Gruber


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

L. GRUBER, G. WIEDNER, A. VOGEL und Th. GUGGENBERGER:

Nähr- und Mineralstoffgehalt von Grundfuttermitteln in Österreich

Auswertung und Interpretation der Grundfutteranalysen des Futtermittellabors Rosenau der Nö. Landes-Landwirtschaftskammer

Zusammenfassung

In der vorliegenden Untersuchung wurden 7556 Grundfutteranalysen der Jahre 1989 bis 1993 aus dem Futtermittellabor Rosenau der Nö. Landes-Landwirtschaftskammer ausgewertet. Es liegen zwar von allen für die Fütterungspraxis wesentlichen Grundfuttermittel Analysen vor, doch sind ganz besonders die "Standardgrundfutter der Winterfütterung" (Heu, Grassilage, Maissilage) mit einer Anzahl von zum Teil über 1500 am besten repräsentiert. Die Analyse erfolgte mit den gängigen Methoden (Weender Nährstoffe - Tecator-System, Mineralstoffe - Atomabsorptions-Spektralphotometrie, in vitro-Verdaulichkeit - Hohenheimer Futterwerttest). Die Energiebewertung erfolgte auf der Basis der Verdauungskoeffizienten der DLG-Tabelle 1991.

Im Durchschnitt weisen die Leguminosen sehr hohe Rohfasergehalte von zum Teil über 30 % und eine dementsprechend niedrige Energiekonzentration auf.

Der Rohfasergehalt der Grassilagen und des Heus vom ersten Schnitt liegen im Mittel bei 29 bzw. 30 0/0, vom zweiten Schnitt bei 26 bzw. 27 0/0. Die Analysenwerte von Maissilage (30 % Trockenmasse, 23 % Rohfaser, 6,4 MJ NEL) bezeichnen eine zufriedenstellende Qualität. Von allen Grundfutterarten wurden Beziehungen zwischen dem Rohfasergehalt und dem Protein- bzw. NEL-Gehalt berechnet, aus denen die für die Tierernährung wesentlichen Kennzahlen über den ganzen Streuungsbereich ermittelt werden können.

Die Leguminosen sind durch hohe Ca-Gehalte (6 bis 15 g), jedoch mit den Gräsern vergleichbare P-Gehalte (2,5 bis 3,6 g) gekennzeichnet. Die Gehalte der Gräser an Spurenelementen liegen etwas höher als bei den Leguminosen.

Der Mineralstoffgehalt von Silomais ist im Vergleich zu den übrigen Grundfuttermitteln deutlich niedriger (besonders Ca und Mn). Die Beziehungen zwischen Rohfaser- und Mineralstoffgehalt sind sowohl in der Größenordnung als auch im Vorzeichen sehr uneinheitlich. Es kann also keine allgemeine Aussage gemacht werden, wie und in welchem Ausmaß sich der Mineralstoffgehalt in Abhängigkeit vom Rohfasergehalt ändert. Die Anwendung der individuellen linearen Regressionsgleichungen erlaubt hingegen eine etwas genauere Abschätzung der Mineralstoffgehalte.

Die Bestimmung der Energiekonzentration mit dem Hohenheimer Futterwerttest ergab geringere Werte als mit den DLG-Verdauungskoeffizienten, ganz besonders im Bereich niedriger Energiekonzentrationen. Insgesamt war die Übereinstimmung zwischen diesen beiden Methoden der Feststellung der Energiekonzentration recht schwach (R2=42 0/0, n=608), wobei zwischen den einzelnen Grundfutterarten große Unterschiede in der Übereinstimmung bestehen.

Eine mögliche Erklärung für diese Divergenzen könnte sein, daß verminderte Verdaulichkeiten (z. B. durch mangelhafte Konservierung) zwar über eine in vitro-Verdaulichkeitsmethode erfaßt werden, nicht jedoch mit durchschnittlichen Tabellenwerten.

Schlüsselworte: Grundfutter, Rohnährstoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente, in vitro-Verdaulichkeit.