Steinwidder


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

A. STEINWIDDER, W. ZOLLITSCH und F. LEITNER:

Einsatz von Sonnenblumenextraktionsschrot im Hühnermastfutter

Zusammenfassung

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde teilweise entschälter österreichischer Sonnenblumenextraktionsschrot ohne Aminosäurenergänzung im Hühnermastfutter eingesetzt. Es wurden die Effekte auf Mast- und Schlachtleistung, Einstreubeschaffenheit sowie Fleisch- und Fettbeschaffenheit untersucht.

Es standen vier Futtergruppen mit jeweils fünf Wiederholungen mit insgesamt 1300 Küken 42 Tage im Versuch. Das Futter der Gruppe 1 bestand aus 62,5 % Maisschrot, 25,0 % Sojaextraktionsschrot, 4 % Fischmehl, 2 % Tiermehl, 3 % Rapsöl und 3,5 % Mineral- und Wirkstoffmischung. Anstelle von Sojaextraktionsschrot und geringen Mengen Maisschrot wurden in der 2. Futtergruppe 5 %, in der 3. Futtergruppe 10 % und in der 4. Futtergruppe 15 % Sonnenblumenextraktionsschrot eingesetzt. Um isoenergetische Rationen zu erhalten, wurde der Rapsölgehalt in der 2. Futtergruppe auf 3,6, in der 3. auf 4,3 und in der 4. Futtergruppe auf 5,0 % gesteigert.

In den Mast- und Schlachtleistungsergebnissen bestanden mit Ausnahme der Proteinverwertung keine signifikanten Differenzen zwischen den Gruppen. Für die Futtergruppen 1 bis 4 ergaben sich Zunahmen von 1693, 1732, 1733 und 1702 g.

Auch die Einstreubeschaffenheit wurde durch den Einsatz von Sonnenblumenextraktionsschrot nicht negativ beeinflußt.

Bezüglich der objektiven und subjektiven Fleischbeschaffenheit und der Fettbeschaffenheit konnten Veränderungen festgestellt werden. Beim Einsatz von 15 % Sonnenblumenextraktionsschrot nahm der Rohproteingehalt im Schenkelfleisch im Vergleich zur Futtergruppe 1 signifikant ab.

Der vorliegende Versuch zeigt, daß teilentschälter Sonnenblumenextraktionsschrot ohne zusätzliche Aminosäurenergänzung ohne Nachteile bis zu 10 % im Hühnermastfutter eingesetzt werden kann.

Schlüsselworte: Hühnermast, Sonnenblumenextraktionschrot, Mastleistung, Schlachtleistung, Fleischqualität.