht der in dieser Region zu erwartenden Größenordnung. Die Erträge an Energie und Protein zeigen analoge Differenzen wie die T-Erträge (Tabelle 3).

Im Nährstoff- und Mineralstoffgehalt des Wiesenfutters waren nur geringe Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen festzustellen. Signifikante Unterschiede traten jedoch bei Rohprotein und Calcium in allen 3 Futtergruppen (Heu, Grassilage und Weidefutter, Tabellen 4-6) auf: die zum Teil mit dem Einfluß der Bewirtschaftungsform auf die botanische Zusammensetzung der Pflanzenbestände zu erklären sind.

Die Gülle der beiden Versuchsgruppen (BE vs, KE) unterschied sich signifikant im Gehalt an Stickstoff (4,5 vs. 5,2 g/kg), an Calcium (2,1 vs. 1,9 g/kg), im Anteil des NH4-N am Gesamt-N (31,6 vs. 39,3 %) und im pH-Wert (7,67 vs, 7,40). Die Unterschiede in den anderen Inhaltsstoffen der Gülle waren nur geringfügig (Tabelle 7). Zusammenfassend ergab die biologische Bewirtschaftung bei etwa gleichem Nährstoffgehalt im Wiesenfutter einen um 2.000 kg T/ha geringeren Grünlandertrag. Folglich waren der Kuhbesatz und der Gülleanfall pro ha LN sowie der N-Gehalt in der Gülle ebenfalls reduziert.

Schlagworte:  Biologische Bewirtschaftung, Grünlandbetrieb, Ertrag, Futterwert, Wirtschaftsdünger.