Liebhard


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

E. Liebhard:

Einfluß der Primärbodenbearbeitung auf Ertrag, Ertragsverhalten und ausgewählte Qualitätskriterien von Zuckerrübe (Beta vulgaris L. ssp. vulgaris var, altissima Doell) im oberösterreichischen Zentralraum (Teil8)

Zusammenfassung

In einem Langzeitversuch von 1980 bis 1992 mit differenzierten Bodenbearbeitungsverfahren und bei verschiedenen Bearbeitungstiefen konnte auf einem mittelschweren Boden im semihumiden Klimagebiet in einer viergliedrigen Fruchtfolge der Nachweis erbracht werden, daß sowohl im Ertrag als auch in der Qualität zwischen der Kurz- und Langzeitwirkung unterschieden werden muß.

Bei flacher pflugloser Bodenbearbeitung kam es zu einer Schadverdichtung im Krumenbasisbereich. Im ersten und teilweise auch im zweiten vierjährigen Untersuchungszeitraum wurden die negativen Folgen noch überwiegend vom früheren, dem Vergleichsversuch vorausgehenden, jährlichen Pflügen überdeckt. Mehrerträge von 5 bis 10 % auf den gepflügten Parzellen waren in den ersten acht Jahren auf eine geringfügig höhere Rübenzahl und ein größeres Einzelgewicht der Rüben zurückzuführen. Ab der dritten Rotation bestanden zwischen den Varianten Unterschiede in der Pflanzenzahl von ca. 15 %. In der Folge stieg bei reduzierter Bearbeitungsintensität die Ertragsdifferenzierung einerseits wegen der geringeren Pflanzenzahl und andererseits aufgrund des kleineren durchschnittlichen Rübengewichtes auf ca. 20 % an. Eine Vertiefung der Krume von 24 auf 30 cm führte bei Zuckerrübe auf dem mittelschweren Lehmboden zu keinem meßbaren Mehrertrag. Die durch das Pflügen entstandene, verbesserte Wurzelwegsamkeit in tieferen Schichten führte erst in der dritten Rotation zu einer wesentlich günstigeren Ausformung der Rübe bzw. Verminderung der Beinigkeit und zu einem höheren bereinigten Zuckergehalt. Der Einfluß der Primärbodenbearbeitung auf qualitative Parameter läßt sich durch den Trend der Kovarianzen, bezogen auf ausgewählte physikalische Bodenkennzahlen aus früheren Arbeiten, besser beurteilen als durch mittlere Gehaltswerte.

Die Ergebnisse zeigen weiters, daß auf dem angeführten Standort die Primärbodenbearbeitung den kulturpflanzenspezifischen Anforderungen angepaßt werden soll und daß über längere Zeiträume innerhalb einer geordneten Fruchtfolgerotation jeweils ein ein- oder zweimaliges Pflügen bzw. Lockern auf 20 bis 25 cm Tiefe vor der Zuckerrübe ausreicht ("Integriert-reduziertes Bodenbearbeitungssystem").

Schlagworte:  Primärbodenbearbeitung, Zuckerrübe, Rübenertrag, Ertragsbildung, Qualität.