Frickh


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

J. J. Frickh, W. Wetscherek und W. A. Pichler:

Untersuchung über den Einsatz von Rapssaat und deren Auswirkungen auf die Mast- und Schlachtleistung sowie auf die Fleischqualität in der Schweinemast

Zusammenfassung

Der Einfluß von steigenden Anteilen (0, 3, 6 und 9 %) an Rapssamen im Alleinfutter auf die Mast- und Schlachtleistung sowie insbesondere auf die Fleischqualität von Mastschweinen wurde unter Praxisbedingungen geprüft. Bei zwei Gruppen, die im ersten Mastabschnitt 9 % Rapssamen erhielten, wurde der Rapssamenanteil in der Endmast (> 50 kg) auf 4,5 % bzw. 0 % reduziert. Insgesamt wurden demnach 6 Gruppen mit je 35 Schweinen geprüft. Rapssamen wurden anstelle von Getreide und Erbsen bzw. Pferdebohnen eingesetzt. Der Versuch erfaßte einen Gewichtsbereich von 30-110 kg.

Die tägliche Futteraufnahme, die täglichen Zunahmen und die Rohverwertung wurden von den unterschiedlichen Rapssamenanteilen in der Ration nicht beeinflußt. Schweine, die mit 6 % Rapssamen gefuttert wurden, wiesen einen höheren Fleischanteil und eine höhere Ausschlachtung auf; aber einen niedrigeren Fettgehalt im Schlachtkörper als solche, die mit 0, 3, 4,5 und 9 % Rapssamen gefüttert wurden. Die pH-Werte, die sensorischen Merkmale und die Farbkennzahlen wurden durch zunehmenden Rapssamenanteil nicht beeinflußt. Die Scherkraft war bei der Gruppe mit 9 % Rapssamen am höchsten. Durch den Einsatz von Rapssamen wurde der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) im Auflagenfett von 12,4 % (0 % Raps), 14,7 % (3 % Raps), 16,9 % (6 % Raps) auf 18,7 (9 % Raps) erhöht. Die Reduktion des Rapseinsatzes auf 4,5 % in der 2. Masthälfte reduzierte den Anteil der PUFA im Auflagenfett auf 16,7 % bzw., bei Verzicht des Rapses auf 12,8 %. Im intramuskulären Fett waren analoge Gegebenheiten beobachtet worden.

Aus den Ergebnissen kann der Schluß gezogen werden, daß die Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren in der zweiten Masthälfte den wesentlichen Einfluß auf die Zusammensetzung des Fettes hat. Im ersten Mastabschnitt kann bis zu 9 % Rapssamen in der Ration gefüttert werden, in der zweiten Hälfte sollte aber eine Reduktion auf 0-3 % Rapssamen vorgenommen werden, da das Fett aus praktischen Erfahrungen bei 6 % und 9 % sehr weich war.

Schlagworte:  Rapssamen, Schweinemast, Fleischqualität.