Adler


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

A. ADLER und H. LEW:

Dynamik der epiphytischen Mikroflora auf Grünlandpflanzen im Zusammenhang mit verschiedenen Düngungsvarianten

Zusammenfassung

Auf einem Grünlandstandort mit unterschiedlichen Düngungsvarianten sowie auf einer ungedüngten Dauerwiesenfläche wurden während der Vegetationsperioden 1991 bis 1994 bzw. 1991 bis 1992 die Veränderungen des epiphytischen Keimbesatzes untersucht.

Aerobe Bakterien, Schimmelpilze und Hefen sowie die Enterobakterien zeigten im Verlauf der Vegetationsperioden eine von Witterung und Düngungsvarianten weitgehend unabhängige dynamische Entwicklung, ihre Keimzahlen nahmen tendenziell mit dem Alter der jeweiligen Pflanzenbestände zu. Nur Pflanzen von Parzellen mit intensiver mineralischer Düngung wiesen im Verlauf des einer Düngung folgenden Aufwuchses einen geringfügig höheren Bakterienbesatz auf.

Während sich der Mikroorganismenbesatz verschiedener Pflanzen innerhalb eines Bestandes kaum unterschied, wiesen verschiedene Teile einzelner Pflanzen zumindest in einem frühen Entwicklungsstadium unterschiedlichen Keimbesatz auf.

Nach Ausbringung von Wirtschaftsdüngern stiegen zunächst die Keimgehalte an Clostridiensporen, Coliformen und E. coli auf dem Grünfutter an. Im Laufe der einer Düngung folgenden Wochen reduzierten sich die Keimzahlen dieser Bakteriengruppen wieder beträchtlich, sodaß die Grünlandpflanzen zum Schnittermin nur geringen Besatz mit Clostridiensporen, coliformen Keimen und E. coli aufwiesen.

Mistreste und düngungsunabhängig, Grünlandböden stellen eine nachhaltige Quelle gärschädlicher Keime dar, vor allem ihre Gehalte an Clostridiensporen übertreffen den entsprechenden Besatz des Grünfutters um ein Vielfaches. Keimdichte und Gattungsspektrum der Milchsäurebakterien zeigten deutliche Reaktionen auf verschiedene Witterungseinflüsse und Düngungsvarianten sowie auf das unterschiedliche Vegetationsstadium der Grünlandpflanzen. Welche ökologischen Einflußfaktoren allerdings im einzelnen die starken Schwankungen insbesondere der Laktobazillen bewirken, bleibt noch durch weitere Untersuchungen zu klären.

Schlüsselworte: Grünfutter, Wirtschaftsdünger, Mikroflora, Clostridium, Milchsäurebakterien.