Schneeberger


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

W. SCHNEEBERGER und M. EDER:

Modellrechnungen zu betriebswirtschaftlichen Grundsatzentscheidungen unter den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Zusammenfassung

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich durch den EU-Beitritt für Österreichs Landwirte geändert. Es gelten die EU-Marktordnungen mit niedrigeren Preisen für viele landwirtschaftliche Produkte und es wurde die nationale Förderung im ,,Österreichischen Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft" (kurz ÖPUL) neu gestaltet. Diese neuen Rahmenbedingungen stellen die Landwirte in Österreich vor eine neue Entscheidungssituation.

Im vorliegenden Beitrag wird mittels Modellrechnungen für Marktfruchtbetriebe folgenden Fragestellungen nachgegangen:

1. Welche Auswirkungen hat die Teilnahme am ÖPUL (Elementarförderung, Fruchtfolgestabilisierung) für Marktfruchtbetriebe?

2. Sollten sich die Landwirte aus wirtschaftlicher Sicht für die allgemeine oder für die vereinfachte Regelung bei den EU-Ausgleichszahlungen für Getreide, Mais, Eiweißpflanzen und Ölsaaten entscheiden?

3. Welchen Einfluß haben die von 1995 bis 1998 bezahlten nationalen Ausgleichszahlungen auf die optimale Nutzung der Ackerfläche von Marktfruchtbetrieben?

Die Berechnungen wurden mit einem linearen Planungsmodell durchgeführt.

Maximiert wurde der Gesamtdeckungsbeitrag eines Modellbetriebes, dessen Ausgangssituation variiert wurde (Elementarförderung, Fruchtfolgestabilisierung, verfügbare Acker Aäche und ihre Nutzungsmöglichkeiten, Erträge, Deckungsbeiträge mit den nationalen Ausgleichszahlungen von 1996 bzw. ohne nationale Ausgleichszahlungen).

Die Rechenergebnisse zeigen, daß die Teilnahme am ÖPUL wirtschaftliche Vorteile bringt. Die Auflagen im ÖPUL beeinflussen die Flächennutzung eines Betriebes. Jene Betriebe, die nur den Anbau von ausgleichsberechtigten Kulturen in Erwägung ziehen, werden am stärksten beeinflußt. Je mehr nicht ausgleichsberechtigte Kulturen im Produktionsprogramm eines Betriebes vertreten sind, desto geringer sind die Auswirkungen durch die Fruchtfolgestabilisierungsauflagen.

Bezüglich der allgemeinen und vereinfachten Regelung für die Ausgleichszahlungen gibt es kein eindeutiges Ergebnis. Die Flächennutzung und die Erträge eines Betriebes sind für die richtige Wahl der Ausgleichszahlungsregelung maßgeblich. Durch die nationalen Ausgleichszahlungen, die in den Jahren 1995 bis 1998 für die ausgleichsberechtigten Kulturen Getreide, Mais und Eiweißpflanzen bezahlt werden, wird die Flächennutzung nur wenig beeidußt.

Schlüsselworte: Wirtschaftlichkeitsanalyse, Agrarreform, EU-Ausgleichs-Zahlungen, Umweltprogramm.