Habermann


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

W. Habermann, K. Luger, J. Frickh, W. Zollitsch und F. Lettner:

Lohnt es sich eine Ausmast von Altkühen!

Untersuchungen zur Fütterungsintensität, Fleischbeschaffenheit und Wirtschaftlichkeit

Zusammenfassung

Die Fragestellung des vorliegenden Versuches war es, die optimale Fütterungsitensität Hinblick auf Mast- und Schlachtleistung sowie Fleischqualität von Altkühen zu untersuchen. Weiters wurden Merkmale der Wirtschaftlichkeit unter österreichischen Bedingungen berechnet. Zu diesem Zweck wurden drei Gruppen mit insgesamt 45 trockenstehenden Fleckviehkühen und mit zwei verschiedenen Fütterungsintensitäten gebildet: eine ,,semiintensive" Gruppe (Gruppe 2) und eine ,,intensive" Gruppe (Gruppe 3) mit höherem Kraftfutterniveau. Die Mastdauer betrug durchschnittlich 98 Tage.

Die Gruppe I, welche sofort geschlachtet wurde, diente als Vergleichsgruppe. Die Ration bestand aus Maissilage ad libitum, zur Abdeckung des Strukturbedarfs wurden Heu und Stroh eingesetzt. Den Tieren beider Gruppen wurden 2 kg Eiweißergänzungsfutter zugeteilt, die Gruppe 3 erhielt zusätzlich 2 kg Maisschrot. Bei den Tageszunahmen lag die Gruppe 2 mit 1382 g etwas höher als Gruppe 3 mit 1238 g. Bei der Aufnahme von Maissilagetrockenmasse wurden signifikante Unterschiede zwischen Gruppe 2 (10,9 kg) und Gruppe 3 (9,7 kg) festgestellt. Die Ausschlachtung verbesserte sich durch die Kuhmast bei Gruppe 2 um 3,8 % und bei Gruppe 3 um 4,6 %. Bei der Scherkraft kam es zu einer signifikanten Verminderung: während Gruppe 1 einen Scherkraftwert von 45,8 N aufwies, erreichten Gruppe 2 33,5 N und Gruppe 3 34,O N. Die sensorische Bewertung brachte eine signifikante Verbesserung der beurteilten Merkmale durch die Kurzmast: Gruppe 2 war bei Saftigkeit, Zartheit, Aroma und Gesamtpunkten den Gruppen 1 und 3 überlegen, wobei die erzielten Werte der Gruppen 2 und 3 über, der Gruppe 1 unter den Anforderungen für Qualitätsrindfleisch lagen. Eine Ausmast von Altkühen, die in der Fütterungsintensität etwa der Gruppe 2 entspricht, führt somit zu einer deutlichen Verbesserung der untersuchten Merkmalskomplexe.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung zeigte, daß unter österreichischen Rahmenbedingungen eine Altkuhmast mit positivem Deckungsbeitrag durchaus möglich ist.

Schlagworte: Altkuhmast, Rindermast, Fütterungsintensität, Fleischqualität.